Pneumologie & VTE·

6-Minuten-Gehstrecke (Sollwert)

Referensvärde för 6-minuters gångsträcka och nedre normalgräns.

Aktualisiert 22. August 2026

Inhalt (6)
6-minuters gångsträcka (predikterad)
Kön
Ålder
år
Längd
cm
Vikt
kg
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Nur Entscheidungshilfe. Ersetzt keine klinische Beurteilung. Keiner der Rechner wurde von einer namentlich genannten Ärztin oder einem Arzt geprüft und freigegeben.

Wann sie angewendet wird

  • Ger ett förväntat referensvärde vid tolkning av ett uppmätt 6-minuters gångtest.

Formel

Män: 7,57 x längd(cm) - 5,02 x ålder - 1,76 x vikt(kg) - 309 (nedre normalgräns -153). Kvinnor: 2,11 x längd(cm) - 2,29 x vikt(kg) - 5,78 x ålder + 667 (nedre normalgräns -139).

Fallstricke und Tipps

  • Detta är referensekvationer för friska vuxna, själva testet kräver fortfarande ett standardiserat utförande.

Literatur

  1. Enright PL, Sherrill DL. Am J Respir Crit Care Med. 1998;158(5 Pt 1):1384-1387.

Klinischer Hintergrund

Der 6-Minuten-Gehtest (6MWT) misst die Strecke, die eine Patientin oder ein Patient in sechs Minuten bei selbst gewähltem Tempo auf ebenem Boden zurücklegt. Es handelt sich um einen submaximalen, selbst getakteten Feldtest, der die integrierte kardiopulmonale, muskuläre und autonome Funktion abbildet. Anders als die Spiroergometrie erfordert er keine aufwendige Apparatur, doch anders als Labortests wird das Ergebnis von Motivation, Gangmuster und externen Faktoren wie Länge der Gehstrecke und Ermutigung beeinflusst.

Die klinische Entscheidung, der die Referenzgleichungen dienen, lautet, ob eine gemessene Gehstrecke für Geschlecht, Alter, Körpergröße und Gewicht normal oder auffällig niedrig ist. Ohne populationsspezifische Referenz besteht die Gefahr, entweder eine deutliche Funktionseinschränkung zu übersehen oder eine altersgemäße Verschlechterung als pathologisch einzustufen. Eine vorhergesagte Gehstrecke erlaubt es zudem, das Ergebnis als Prozent des Sollwerts auszudrücken, was Vergleiche über die Zeit und zwischen Patientinnen und Patienten erleichtert.

Berechnung der 6-Minuten-Gehstrecke

Der Rechner verwendet die Regressionsformeln von Enright und Sherrill aus dem Jahr 1998 [1]:

Männer: 6MWD=7,57×Gro¨ßecm5,02×Alter1,76×Gewichtkg309\text{6MWD} = 7{,}57 \times \text{Größe}{\text{cm}} - 5{,}02 \times \text{Alter} - 1{,}76 \times \text{Gewicht}{\text{kg}} - 309

Frauen: 6MWD=2,11×Gro¨ßecm2,29×Gewichtkg5,78×Alter+667\text{6MWD} = 2{,}11 \times \text{Größe}{\text{cm}} - 2{,}29 \times \text{Gewicht}{\text{kg}} - 5{,}78 \times \text{Alter} + 667

Die untere Normgrenze ergibt sich als Sollwert minus 153 m bei Männern bzw. minus 139 m bei Frauen, was der fünften Perzentile der Ableitungskohorte entspricht.

Die Ableitungskohorte bestand aus 117 gesunden Männern und 173 gesunden Frauen im Alter von 40 bis 80 Jahren, die alle einen standardisierten 6MWT nach ATS-Protokoll an der University of Arizona absolvierten [1]. Die mediane Gehstrecke betrug 576 m bei Männern und 494 m bei Frauen. Die Regressionsmodelle erklärten etwa 40 Prozent der Varianz der Gehstrecke; 60 Prozent gehen also auf Faktoren außerhalb des Modells zurück: körperliches Aktivitätsniveau, Motivation, Gangmuster und weitere anthropometrische Merkmale. Das ist bei der Interpretation von Abweichungen vom Sollwert zu bedenken.

Interpretation in der Praxis

Der Sollwert gibt an, was eine gesunde Person gleichen Geschlechts, Alters, gleicher Größe und gleichen Gewichts voraussichtlich leistet. Die klinische Interpretation stützt sich auf das Verhältnis von gemessener zu vorhergesagter Gehstrecke, wobei die untere Normgrenze die Abgrenzung unterstützt:

Ergebnis im Verhältnis zum Sollwert Interpretation Klinisches Vorgehen
Gemessen ≥ Sollwert Normale Leistung Keine Funktionseinschränkung nachweisbar; das weitere Vorgehen richtet sich nach dem klinischen Bild
Gemessen zwischen unterer Normgrenze und Sollwert Graubereich Keineswegs sicher pathologisch; individuelle Variabilität berücksichtigen und den Test bei Bedarf wiederholen
Gemessen < untere Normgrenze Auffällig niedrige Leistung Hinweis auf eine Funktionseinschränkung; mögliche Ursachen abklären und im Verlauf kontrollieren
Gemessen < 80 Prozent des Sollwerts Deutlich eingeschränkt Entspricht einer klinisch bedeutsamen Differenz; begründet eine weiterführende Abklärung und ggf. rehabilitative Maßnahmen

Eine Abnahme der 6MWD um etwa 30 m oder mehr bei Wiederholungstestung kann bei Patientinnen und Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen für sich genommen als klinisch bedeutsam gelten [4]. Zu beachten ist jedoch, dass die Schwelle für eine klinisch relevante Veränderung zwischen den Diagnosen variiert und dass ein Lerneffekt beim ersten Testdurchgang bei Wiederholung zu einem systematischen Anstieg führen kann.

Validierung und Testgüte

Die Enright-Gleichungen sind eine der meistzitierten Referenzstandards für die 6MWD, aber keineswegs universell. Im Gegenteil haben wiederholte Studien in verschiedenen Populationen gezeigt, dass geographisch und ethnisch spezifische Referenzwerte nötig sind, um systematische Fehleinschätzungen zu vermeiden.

In einer Vergleichsstudie gesunder Erwachsener in Belgien (n = 239) und Vietnam (n = 303) im Alter von 18 bis 80 Jahren betrug die mittlere Gehstrecke 625 m bzw. 449 m – eine Differenz von 176 m, die auch nach Adjustierung für Alter und Geschlecht bestehen blieb [2]. Die Differenz erklärt sich aus Anthropometrie, BMI, körperlichem Aktivitätsniveau und kulturell geprägten Gangmustern; das Ergebnis zeigt jedoch deutlich, dass dieselbe Vorhersageformel nicht ohne Bias-Risiko in verschiedenen Regionen verwendet werden kann.

In einer singapurischen Kohorte (n = 172, Alter 21 bis 80 Jahre) zeigten Yeung et al., dass neun von elf zuvor publizierten Vorhersageformeln die 6MWD signifikant überschätzten, wenn sie auf ihre Population angewandt wurden [3]. Nur eine von elf Gleichungen ergab ein Resultat, das sich statistisch nicht signifikant vom gemessenen unterschied. Das eigene singapurische Modell erklärte 58 Prozent der Varianz gegenüber 40 Prozent im Original von Enright, indem es unter anderem den Prozentsatz der vorhergesagten maximalen Herzfrequenz und die Herzfrequenzreserve einbezog.

Praktisch bedeutet das, dass die an einer US-amerikanischen Kohorte der späten 1990er-Jahre abgeleiteten Enright-Gleichungen die Gehstrecke in Populationen mit geringerer durchschnittlicher Körpergröße, niedrigerem BMI oder anderem Aktivitätsniveau überschätzen können. Wer 85 Prozent des nach Enright vorhergesagten Werts erreicht, kann für die eigene Population durchaus im Normbereich liegen, während umgekehrt jemand mit 100 Prozent in einer Population mit höherer Norm eine unbemerkte Einschränkung haben kann.

Limitationen

Die Gleichungen gelten für Erwachsene von 40 bis 80 Jahren. Der Rechner erlaubt einen Bereich von 40 bis 100 Jahren, doch für eine Extrapolation auf über 80-Jährige fehlt eine empirische Grundlage aus der Ableitungskohorte. Für jüngere Erwachsene unter 40 Jahren gibt es in den Enright-Gleichungen keine validierte Vorhersage; hier kann anderes Referenzmaterial erforderlich sein.

Ein naheliegender klinischer Fallstrick ist, ein niedriges Ergebnis als Beleg für eine bestimmte Diagnose zu deuten. Die 6MWD ist ein unspezifisches Maß der globalen Gehfähigkeit und kann bei Herzinsuffizienz, COPD, interstitiellen Lungenerkrankungen, pulmonal arterieller Hypertonie, neuromuskulären Erkrankungen, reduziertem Allgemeinzustand, Schmerzen, ungünstiger Streckengestaltung und mangelnder Motivation eingeschränkt sein. Ein subnormales Ergebnis begründet eine weitere Abklärung, keine Diagnose.

Die Testdurchführung beeinflusst das Ergebnis mindestens ebenso stark wie die Patientenfaktoren. Nach den ATS-Leitlinien von 2002 sollte die Gehstrecke mindestens 30 m lang sein, mit Markierungskegeln an den Wendepunkten, mit standardisierter Ermutigung jede Minute und mit der Anweisung, so weit wie möglich zu gehen, ohne zu laufen [5]. Eine kürzere Strecke, fehlende standardisierte Ermutigung oder eine nicht verstandene Instruktion können die Gehstrecke systematisch unterschätzen. Bei der Erstbeurteilung werden zwei Testdurchgänge mit mindestens 30 Minuten Pause empfohlen, da beim zweiten Test ein Lerneffekt von bis zu etwa 2 Prozent auftreten kann [3,4]. Bei Verlaufsmessungen unter Therapie oder Rehabilitation kann ein einzelner Durchgang genügen, wenn der Test bereits bekannt ist.

Unter Betablockern oder bei chronotroper Inkompetenz können die Herzfrequenzmessung und der Prozentsatz der vorhergesagten maximalen Herzfrequenz irreführend sein – ein weiterer Grund, einzelne physiologische Variablen während des Tests nicht überzuinterpretieren.

Quellen

  1. Enright PL, Sherrill DL. Reference equations for the 6-minute walk in healthy adults. Am J Respir Crit Care Med 1998;158(5 Pt 1):1384–7. PMID: 9817683
  2. Nguyen DT, Penta M, Questienne C et al. Normative values in healthy adults for the 6-minute and 2-minute walk tests in Belgium and Vietnam: implications for clinical practice. J Rehabil Med 2024;56:18628. PMID: 38501732
  3. Yeung MT, Chan MY, Huang KS et al. Normative reference values and regression equations to predict the 6-minute walk distance in the Asian adult population aged 21–80 years. Hong Kong Physiother J 2022;42(2):111–124. PMID: 37560171
  4. Puente-Maestu L, Palange P, Casaburi R et al. Use of exercise testing in the evaluation of interventional efficacy: an official ERS statement. Eur Respir J 2016;47(2):429–60. PMID: 26797036
  5. ATS Committee on Proficiency Standards for Clinical Pulmonary Function Laboratories. ATS statement: guidelines for the six-minute walk test. Am J Respir Crit Care Med 2002;166(1):111–7. PMID: 12091180
Nyckelord
6MWDwalk testfunctional capacityEnright