Intensivmedizin·

Schockindex

Hjärtfrekvens dividerat med systoliskt blodtryck för att flagga dold chock.

Aktualisiert 22. August 2026

Inhalt (6)
Chockindex
Hjärtfrekvens
bpm
Systoliskt blodtryck
mmHg
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Nur Entscheidungshilfe. Ersetzt keine klinische Beurteilung. Keiner der Rechner wurde von einer namentlich genannten Ärztin oder einem Arzt geprüft und freigegeben.

Wann sie angewendet wird

  • Screening för dold hemorragisk eller septisk chock när vitalparametrarna var för sig ser betryggande ut.

Formel

Chockindex = hjärtfrekvens / systoliskt blodtryck. Normalt 0,5-0,7; värden >=0,9 talar för cirkulatorisk påverkan.

Fallstricke und Tipps

  • Känsligare än enbart hjärtfrekvens eller blodtryck för tidig chock.
  • Ett modifierat chockindex (HF / medelartärtryck) används ibland som alternativ.

Literatur

  1. Allgower M, Burri C. Dtsch Med Wochenschr. 1967;92(43):1947-50.

Klinischer Hintergrund

Der Schockindex erfüllt eine bestimmte Aufgabe: Er erkennt eine Kreislaufbeeinträchtigung in der kompensierten Phase des Schocks, wenn Herzfrequenz und systolischer Blutdruck je für sich noch beruhigend wirken können. Wer bis zu 450 ml Blut verloren hat, kann Herzfrequenz und Blutdruck weiterhin im Referenzbereich haben, während das Verhältnis der beiden bereits verschoben ist [2]. Genau in diesem Fenster, bevor die Dekompensation offensichtlich wird, liegt der Wert des Schockindex.

Das Instrument soll etablierte Scoring-Systeme wie SOFA oder qSOFA nicht ersetzen und ist selbst kein Laborbefund. Es ist ein schnelles, kostenfreies und am Krankenbett berechenbares Maß der hämodynamischen Belastung, das den Bedarf an weiterer Abklärung oder frühzeitiger Ressourcenzuteilung anzeigen kann.

Berechnung des Schockindex

Der Schockindex ist der Quotient aus Herzfrequenz und systolischem Blutdruck:

Schockindex=Herzfrequenzsystolischer Blutdruck\text{Schockindex} = \frac{\text{Herzfrequenz}}{\text{systolischer Blutdruck}}

Die Variablen sind die beiden Vitalparameter, die bei Triage oder Aufnahme routinemäßig erhoben werden. Der Index ist dimensionslos. Ein Normalwert liegt bei etwa 0,5 bis 0,7, wobei einzelne Daten darauf hindeuten, dass bei jüngeren Patientinnen und Patienten Werte bis etwa 0,9 als normal gelten können [2]. Werte nahe 1,0 zeigen eine verschlechterte Hämodynamik und ein deutliches Schockrisiko an.

Der Schockindex wurde ursprünglich 1967 von Allgöwer und Burri als Maß des hämodynamischen Status bei Blutung und hypovolämem Schock beschrieben [1]. Das Konzept wurde seither in verschiedensten Populationen validiert, von Trauma über Sepsis bis zur Geburtshilfe, doch vor allem in der Traumatologie wurden die Schwellenwerte gegen harte Endpunkte kalibriert.

Interpretation in der Praxis

Schockindex Interpretation Klinisches Vorgehen
0,5–0,7 Normal Keine spezifische Maßnahme aufgrund des Index; Routinevorgehen
0,8–0,9 Grenzbereich Im Kontext bewerten; Messung wiederholen; maskierende Faktoren beachten (Medikamente, Alter)
≥0,9 Kreislaufbeeinträchtigung Gezielte Abklärung einleiten: venöse Blutgasanalyse mit Laktat, ausreichenden venösen Zugang und Volumenstatus prüfen; beim Trauma die Aktivierung eines Massivtransfusionsprotokolls erwägen
≥1,0 Deutliches Schockrisiko Wie potenziellen Schock behandeln; Reanimationsmaßnahmen einleiten und intensivmedizinische Konsultation erwägen

In Traumapopulationen gilt ein SI >0,9 als die am häufigsten akzeptierte Schwelle zur Vorhersage eines Massivtransfusionsbedarfs, auch bei relativ normotensiven Patientinnen und Patienten [2]. In einer retrospektiven Kohorte von 8111 Personen mit stumpfem Trauma war das Risiko einer Aktivierung des Massivtransfusionsprotokolls bei einem SI >0,9 deutlich erhöht, obwohl der systolische Blutdruck über 90 mmHg lag [2].

Bei Sepsis wurde eine niedrigere Schwelle diskutiert. In einer retrospektiven Kohorte von 2524 erwachsenen Patientinnen und Patienten hatten diejenigen mit einem SI >0,7 eine dreifach höhere Wahrscheinlichkeit einer Hyperlaktatämie (Laktat ≥4 mmol/L) als diejenigen mit einem SI <0,7; der negative prädiktive Wert eines normalen SI betrug 95 % [2]. Ein normaler Schockindex kann in der klinischen Arbeit also stützen, einen ausgeprägten Schock vorerst als unwahrscheinlich einzustufen, während ein erhöhter Wert eine weitere Beurteilung veranlasst, für sich genommen aber keine Diagnose begründet.

Validierung und Testgüte

Die umfassendste Zusammenstellung zum Schockindex in der Notaufnahme ist eine Übersichtsarbeit von Koch et al. aus dem Jahr 2019, die die Literatur aus Traumachirurgie, Sepsis, Myokardinfarkt, Lungenembolie und Geburtshilfe sichtete [2]. In Traumapopulationen zeigte der Schockindex eine mäßige bis gute Diskrimination. Eine retrospektive Studie an 16 077 Personen mit stumpfem Trauma fand für den Schockindex eine AUC von 0,79 (95 % KI 0,73–0,85) für die Vorhersage der 48-Stunden-Mortalität bei Patientinnen und Patienten ab 55 Jahren; der altersadjustierte Schockindex schnitt mit einer AUC von 0,83 (95 % KI 0,78–0,88) noch besser ab [2]. Beide übertrafen Herzfrequenz und systolischen Blutdruck jeweils für sich.

In einer breiteren Notaufnahmepopulation von 58 336 Personen hatten diejenigen mit einem SI >1,2 eine fast zwölffach höhere Wahrscheinlichkeit einer stationären Aufnahme als diejenigen mit normalem SI (0,5–0,7) [2].

Bei Sepsis ist der Schockindex jedoch schlechter untersucht und schneidet variabler ab. Eine Vergleichsstudie von Akpinar et al. an 203 Patientinnen und Patienten mit Sepsis oder septischem Schock in einer Notaufnahme fand für den Schockindex eine AUC von 0,67 (p <0,001) für die Vorhersage einer Aufnahme auf Normalstation; für die Aufnahme auf die Intensivstation und für die Ein-Monats-Mortalität war er jedoch nicht statistisch signifikant [3]. Laktat (AUC 0,74) und SOFA (AUC 0,68) waren der Mortalitätsvorhersage überlegen [3]. Der Schockindex lieferte damit mäßige Information für Triageentscheidungen bei Sepsis, hatte aber keine ausreichende Diskriminationsfähigkeit für schwerwiegendere Endpunkte.

In einer Untergruppe von 295 Patientinnen und Patienten mit schwerer Sepsis benötigten 38,6 % derjenigen mit anhaltendem SI >0,8 über mindestens 80 % der in der Notaufnahme erhobenen Messungen innerhalb von 72 Stunden Vasopressoren, gegenüber 11,6 % derjenigen ohne anhaltende Erhöhung [2]. Das spricht dafür, dass serielle Messungen gegenüber einer Einzelmessung einen Zusatznutzen bringen können.

Limitationen

Der Schockindex gilt für erwachsene Patientinnen und Patienten. Für Kinder existiert eine pädiatrische, altersadjustierte Variante (SIPA), die sich als zuverlässiger erwiesen hat als die Erwachsenenschwellen und zu bevorzugen ist [2].

Mehrere Faktoren können den Index verzerren. Betablocker und Kalziumkanalblocker können die Herzfrequenz senken und den Schockindex damit trotz deutlicher Hypovolämie zu niedrig erscheinen lassen. Personen mit chronischer Hypertonie können einen erhöhten systolischen Ausgangsblutdruck haben, wodurch der Quotient niedriger wirkt als bei Normotonen. Eine Hirnschädigung kann unabhängig vom Volumenstatus eine Brady- oder Tachykardie verursachen, und bei autonomer Neuropathie, etwa bei langjährigem Diabetes, kann der Kompensationsmechanismus gestört sein.

Der Schockindex beruht auf einer Einzelmessung bei Aufnahme und erfasst die Dynamik des Zustands nicht. Bei Sepsis deuten die Daten darauf hin, dass serielle Messungen während des Aufenthalts in der Notaufnahme aussagekräftiger sein können [2]. Zudem ist ein erhöhter Schockindex nicht als Diagnose zu deuten, sondern als Aufforderung, ihn durch Laktat, venöse Blutgasanalyse und gezielte klinische Beurteilung zu ergänzen. Der positive prädiktive Wert ist niedrig, besonders bei Sepsis, während der negative prädiktive Wert hoch ist (95 % in einer Sepsiskohorte) [2].

Eine modifizierte Variante, der MSI (Herzfrequenz geteilt durch den mittleren arteriellen Druck), wurde vorgeschlagen, um auch den diastolischen Blutdruck einzubeziehen. Eine prospektive Studie an 9860 Traumapatientinnen und -patienten fand, dass sowohl ein niedriger (<0,7) als auch ein hoher (>1,3) MSI mit einer höheren Mortalität einherging, was auf ein bimodales Muster hinweist, bei dem ein niedriger MSI eher eine Hirnschädigung oder Hyperperfusion als eine Hypovolämie widerspiegeln kann [2]. Der MSI ist im Rechner nicht enthalten und erfordert für die Berechnung den diastolischen Blutdruck.

Quellen

  1. Allgöwer M, Burri C. Schockindex. Dtsch Med Wochenschr 1967. PMID: 5299199
  2. Koch E, Lovett S, Nghiem T et al. Shock index in the emergency department: utility and limitations. Open Access Emerg Med 2019. PMID: 31616192
  3. Akpinar G, Bulut SP, Ozsemerci HA et al. Sepsis prognosis in the emergency department: assessment of shock indices, SOFA, qSOFA, and lactate. Int J Emerg Med 2026. PMID: 42310527
Nyckelord
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