Größe und Masse des linken Ventrikels
Die linksventrikuläre Masse ist ein fehlerhafter Proxy für die ventrikuläre systolische Funktion und Belastung. Die Masse ist jedoch ein wichtiger Parameter bei der Beurteilung der ventrikulären Hypertrophie und Kardiomyopathie. Zahlreiche Formeln wurden entwickelt, um die ventrikuläre Masse nährungsweise zu berechnen. Die meisten Formeln sind einfache mathematische Gleichungen, die in allen Ultraschallgeräten enthalten sind. Sie gehen davon aus, dass die Geometrie des linken Ventrikels normal ist.

MasseLV = 1,05 (MasseTotal − MasseHöhle) LV = linker Ventrikel; 1,05 = Myokardiale Massenkonstante.
Linksventrikuläre Hypertrophie
Die Diagnose einer linksventrikulären Hypertrophie basiert auf der gesamten linksventrikulären Masse. Diese kann berechnet werden, indem die in Abbildung 1 gezeigten Messungen durchgeführt werden. Die linksventrikuläre Masse wird auf die Körperoberfläche indexiert (LV-Massenindex), wofür Größe und Gewicht des Patienten benötigt werden; bei linearen Messungen ist eine linksventrikuläre Hypertrophie als LV-Massenindex >115 g/m² bei Männern und >95 g/m² bei Frauen definiert. Das Ultraschallgerät berechnet außerdem die relative Wanddicke (RWT, relative wall thickness) als (2 × Hinterwanddicke) / enddiastolischer LV-Durchmesser. Die RWT beschreibt die Art der Hypertrophie: konzentrisch bei RWT >0,42, exzentrisch bei RWT ≤0,42 (Lang et al. 2015, PMID 25559473).
In der Regel wird Hypertrophie als Wanddicke von mehr als 12 mm definiert. Daher sollte eine Wanddicke von >12 mm den Verdacht auf eine Hypertrophie erwecken.