In ggplot2 wird standardmäßig ein kartesisches Koordinatensystem verwendet. In diesem Koordinatensystem gibt es eine x-Achse und eine y-Achse, die sich im rechten Winkel schneiden. Der Schnittpunkt wird als Ursprung bezeichnet. Mit einer Reihe nützlicher Funktionen lassen sich die Koordinaten verändern. Um die Wirkung dieser Funktionen zu veranschaulichen, beginnen wir mit einer Grafik mit den Standardeinstellungen für die Koordinaten. Die Grafik wird mit Daten aus gapminder erstellt und zeigt Boxplots der Lebenserwartung für jeden Kontinent:
ggplot(data = gapminder,
aes(x = continent,
y = lifeExp)) +
geom_boxplot()
Vertauschte Koordinaten erzeugen Sie mit coord_flip(), und zwar wie folgt:
ggplot(data = gapminder,
aes(x = continent,
y = lifeExp)) +
geom_boxplot() +
coord_flip()
Zwar lässt sich dasselbe Ergebnis auch erzielen, indem man die Variablen für x und y in aes() vertauscht, dennoch ist coord_flip() manchmal notwendig, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen.
Polarkoordinaten
Mit coord_polar() werden die Koordinaten in Polarkoordinaten transformiert. Zur Veranschaulichung wird unten geom_bar() mit und ohne coord_polar() verwendet.
## Mit coord_polar()
ggplot(data = gapminder) +
geom_bar(aes(x = continent,
fill=continent),
width = 1) +
coord_polar()
## Ohne coord_polar()
ggplot(data = gapminder) +
geom_bar(aes(x = continent,
fill=continent),
width = 1)

Karten
Mit der Funktion coord_quickmap() erhalten Karten korrekte Proportionen auf der x-Achse und der y-Achse. Wir verwenden die Funktion map_data(), um die Kartenumrisse der USA zu importieren, und anschließend geom_polygon(), um das Land mit ggplot() zu zeichnen. Damit die Karte die korrekten Abmessungen erhält, verwenden wir coord_quickmap():
usa <- map_data("usa")
ggplot(usa, aes(long, lat, group = group)) +
geom_polygon(fill = "white", color = "black") +
coord_quickmap()