Selektiver Dopamin-1-RezeptoragonistSONDERZULASSUNG

Fenoldopam

Corlopam

Das einzige Blutdruckmittel, das die Nierenperfusion erhöht, während der Druck sinkt. Selektiver D1-Agonist ohne Alpha- oder Betawirkung, mit Wirkungseintritt innerhalb von Minuten und Dauer unter einer Stunde — theoretisch attraktiv bei hypertensiver Krise mit Nierenbeteiligung, aber ohne dokumentierten Benefit auf harte Endpunkte.

WARNHINWEIS

Erhöht den Augeninnendruck — vermeiden bei Glaukom und erhöhtem intrakraniellem Druck. Verursacht dosisabhängige Hypokaliämie.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Hypertensive KriseStartdosis 0,1 µg/kg/min i.v.kein Bolus
Titrationum 0,05–0,1 µg/kg/min alle 15 Minuten erhöhenengere Titration führt zu Reflextachykardie
Maximaldosis1,6 µg/kg/min i.v.selten notwendig
Hypertensive Krise mit Niereninsuffizienz0,1–0,3 µg/kg/min i.v.erhält oder erhöht die Nierenperfusion
Niereninsuffizienz

Keine Dosisanpassung. Nierenperfusion und Natriurese steigen während der Behandlung.

Leberfunktionsstörung

Keine etablierte Anpassung; nach Wirkung titrieren.

Kinder

0,2–0,8 µg/kg/min i.v. Kinder benötigen oft höhere Dosen pro Kilogramm als Erwachsene.

Fallstrick

Vermeiden bei Glaukom, erhöhtem intrakraniellem Druck und bei Patienten mit bestehender Hypokaliämie. Das Präparat hat keinen dokumentierten Vorteil gegenüber Nicardipin oder Clevipidin auf patientennahe Endpunkte.

Pharmakokinetik

WIRKUNGSEINTRITT
5–10 Minuten
STEADY STATE
20 Minuten
WIRKUNGSDAUER
30–60 Minuten
5 Minuten
PROTEINBINDUNG
88 %
METABOLISMUS
Konjugation (Methylierung, Glukuronidierung)
AUSSCHEIDUNG
Renal 90 %, fäkal 10 %
FIRST-PASS
Ausgeprägt — nur i.v.-Anwendung

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Kopfschmerzen, Flush, Tachykardie, Übelkeit
1–10 %
Hypokaliämie, Schwindel, Hypotonie, EKG-Veränderungen
< 1 %
Erhöhter Augeninnendruck, erhöhter intrakranieller Druck, Myokardischämie bei Reflextachykardie