Cauda-equina-Syndrom: Diagnostik und Akutmanagement

Zusammenfassung

Das Cauda-equina-Syndrom ist ein klinisches Syndrom, das durch eine Schädigung sakraler Nervenwurzeln entsteht, meist durch einen großen zentralen lumbalen Bandscheibenvorfall. Neu aufgetretene Blasenfunktionsstörungen, Darmfunktionsstörungen, eine Reithosenanästhesie bzw. -hypästhesie oder eine sexuelle Funktionsstörung sollten den Verdacht wecken. Eine bilaterale Ischialgie und progrediente motorische Ausfälle erhärten den Verdacht, sind für die Diagnose aber nicht erforderlich. Eine normale perineale Sensibilität, ein normaler Analsphinktertonus oder ein geringer Restharn schließen die Erkrankung nicht aus. Kein einzelnes Symptom und kein einzelner Untersuchungsbefund hat eine ausreichende Sensitivität, um eine Kompression sicher auszuschließen [1,2].

Ein Verdacht auf ein Cauda-equina-Syndrom ist als zeitkritischer Zustand zu behandeln, mit strukturierter Anamnese und neurologischem Status, Blasenscan nach der Miktion und notfallmäßiger MRT der Lendenwirbelsäule und des Sakrums. Ein Restharn von mindestens 200 ml erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Kompression, darf aber nur ergänzend zur klinischen Beurteilung herangezogen werden [3]. Bei MRT-gesicherter Kompression ist umgehend ein Wirbelsäulenchirurg zu kontaktieren, damit die Dekompression erfolgt, sobald dies praktisch und medizinisch möglich ist, vorzugsweise innerhalb von 24 Stunden und spätestens innerhalb von 48 Stunden nach Beginn der neu aufgetretenen syndromspezifischen Symptome. Die Evidenz für ein exaktes Zeitfenster ist jedoch unsicher, und Beobachtungsstudien sind widersprüchlich [1,4,5]. Eine verzögerte Vorstellung ist kein Grund, auf eine Operation zu verzichten.

Hintergrund und Epidemiologie

Die Cauda equina besteht aus den lumbalen, sakralen und kokzygealen Nervenwurzeln unterhalb des distalen Rückenmarksendes. Das Cauda-equina-Syndrom bezeichnet eine Funktionsstörung einer oder mehrerer sakraler Nervenwurzeln ab S2 abwärts mit mindestens einem der folgenden Merkmale:

  • Blasenfunktionsstörung oder Darmfunktionsstörung
  • Reithosenanästhesie bzw. -hypästhesie
  • sexuelle Funktionsstörung

Lumbale Rückenschmerzen, radikuläre Beinschmerzen sowie motorische oder sensible Ausfälle in den Beinen sind häufig, für die Diagnose aber nicht erforderlich [6].

Die Erkrankung ist selten. Die berichtete Inzidenz liegt bei etwa 0,3 bis 0,6 Fällen pro 100 000 Einwohner und Jahr, populationsbasierte Schätzungen variieren jedoch und können je nach Diagnosedefinition und Erfassung höher liegen [1]. Die häufigste Ursache ist ein großer zentraler oder paramedianer Bandscheibenvorfall, meist in Höhe L4-L5 oder L5-S1. In einer britischen prospektiven Kohorte mit 621 operierten Patienten lag die Kompression bei 50 Prozent in Höhe L4-L5 und bei 36 Prozent in Höhe L5-S1 [4].

Weitere Ursachen sind:

  • ausgeprägte degenerative Spinalkanalstenose, mitunter mit einem kleineren neu aufgetretenen Bandscheibenvorfall
  • spinaler epiduraler Abszess oder Spondylodiszitis
  • spinales epidurales Hämatom, spontan, postoperativ oder nach neuraxialer Intervention
  • Trauma mit Fraktur, Luxation oder intraspinaler Blutung
  • primärer oder metastatischer Tumor
  • postoperative Kompression, etwa durch Hämatom, Restbandscheibengewebe oder fehlplatziertes Implantat
  • seltener Gefäßmalformation, entzündliche Erkrankung oder andere raumfordernde Prozesse

Bandscheibenvorfälle sollen in gemischten Kollektiven etwa 45 Prozent der Fälle ausmachen. Ein iatrogenes Cauda-equina-Syndrom nach lumbaler Operation oder Intervention wurde in einigen Serien bei etwa 0,2 bis 1,2 Prozent beschrieben, das Risiko variiert jedoch stark mit Art des Eingriffs und Definition [1].

Sagittalschnitt durch Lendenwirbelsäule und Kreuzbein, in dem das Rückenmark im Conus medullaris endet und ein Bündel von Nervenwurzeln im Duralsack nach unten weiterzieht. Ein zentraler Bandscheibenvorfall zwischen dem vierten und fünften Lendenwirbel drückt in den Spinalkanal und komprimiert die Nervenwurzeln.
Unterhalb des Conus medullaris verlaufen die lumbalen und sakralen Nervenwurzeln als Cauda equina im Duralsack. Ein großer zentraler Bandscheibenvorfall, hier auf Höhe L4-L5, kann das gesamte Wurzelbündel komprimieren, sodass auch die sakralen Wurzeln für Blase, Darm und Reithosenregion betroffen sind.

Pathophysiologie und Klassifikation

Die Schädigung entsteht durch mechanische Kompression, venöse Stase, beeinträchtigte Mikrozirkulation und nachfolgende Ischämie der Nervenwurzeln. Sowohl Ausmaß als auch Dauer der Kompression sind wahrscheinlich von Bedeutung. Sakrale autonome Fasern steuern Detrusorfunktion, Sphinkteren, Darm und Sexualfunktion. Eine frühe Blasenbeteiligung kann sich daher eher als verändertes Empfinden äußern als als offensichtliche Retention.

Die Klassifikation nach Lavy et al. beschreibt die Progression vom vermuteten oder frühen Syndrom über das inkomplette Syndrom bis hin zur Retention [6].

Kategorie Klinische Bedeutung
Vermutetes Cauda-equina-Syndrom, CESS Keine Blasen-, Darm-, Genital- oder Perinealsymptome, aber bilaterale Ischialgie oder motorischer bzw. sensibler Ausfall in den Beinen (klinisches CESS) oder bekannter großer Bandscheibenvorfall in einer früheren MRT (radiologisches CESS)
Frühes symptomatisches Syndrom Veränderte perineale Sensibilität oder subtile Veränderung der Miktionsfunktion, aber normale oder nahezu normale Blasenentleerung
Inkomplettes Syndrom, CESI (incomplete CES) Neurogene Blasenentleerungsstörung bei erhaltener willkürlicher Blasenkontrolle, etwa vermindertes Harndranggefühl, schwacher Harnstrahl oder Notwendigkeit der Bauchpresse
Syndrom mit Retention, CESR (CES with retention) Schmerzlose Harnretention oder Überlaufinkontinenz mit Verlust der willkürlichen Kontrolle über die Blasenentleerung
Komplettes Syndrom Ausgeprägter oder vollständiger Verlust der sakralen sensiblen, motorischen und autonomen Funktion

Die Klassifikation ist für Kommunikation und Prognose nützlich, darf die Bildgebung aber nicht verzögern. Der Übergang zwischen den Stadien kann allmählich oder rasch erfolgen, und die retrospektive Einteilung zeigt eine geringe Übereinstimmung zwischen Klinikern [4].

Ein Conus-medullaris-Syndrom kann ein ähnliches Bild hervorrufen, wird aber durch eine Läsion im Bereich des distalen Rückenmarks verursacht, meist in Wirbelkörperhöhe T12-L1. Die Symptome sind häufig symmetrischer und können sowohl zentralmotorische als auch peripher-neurogene Befunde umfassen. Die klinischen Bilder überlappen so stark, dass zur Höhendiagnostik eine MRT erforderlich ist [1].

Schematische Übersicht der Nervenbahnen zur Harnblase mit kortikalen Arealen und pontinem Miktionszentrum oben, sakralem Miktionszentrum in S2 bis S4 sowie den autonomen und somatischen Bahnen zum Detrusor und zum inneren und äußeren Sphinkter.
Die Blasenentleerung erfordert das Zusammenwirken der sakralen Segmente S2 bis S4, des pontinen Miktionszentrums und kortikaler Areale. Eine Kompression der sakralen Wurzeln in der Cauda equina beeinträchtigt daher sowohl das Harndranggefühl als auch die willkürliche Entleerung, bevor eine schmerzlose Retention auftritt. Quelle: PeaceBoA, CC BY 4.0 (Wikimedia Commons)

Klinisches Bild

Blasenfunktionsstörung

Nach Blasensymptomen ist konkret zu fragen. Die Frage, ob der Patient inkontinent ist, reicht nicht aus. Frühe Symptome umfassen:

  • verändertes Gefühl der Blasenfüllung
  • vermindertes oder fehlendes Harndranggefühl
  • Schwierigkeiten, die Miktion einzuleiten
  • schwacher oder unterbrochener Harnstrahl
  • Notwendigkeit der Bauchpresse
  • neu aufgetretenes Gefühl der unvollständigen Entleerung
  • veränderte Empfindung beim Harnabgang
  • neu aufgetretene Episoden von Urinverlust

Schmerzlose Retention und Überlaufinkontinenz sind Spätbefunde. Schmerzen, Opioide, Anticholinergika, Obstipation, Prostatavergrößerung und Angst können gleichzeitig Miktionsstörungen verursachen und müssen berücksichtigt werden, ohne dass eine neurologische Ursache verworfen wird.

Sensible und sexuelle Symptome

Zu erfragen sind Taubheitsgefühl, Kribbeln oder veränderte Sensibilität perianal, im Genitalbereich, an der Oberschenkelinnenseite und gluteal. Patienten beschreiben unter Umständen eine veränderte Empfindung beim Toilettengang, beim Abwischen, beim Geschlechtsverkehr oder bei Kontakt mit der Unterwäsche.

Eine sexuelle Funktionsstörung kann sich als neu aufgetretene erektile Dysfunktion, verminderte genitale Sensibilität, ausbleibender Orgasmus oder veränderte Ejakulation äußern. Diese Symptome werden zu selten berichtet, wenn nicht ausdrücklich danach gefragt wird.

Darmfunktion

Darmsymptome umfassen neu aufgetretene Stuhlinkontinenz, vermindertes rektales Füllungsgefühl, Schwierigkeiten, Wind von Stuhl zu unterscheiden, oder die Unfähigkeit, die Defäkation einzuleiten. Obstipation an sich ist unspezifisch, insbesondere unter Opioidtherapie.

Schmerzen und Ausfälle in den Beinen

Lumbale Rückenschmerzen und Ischialgie sind häufig. Eine bilaterale Ischialgie gilt als Warnzeichen, ihr Fehlen schließt das Syndrom wegen der geringen Sensitivität jedoch nicht aus. In einer prospektiven Studie betrug die Sensitivität der bilateralen Ischialgie 32,4 Prozent [3]. Motorische Ausfälle können die Dorsalextension im Sprunggelenk, die Großzehenextension, die Plantarflexion oder die Kniefunktion betreffen. Die Ausfälle können asymmetrisch sein.

In der britischen Kohorte hatten 96 Prozent Rückenschmerzen, 93 Prozent eine Ischialgie, 83 Prozent eine Blasenfunktionsstörung und 81 Prozent eine Reithosenhypästhesie. Eine Darmfunktionsstörung wurde bei 39 Prozent berichtet, eine sexuelle Funktionsstörung bei 38 Prozent derjenigen, bei denen die Sexualfunktion erfasst worden war [4].

In einer systematischen Übersichtsarbeit lag die gepoolte Sensitivität einzelner Warnbefunde (unter anderem verminderter Analtonus, Reithosenanästhesie, Harnretention sowie Harn- oder Stuhlinkontinenz) zwischen 0,19 und 0,43 und die Spezifität zwischen 0,62 und 0,88. Ein positiver Befund rechtfertigt daher eine rasche Abklärung, während sein Fehlen die Diagnose nicht sicher ausschließen kann [2].

Abklärung und Diagnostik

Sofortige Beurteilung

Zu dokumentieren sind Zeitpunkt des Beginns und Progression von Blasensymptomen, perinealer Sensibilitätsstörung, Darmbeschwerden, sexueller Funktionsstörung und motorischen Ausfällen. Der genaue Symptombeginn ist oft schwer festzulegen. Daher ist anzugeben, welches Symptom zeitlich eingeordnet wird und ob die Angabe vom Patienten, aus der Krankenakte oder vom Untersucher stammt.

Gleichzeitig sind Risikofaktoren und mögliche alternative Ursachen zu erfragen:

  • Fieber, kürzlich durchgemachte Infektion, intravenöser Drogenkonsum oder Immunsuppression
  • bekannte Malignität oder ungeklärter Gewichtsverlust
  • Trauma
  • Antikoagulanzien, Gerinnungsstörung oder Thrombozytenaggregationshemmer
  • kürzlich erfolgte lumbale Operation, Lumbalpunktion, Epiduralanästhesie oder spinale Injektion
  • vorbestehende Miktionsprobleme, Beckenbodenbeschwerden oder neurologische Erkrankung
  • Arzneimittel, die die Blasenfunktion beeinflussen

Die Untersuchung umfasst:

  1. Gehfähigkeit, sofern dies sicher ist.
  2. Motorik von Hüfte, Knie, Sprunggelenk und Großzehe.
  3. Sensibilität in den relevanten lumbalen und sakralen Dermatomen.
  4. Patellarsehnen- und Achillessehnenreflex.
  5. Perineale und perianale Sensibilität, möglichst sowohl für leichte Berührung als auch für Nadelstich.
  6. Willkürliche Analkontraktion, sofern eine rektale Untersuchung klinisch indiziert erscheint.
  7. Palpation der Blase und Messung des Restharns nach der Miktion.

Die Untersuchung darf die MRT nicht verzögern. Die digital-rektale Untersuchung des Ruhetonus hat eine geringe diagnostische Treffsicherheit. In einer Metaanalyse von sechs Studien mit 741 Patienten betrug die Sensitivität lediglich 0,23 bis 0,53. Ein normaler Tonus kann daher falsche Sicherheit vermitteln und darf niemals zum Ausschluss einer Kompression herangezogen werden [7].

Blasenscan

Der Restharn ist so bald wie möglich nach spontaner Miktion zu messen. Zu dokumentieren ist, ob der Patient die Blasenfüllung spüren, die Miktion normal einleiten und ohne Bauchpresse entleeren konnte. Kann der Patient nicht miktionieren, ist die Blase vor der Katheterisierung zu scannen und das abgelassene Volumen zu dokumentieren.

Restharn Interpretation bei Verdacht auf Cauda-equina-Syndrom
Unter 50 ml Bei jüngeren Erwachsenen meist normal, schließt ein frühes Syndrom aber nicht aus
50 bis 199 ml Unspezifischer Bereich, muss zusammen mit Symptomen und Befund beurteilt werden
Mindestens 200 ml Pathologisch unvollständige Entleerung und erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Kompression
Über 500 ml Ausgeprägte Retention und sehr starkes Warnzeichen, Differenzialdiagnosen existieren jedoch

In einer prospektiven Studie mit 260 Patienten hatte der Grenzwert von mindestens 200 ml eine Sensitivität von 94,1 Prozent, eine Spezifität von 66,8 Prozent und einen negativen prädiktiven Wert von 98,7 Prozent [3]. Das Ergebnis ist jedoch populationsabhängig und darf nicht so interpretiert werden, dass niedrigere Werte das Syndrom ausschließen. In einer Serie MRT-gesicherter medikolegaler Fälle hatten 13 von 26 Patienten trotz eines Restharns von höchstens 200 ml eine eindeutige Kompression. Alle hatten ein inkomplettes Syndrom und wurden notfallmäßig dekomprimiert [8]. Auch in der großen britischen Kohorte hatten 59 Prozent der Patienten mit Blasenscan einen Restharn unter 200 ml [4].

{
  "$schema": "https://vega.github.io/schema/vega-lite/v5.json",
  "width": "container",
  "height": 200,
  "data": {
    "values": [
      {"fynd": "Einzelne Warnbefunde (gepoolt)", "lag": 19, "hog": 43, "etikett": "19–43 %", "etikettX": 43},
      {"fynd": "Verminderter rektaler Ruhetonus", "lag": 23, "hog": 53, "etikett": "23–53 %", "etikettX": 53},
      {"fynd": "Bilaterale Ischialgie", "punkt": 32.4, "etikett": "32 %", "etikettX": 32.4},
      {"fynd": "Restharn mindestens 200 ml", "punkt": 94.1, "etikett": "94 %", "etikettX": 94.1}
    ]
  },
  "encoding": {
    "y": {
      "field": "fynd",
      "type": "nominal",
      "sort": ["Einzelne Warnbefunde (gepoolt)", "Verminderter rektaler Ruhetonus", "Bilaterale Ischialgie", "Restharn mindestens 200 ml"],
      "title": null,
      "axis": {"labelLimit": 260, "labelFontSize": 13, "ticks": false, "domain": false}
    },
    "x": {
      "type": "quantitative",
      "scale": {"domain": [0, 112]},
      "title": "Sensitivität für Kompression in der MRT (%)",
      "axis": {"values": [0, 25, 50, 75, 100], "labelFontSize": 12, "titleFontSize": 12, "grid": true}
    }
  },
  "layer": [
    {
      "transform": [{"filter": "isValid(datum.lag)"}],
      "mark": {"type": "bar", "color": "#0e7490", "cornerRadius": 3, "height": {"band": 0.34}},
      "encoding": {"x": {"field": "lag"}, "x2": {"field": "hog"}}
    },
    {
      "transform": [{"filter": "isValid(datum.punkt)"}],
      "mark": {"type": "point", "filled": true, "color": "#0e7490", "size": 150, "opacity": 1},
      "encoding": {"x": {"field": "punkt"}}
    },
    {
      "mark": {"type": "text", "align": "left", "dx": 10, "fontSize": 12, "color": "#444444"},
      "encoding": {"x": {"field": "etikettX"}, "text": {"field": "etikett"}}
    }
  ],
  "config": {"view": {"stroke": null}}
}

Sensitivität verschiedener Befunde bei Verdacht auf Cauda-equina-Syndrom mit Kompression in der MRT als Referenz: gepoolte Sensitivität einzelner Warnbefunde 19 bis 43 Prozent [2], verminderter Ruhetonus bei der rektalen Untersuchung 23 bis 53 Prozent [7], bilaterale Ischialgie 32,4 Prozent und Restharn von mindestens 200 ml 94,1 Prozent [3]. Balken zeigen die Spannweite zwischen Befunden bzw. Studien, Punkte einzelne Schätzwerte. Der hohen Sensitivität des Restharns steht eine geringe Spezifität von 66,8 Prozent gegenüber [3].

Bildgebung

Die notfallmäßige MRT der Lendenwirbelsäule und des Sakrums ohne Kontrastmittel ist die Untersuchung der ersten Wahl bei Verdacht auf Kompression. Sie soll Höhe, Ausmaß und Ursache der Kompression darstellen. Sämtliche in einer systematischen Übersichtsarbeit identifizierten internationalen Leitlinien empfahlen bei relevanten Warnbefunden eine notfallmäßige MRT [9].

Kontrastmittel sollte erwogen werden, wenn eine Infektion, ein Tumor, ein entzündlicher Prozess oder eine postoperative Komplikation vermutet wird. Bei klinischen Zeichen einer Konus- oder Rückenmarksbeteiligung ist die Untersuchung nach kranial auszudehnen. Ist die MRT absolut kontraindiziert oder nicht durchführbar, kann nach Rücksprache mit Radiologie und Wirbelsäulenchirurgie eine CT-Myelographie eingesetzt werden. Eine konventionelle CT ohne Myelographie ist für Weichteilkompressionen weniger sensitiv und keine gleichwertige Alternative.

Ein hoher Anteil der Notfall-MRT-Untersuchungen ist hinsichtlich einer relevanten Kompression negativ. Dies ist eine zu erwartende Folge der geringen Sensitivität und Spezifität klinischer Befunde und kein Argument, die Schwelle bei begründetem Verdacht anzuheben [10].

Laboruntersuchungen

Laboruntersuchungen dürfen die MRT oder die Kontaktaufnahme mit der Chirurgie nicht verzögern. Vor einer möglichen Operation werden üblicherweise Blutbild, Elektrolyte, Kreatinin, Glukose, Gerinnungsparameter und Blutgruppenbestimmung nach lokalem Standard abgenommen. CRP, Leukozyten und Blutkulturen sind bei Infektionsverdacht besonders wichtig. Fehlendes Fieber oder geringe Entzündungsaktivität schließen einen epiduralen Abszess nicht aus. Die klassische Trias aus Rückenschmerzen, Fieber und neurologischem Ausfall liegt nur bei etwa 10 bis 15 Prozent vor [11].

Differenzialdiagnosen

Erkrankung Hinweise Weiteres Vorgehen
Conus-medullaris-Syndrom Symmetrischere Ausfälle, mögliche zentralmotorische Komponente, Läsion im Bereich T12-L1 MRT mit ausreichender kranialer Abdeckung, notfallmäßige Kontaktaufnahme mit der Wirbelsäulenchirurgie
Epiduraler Abszess Infektion, Immunsuppression, intravenöser Drogenkonsum, kürzlich erfolgter Eingriff, Fieber kann fehlen MRT mit Kontrastmittel, Blutkulturen, notfallmäßige infektiologische und chirurgische Beurteilung
Epidurales Hämatom Plötzliche starke Schmerzen, rasch progrediente Ausfälle, Antikoagulanzien oder Intervention Notfall-MRT, Antagonisierung der Antikoagulation nach lokalem Standard, sofortige Kontaktaufnahme mit der Chirurgie
Tumorkompression Bekannte Krebserkrankung, nächtliche Schmerzen, Gewichtsverlust, schleichend zunehmende Ausfälle Notfall-MRT, onkologisches und wirbelsäulenchirurgisches Management
Schwere schmerz- oder arzneimittelbedingte Harnretention Ausgeprägte Schmerzen, Opioide oder Anticholinergika, keine sakralen Ausfälle Diagnose erst nach Ausschluss einer Kompression bei begründetem Verdacht
Urologische Obstruktion Prostatavergrößerung, Striktur, vorbestehende urologische Symptome Urologische Beurteilung, eine gleichzeitige Wirbelsäulenerkrankung erfordert jedoch eine weitere neurologische Abklärung
Periphere Neuropathie oder Polyradikulitis Generalisiertere oder aufsteigende Symptome, anderer zeitlicher Verlauf Neurologische Abklärung nach notfallmäßiger bildgebender Beurteilung
Funktionelle neurologische Symptome Inkonsistente Ausfälle, erhebliche Schmerz- oder psychiatrische Komorbidität, normale MRT Positivdiagnostik einer funktionellen Störung nach Ausschluss einer strukturellen Ursache

Das spontane spinale epidurale Hämatom ist selten, aber zeitkritisch. Eine systematische Übersichtsarbeit fand, dass der präoperative neurologische Schweregrad, eine Warfarintherapie und die Zeit bis zur Hämatomausräumung mit dem Outcome assoziiert waren [12].

MRT-negativer Verdacht

Ein MRT-negatives vermutetes Cauda-equina-Syndrom bedeutet, dass der Patient passende Symptome, aber keine radiologische Kompression aufweist, die diese erklärt. Mögliche Mechanismen sind eine akute schmerzbedingte Störung der Blasenkontrolle, Arzneimittelwirkungen, eine vorbestehende Blasenfunktionsstörung und funktionelle neurologische Symptome. Die wissenschaftliche Literatur ist heterogen, und ein etabliertes einheitliches Behandlungsprotokoll fehlt [10].

Eine negative lumbale MRT beendet die Abklärung nicht automatisch. Es ist zu prüfen, ob die richtige anatomische Region abgebildet wurde, und an Infektion, Tumor, Konusläsion, entzündliche Polyradikulopathie und urologische Erkrankungen zu denken. Bei neuen oder progredienten objektiven Ausfällen ist eine Neubewertung und gegebenenfalls eine erneute oder erweiterte Bildgebung erforderlich.

Akutmanagement

flowchart TD
A["Neue Blasenfunktionsstörung,<br>Reithosenhypästhesie,<br>Darm- oder Sexualfunktionsstörung"] --> B["Strukturierte Anamnese und<br>vollständiger neurologischer Status"]
B --> C["Blasenscan nach Miktion,<br>ohne die MRT zu verzögern"]
C --> D["Notfall-MRT LWS und Sakrum,<br>Wirbelsäulenchirurg<br>parallel kontaktieren"]
D --> E["Zeigt die MRT eine Kompression<br>der Cauda equina?"]
E -->|Ja| F["Ursache, Höhe und<br>neurologischen Schweregrad festlegen"]
E -->|Nein| G["Diagnose überdenken und<br>erweiterte MRT<br>mit Kontrastmittel erwägen"]
F --> H["Blase entlasten und<br>für die Operation optimieren"]
H --> I["Chirurgische Dekompression<br>ohne Verzögerung, möglichst<br>innerhalb von 24 Stunden"]
I --> J["Postoperative Kontrolle von<br>Motorik, Sensibilität, Blasen-<br>und Darmfunktion"]

Vorgehen bei Verdacht auf Cauda-equina-Syndrom. Neurologischer Status und Blasenscan dürfen die Notfall-MRT nicht verzögern, und der Wirbelsäulenchirurg wird parallel zur Untersuchung kontaktiert.

Erstmaßnahmen

  • Frühzeitig die wirbelsäulenchirurgische Abteilung kontaktieren, am besten parallel zur Anforderung der MRT.
  • Den Patienten nüchtern lassen, wenn eine Operation infrage kommt.
  • Ausreichend analgesieren, den neurologischen Status nach Möglichkeit jedoch vor einer sedierenden Behandlung dokumentieren.
  • Peripheren Venenzugang legen und präoperative Laborwerte abnehmen.
  • Antikoagulanzien, letzte Dosis und Indikation dokumentieren. Die Antagonisierung wird gemeinsam mit Chirurgie, Anästhesie und bei Bedarf Gerinnungsexperten geplant.
  • Bei Retention ist die Blase zu entlasten. Zu dokumentieren sind das gescannte Volumen, das abgelassene Volumen, die Wahrnehmung des Katheterzugs, sofern getestet, und ob die Retention schmerzhaft oder schmerzlos war.
  • Bei Trauma wird der Patient nach etablierten Traumaprinzipien immobilisiert und abgeklärt.
  • Steroide werden beim durch einen Bandscheibenvorfall verursachten Cauda-equina-Syndrom nicht routinemäßig empfohlen, da ein Nutzennachweis fehlt [1]. Die Tumorkompression ist eine gesonderte Situation und nach dem Protokoll für maligne spinale Kompression zu behandeln.

Chirurgische Therapie

Eine MRT-gesicherte Kompression mit passender Klinik wird durch Dekompression der Nervenwurzeln und Behandlung der Ursache versorgt, meist durch Laminektomie oder Laminotomie mit Diskektomie. Der genaue Eingriff richtet sich nach Höhe und Ausdehnung der Kompression, spinaler Stabilität und Ätiologie.

Die Operation ist durchzuführen, sobald dies sicher und praktisch möglich ist. Konsensusempfehlungen nennen vorzugsweise weniger als 24 Stunden und innerhalb von 48 Stunden nach Beginn der akuten syndromspezifischen Symptome [1]. Ein solches Ziel darf nicht dahingehend missverstanden werden, dass es akzeptabel sei, nach Diagnosestellung 48 Stunden abzuwarten.

Die Evidenz für die Zeitgrenzen ist überwiegend retrospektiv und heterogen. Eine ältere Metaanalyse mit 322 Patienten fand eine bessere motorische, sensible, Blasen- und Darmfunktion, wenn die Dekompression innerhalb von 48 Stunden statt später erfolgte, jedoch keinen sicheren Unterschied zwischen weniger als 24 Stunden und 24 bis 48 Stunden [5]. Eine neuere Metaanalyse von 22 Studien mit 852 Patienten fand eine persistierende Blasenfunktionsstörung bei 24,6 Prozent in Studien mit Dekompression innerhalb von 48 Stunden gegenüber 50,3 Prozent in Studien, in denen die mittlere Zeit 48 Stunden überschritt. Die Konfidenzintervalle waren breit, und die Studien wiesen ein erhebliches Risiko für Confounding auf [13].

Die prospektive britische Kohorte fand dagegen keinen unabhängigen Zusammenhang zwischen der Zeit bis zur Operation und der Blasenfunktion oder dem Funktionsniveau nach einem Jahr. Patienten mit schwererer Retention wurden früher operiert, was einen Indikationsbias verdeutlicht. Nahezu alle wurden innerhalb eines Tages nach Aufnahme operiert, weshalb die Studie nicht belegen kann, dass eine krankenhausbedingte Verzögerung unbedenklich ist [4].

Praktisch gilt daher:

  • ohne unnötige Verzögerung operieren, wenn Klinik und MRT übereinstimmen
  • Patienten mit progredienten Ausfällen oder inkomplettem Syndrom besonders priorisieren, da hier weitere Funktion verloren gehen kann
  • auch bei etablierter Retention operieren, da eine Besserung weiterhin möglich ist
  • nicht allein deshalb auf eine Operation verzichten, weil 24 oder 48 Stunden verstrichen sind

In einer kleinen Serie mit 19 Patienten mit Syndrom mit Retention (CESR), die sich alle nach mehr als 72 Stunden vorstellten und im Mittel nach 11 Tagen dekomprimiert wurden, erreichten 74 Prozent ein optimales Harnfunktionsergebnis, auch wenn die Erholung oft Monate dauerte [14]. Auch Serien spät vorstelliger Patienten zeigen, dass sich eine neurologische Besserung noch lange nach der Dekompression fortsetzen kann [15].

Nachsorge und Prognose

Postoperativ sind Motorik, Sensibilität in den Beinen und im Reithosenareal, Blasenfunktion, Darmfunktion und neu aufgetretene Schmerzen zu kontrollieren. Eine akute Verschlechterung nach der Operation erfordert die sofortige Kontaktaufnahme mit dem Operateur und häufig eine erneute Notfall-MRT, um Hämatom, Restkompression oder eine andere Komplikation auszuschließen.

Die Blasenfunktion wird mit Flüssigkeitsbilanz, Miktionsversuchen und Restharnmessung überwacht. Bei persistierenden Entleerungsstörungen ist ein Plan für intermittierenden Katheterismus oder Dauerkatheter, Blasentraining und Nachsorge in der Urologie oder Rehabilitationsmedizin erforderlich. Eine Urodynamik kann bei persistierenden oder unklaren Beschwerden indiziert sein, gehört aber normalerweise nicht zur Akutdiagnostik.

Die Rehabilitation sollte je nach Bedarf umfassen:

  • Physiotherapie für Gang, Kraft und Gleichgewicht
  • ergotherapeutische Beurteilung
  • Blasen- und Darmprogramme
  • auf den Beckenboden spezialisierte Physiotherapie
  • Schmerztherapie
  • sexualmedizinische oder urologische Beurteilung
  • psychologische Unterstützung und berufliche Rehabilitation

Die Prognose wird maßgeblich vom neurologischen Schweregrad zum Behandlungszeitpunkt bestimmt. Eine präoperative katheterpflichtige Retention und eine ausgeprägte sakrale Sensibilitätsminderung sind ungünstige Marker, schließen eine Erholung aber nicht aus.

Langfristige Residualsymptome sind häufig. In einer Metaanalyse mit mindestens einjähriger Nachbeobachtung hatten 43,3 Prozent eine persistierende Blasenfunktionsstörung, 31,1 Prozent eine Darmfunktionsstörung, 53,3 Prozent sensible Ausfälle, 38,4 Prozent motorische Schwäche und 40,1 Prozent eine sexuelle Funktionsstörung [13]. In der prospektiven britischen Kohorte hatte nach einem Jahr etwa die Hälfte eine gestörte Blasenfunktion und 43 Prozent eine gestörte Darmfunktion. Von den präoperativ katheterisierten Patienten benötigten 26 Prozent nach einem Jahr weiterhin einen Katheter. Gleichzeitig verbesserten sich Funktionsniveau, Mobilität und mehrere Symptome deutlich, und die meisten präoperativ katheterisierten Patienten wurden katheterfrei [4].

Der Patient sollte darüber informiert werden, dass die Erholung über Monate oder länger andauern kann, insbesondere hinsichtlich Blase, Darm, Sexualfunktion und Sensibilität. In der Nachsorge ist aktiv nach diesen Bereichen zu fragen, da sie sonst leicht unterschätzt werden.

{
  "$schema": "https://vega.github.io/schema/vega-lite/v5.json",
  "width": "container",
  "height": 210,
  "data": {
    "values": [
      {"omrade": "Sensible Ausfälle", "andel": 53.3},
      {"omrade": "Blasenfunktionsstörung", "andel": 43.3},
      {"omrade": "Sexuelle Funktionsstörung", "andel": 40.1},
      {"omrade": "Motorische Schwäche", "andel": 38.4},
      {"omrade": "Darmfunktionsstörung", "andel": 31.1}
    ]
  },
  "transform": [{"calculate": "replace(format(datum.andel, '.1f'), '.', ',') + ' %'", "as": "etikett"}],
  "encoding": {
    "y": {
      "field": "omrade",
      "type": "nominal",
      "sort": ["Sensible Ausfälle", "Blasenfunktionsstörung", "Sexuelle Funktionsstörung", "Motorische Schwäche", "Darmfunktionsstörung"],
      "title": null,
      "axis": {"labelLimit": 220, "labelFontSize": 13, "ticks": false, "domain": false}
    },
    "x": {
      "field": "andel",
      "type": "quantitative",
      "scale": {"domain": [0, 70]},
      "title": "Anteil mit persistierenden Beschwerden nach mindestens einem Jahr (%)",
      "axis": {"values": [0, 20, 40, 60], "labelFontSize": 12, "titleFontSize": 12, "grid": true}
    }
  },
  "layer": [
    {"mark": {"type": "bar", "color": "#0e7490", "cornerRadiusEnd": 2, "height": {"band": 0.66}}},
    {
      "mark": {"type": "text", "align": "left", "dx": 8, "fontSize": 12, "color": "#444444"},
      "encoding": {"text": {"field": "etikett"}}
    }
  ],
  "config": {"view": {"stroke": null}}
}

Persistierende Beschwerden mindestens ein Jahr nach Dekompression bei durch lumbalen Bandscheibenvorfall verursachtem Cauda-equina-Syndrom, in einer Metaanalyse von 22 Studien mit 852 Patienten [13].

Quellen

  1. Vaishya S, Pojskic M, Bedi MS et al. Cauda equina, conus medullaris and syndromes mimicking sciatic pain: WFNS spine committee recommendations. World Neurosurg X 2024. PMID: 38496349
  2. Dionne N, Adefolarin A, Kunzelman D et al. What is the diagnostic accuracy of red flags related to cauda equina syndrome, when compared to Magnetic Resonance Imaging? A systematic review. Musculoskelet Sci Pract 2019. PMID: 31132655
  3. Katzouraki G, Zubairi AJ, Hershkovich O et al. A prospective study of the role of bladder scanning and post-void residual volume measurement in improving diagnostic accuracy of cauda equina syndrome. Bone Joint J 2020. PMID: 32475252
  4. Woodfield J, Hoeritzauer I, Jamjoom AAB et al. Presentation, management, and outcomes of cauda equina syndrome up to one year after surgery, using clinician and participant reporting: A multi-centre prospective cohort study. Lancet Reg Health Eur 2023. PMID: 36426378
  5. Ahn UM, Ahn NU, Buchowski JM et al. Cauda equina syndrome secondary to lumbar disc herniation: a meta-analysis of surgical outcomes. Spine 2000. PMID: 10851100
  6. Lavy C, Marks P, Dangas K et al. Cauda equina syndrome: a practical guide to definition and classification. Int Orthop 2022. PMID: 34862914
  7. Tabrah J, Wilson N, Phillips D et al. Can digital rectal examination be used to detect cauda equina compression in people presenting with acute cauda equina syndrome? A systematic review and meta-analysis of diagnostic test accuracy studies. Musculoskelet Sci Pract 2022. PMID: 35180641
  8. Todd N, Dangas K, Lavy C. Post-void bladder ultrasound in suspected cauda equina syndrome: data from medicolegal cases and relevance to magnetic resonance imaging scanning. Int Orthop 2022. PMID: 35182176
  9. Hennessy O, Devitt AT, Synnott K et al. Assessment and early investigation of cauda equina syndrome: a systematic review of existing international guidelines and summary of the current evidence. Eur Spine J 2025. PMID: 40000448
  10. McDonnell J, Ahern DP, Gibbons D et al. A systematic review of the presentation of scan-negative suspected cauda equina syndrome. Surgeon 2020. PMID: 31201127
  11. Alerhand S, Wood S, Long B et al. The time-sensitive challenge of diagnosing spinal epidural abscess in the emergency department. Intern Emerg Med 2017. PMID: 28779448
  12. Vastani A, Baig Mirza A, Khoja AK et al. Prognostic factors and surgical outcomes of spontaneous spinal epidural haematoma: a systematic review and meta-analysis. Neurosurg Rev 2022. PMID: 36538111
  13. Kumar V, Baburaj V, Rajnish RK et al. Outcomes of cauda equina syndrome due to lumbar disc herniation after surgical management and the factors affecting it: a systematic review and meta-analysis of 22 studies with 852 cases. Eur Spine J 2022. PMID: 34581849
  14. Jha V, Deep G, Pandita N et al. Factors affecting urinary outcome after delayed decompression in complete cauda equina syndrome: A regression model study. Eur J Trauma Emerg Surg 2022. PMID: 33454810
  15. Dhatt S, Tahasildar N, Tripathy SK et al. Outcome of spinal decompression in cauda equina syndrome presenting late in developing countries: case series of 50 cases. Eur Spine J 2011. PMID: 21594752

Aktualisiert 27. September 2026