Zyloric · Allopurinol Sandoz
Mittel der ersten Wahl zur harnsäuresenkenden Behandlung bei Gicht, mit dem Ziel, bis zu einem stabilen Serum-Harnsäure-Wert unter 360 µmol/l aufzutitrieren — nicht eine feste Dosis zu setzen und es dabei zu belassen. Die Behandlung ist lebenslang, und in den ersten Monaten ist eine Anfallsprophylaxe nötig, da sinkende Harnsäurespiegel selbst Attacken auslösen können. Zwei Dinge machen das Präparat gefährlich: das Überempfindlichkeitssyndrom und die Kombination mit Azathioprin.
Allopurinol hemmt die Xanthinoxidase und damit den Abbau von Azathioprin und Mercaptopurin — die Kombination führt zu lebensbedrohlicher Knochenmarkdepression, wenn die Dosis des Thiopurins nicht auf 25 % reduziert wird. Das Allopurinol-induzierte Überempfindlichkeitssyndrom (DRESS) und Stevens-Johnson-Syndrom beginnen meist innerhalb der ersten zwei Monate und haben eine hohe Mortalität.
| Indikation | Dosierung | Hinweis |
|---|---|---|
| Gicht, Einleitung | 100 mg p.o. täglich, Steigerung um 100 mg alle 2–4 Wochen | nie während eines laufenden Anfalls ohne Prophylaxe einleiten |
| Gicht, Erhaltung | bis Serum-Harnsäure < 360 µmol/l titrieren, üblicherweise 300–600 mg täglich | bei Tophi < 300 µmol/l anstreben |
| Anfallsprophylaxe bei Beginn | Colchicin 0,5 mg 1–2× täglich für 3–6 Monate | alternativ NSAID oder niedrig dosiertes Prednisolon |
| Uratnephropathie und rezidivierende Uratsteine | 300–600 mg p.o. täglich | Kombination mit Alkalisierung und hoher Flüssigkeitszufuhr |
| Tumorlyse-Syndrom, Prophylaxe | 100–300 mg täglich ab dem Tag vor der Chemotherapie | Rasburicase bei hohem Risiko |
Die Startdosis muss bei eingeschränkter Nierenfunktion reduziert werden: 50–100 mg täglich bei eGFR 30–60 ml/min und 50 mg täglich oder jeden zweiten Tag bei eGFR < 30 ml/min. Eine Auftitrierung zum Harnsäureziel ist auch bei Niereninsuffizienz möglich, aber langsamer und mit engmaschigeren Kontrollen — der aktive Metabolit Oxipurinol akkumuliert.
Dosisreduktion bei eingeschränkter Leberfunktion mit Kontrolle der Leberwerte in den ersten Monaten.
Wird bei Kindern hauptsächlich beim Tumorlyse-Syndrom und angeborenen Purin-Stoffwechselstörungen eingesetzt, 10–20 mg/kg/Tag, durch Spezialisten. Gicht ist bei Kindern sehr selten.
Allopurinol nicht mitten in einem laufenden Gichtanfall ohne gleichzeitige Anfallsprophylaxe einleiten — die rasche Harnsäuresenkung mobilisiert Kristalle und verschlimmert oder verlängert den Anfall, und der Patient zieht den Schluss, dass das Präparat nicht wirkt. Bei einem Anfall unter laufender Behandlung die Therapie hingegen nicht abbrechen.