Inhalationssteroid in fester Kombination mit langwirksamem β₂-AgonistenZWEI VERSCHIEDENE REGIME

Budesonid/Formoterol

Symbicort Turbuhaler · Bufomix Easyhaler · DuoResp Spiromax

Formoterol ist der einzige langwirksame β₂-Agonist mit Wirkungseintritt innerhalb weniger Minuten, und genau diese Eigenschaft macht die Kombination sowohl als Dauertherapie als auch als Bedarfsmedikation verwendbar. Das Präparat kann daher auf zwei völlig verschiedene Weisen verordnet werden: als feste Dosis morgens und abends mit separatem SABA bei Bedarf, oder als Erhaltungs- und Bedarfsbehandlung im selben Inhalator. Die beiden Regime dürfen nie verwechselt werden — das ist der häufigste Verordnungsfehler bei diesem Medikament.

WARNHINWEIS

Bei Erhaltungs- und Bedarfsbehandlung muss der Patient medizinische Hilfe suchen, wenn mehr als 8 Inhalationen pro Tag benötigt werden; das signalisiert eine sich entwickelnde Exazerbation. Symbicort forte 320/9 ist nicht als Bedarfsmedikament zugelassen. Inhalationssteroid darf nie abgesetzt werden, während LABA weitergeführt wird.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Asthma, feste Erhaltungsdosis160/4,5 µg: 1–2 Inhalationen × 2, plus separates SABA bei BedarfBedarfsmedikament ist in diesem Regime ein anderes Arzneimittel
Asthma, Erhaltung und Bedarf (MART)160/4,5 µg: 2 Inhalationen/Tag als Erhaltung, plus 1 Inhalation bei Symptomen; normalerweise höchstens 8 pro Tag, vorübergehend bis zu 12, nie mehr als 6 bei demselben Anlasskein separates SABA parallel verordnen
Asthma, hohe Erhaltungsdosis320/9 µg: 1 Inhalation × 2, bei Bedarf 2 Inhalationen × 2feste Dosierung — mit separatem SABA kombinieren
COPD320/9 µg: 1 Inhalation × 2nur bei FEV₁ unter 70 % und wiederholten Exazerbationen
Dosisreduktionauf niedrigste Dosis reduzieren, die den Patienten 3 Monate symptomfrei hältnie den Steroidanteil absetzen und LABA beibehalten
Niereninsuffizienz

Keine etablierte Dosisanpassung.

Leberfunktionsstörung

Keine formelle Dosisanpassung, aber die Budesonid-Exposition steigt bei ausgeprägter Leberinsuffizienz — niedrigste wirksame Dosis verwenden.

Kinder

Ab 6 Jahren: 80/4,5 µg 1–2 Inhalationen × 2 als feste Erhaltung. Erhaltungs- und Bedarfsbehandlung mit 160/4,5 µg ab 12 Jahren zugelassen.

Fallstrick

Immer Mundspülung nach der Inhalation anweisen und das Präparat nicht an einen Patienten verordnen, dem Technik und Regime nicht demonstriert wurden. Die klassische Falle ist ein Patient unter MART, der aber noch sein altes Salbutamolrezept hat — dann geht der gesamte Sinn des Regimes verloren und die Steroiddosis, die den Symptomen folgen sollte, bleibt aus.

Pharmakokinetik

WIRKUNGSEINTRITT (Formoterol)
1–3 Minuten
WIRKUNGSDAUER (Formoterol)
12 Stunden
t½ BUDESONID
2–3 Stunden
t½ FORMOTEROL
8–10 Stunden
BIOVERFÜGB.
ca. 40 % der inhalierten Dosis systemisch
METABOLISMUS
Budesonid über CYP3A4; Formoterol über Glukuronidierung
AUSSCHEIDUNG
Renal (Metaboliten)
VOLLE STEROIDWIRKUNG
nach 1–2 Wochen regelmäßiger Anwendung

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Heiserkeit, Rachenirritation, Kopfschmerzen, Tremor, Herzklopfen
1–10 %
Oropharyngeale Candidiasis, Husten, Muskelkrämpfe, Schlafstörungen, Tachykardie
< 1 %
Nebennierenrindensuppression, paradoxer Bronchospasmus, Hypokaliämie, Arrhythmie, Glaukom und Katarakt