Spiriva Respimat · Spiriva HandiHaler · Braltus
Grundlage der Erhaltungstherapie bei COPD: die Dissoziation vom M₃-Rezeptor ist so langsam, dass eine Dosis 24 Stunden ausreicht, und der Effekt auf die Exazerbationsfrequenz ist gut dokumentiert. Bei Asthma hat das Präparat einen klar abgegrenzten Platz als Ergänzung wenn inhalatives Kortikosteroid und LABA nicht ausreichen — niemals als Einzeltherapie. Die Wahl zwischen Respimat und HandiHaler wird durch die Einatemkraft des Patienten bestimmt, nicht durch die Substanz.
Tiotropium ist eine Erhaltungstherapie und hat keinen Platz bei akuter Bronchialobstruktion — der Wirkungseintritt ist zu langsam. Bei Engwinkelglaukom kann Spray, das das Auge erreicht, einen akuten Glaukomanfall auslösen; bei Prostatahyperplasie besteht Risiko für Harnverhalt.
| Indikation | Dosierung | Hinweis |
|---|---|---|
| COPD, Respimat | 2 Hübe à 2,5 μg = 5 μg einmal täglich, zur gleichen Zeit | weicher Nebel, erfordert keine Einatemkraft |
| COPD, HandiHaler | 1 Kapsel 18 μg (abgegebene Dosis 10 μg) einmal täglich inhaliert | erfordert ausreichendes inspiratorisches Fluss; Kapsel nicht schlucken |
| Schweres Asthma, Ergänzung | 2 Hübe à 2,5 μg = 5 μg einmal täglich über Respimat | nur als Ergänzung zu inhalativem Kortikosteroid und LABA |
| Kombinationstherapie bei COPD | Tiotropium plus LABA bei fortbestehender Dyspnoe oder Exazerbationen | Steroid wird erst bei wiederholten Exazerbationen und Eosinophilie hinzugefügt |
| Ausbleibende Wirkung | Nach 4–8 Wochen mit Symptomscoring und Spirometrie beurteilen | Inhalationstechnik vor Dosisänderung prüfen |
Nur bei eGFR unter 50 ml/min anwenden wenn der Nutzen das Risiko überwiegt, und dann klinisch begleiten — Tiotropium wird überwiegend renal ausgeschieden und die Plasmaspiegel steigen.
Keine Dosisanpassung. Der Leberstoffwechsel ist von untergeordneter Bedeutung.
Respimat kann bei schwerem Asthma ab 6 Jahren eingesetzt werden, 2 Hübe à 1,25 μg einmal täglich. Nicht indiziert bei COPD bei Kindern.
Patienten nicht zwischen Respimat und HandiHaler wechseln ohne die neue Technik zu demonstrieren. Der häufigste praktische Fehler ist, dass die Kapsel für HandiHaler geschluckt statt inhaliert wird, oder dass ein Patient mit schwacher Einatemkraft einen Pulverinhalator erhält und damit nie eine Dosis bekommt — dann wird der ausbleibende Effekt fälschlicherweise als Therapieversagen gedeutet.