Apresolin · BiDil
Direkt wirkender arteriolärer Vasodilatator ohne Wirkung auf das venöse Gefäßsystem. Die schnelle Nachlastreduzierung löst eine reflektorische Sympathikusaktivierung aus, was das Präparat als Erstlinienbehandlung bei hypertensiver Krise ungeeignet macht — aber bei Präeklampsie und als Nachlastentlastung in Kombination mit Nitrat und Betablockade einsetzbar.
Reflextachykardie kann Angina pectoris und Myokardischämie auslösen oder verschlimmern. Bei koronarer Herzerkrankung zusammen mit Betablockade anwenden. Langzeitgebrauch in hoher Dosis führt zu arzneimittelinduziertem Lupus.
| Indikation | Dosierung | Hinweis |
|---|---|---|
| Hypertensive Krise, i.v. Bolus | 10–40 mg i.v. alle 4–6 Stunden | Wirkungseintritt 10–30 Minuten |
| Intramuskulär | 10–20 mg i.m. alle 4–6 Stunden | wenn kein i.v.-Zugang vorhanden |
| Nachlastreduzierung, Infusion | Start 1 mg/Stunde, Erhöhung um 0,5 mg/Stunde alle 20 Minuten, max. 5 mg/Stunde | bei Bedarf zur Kammerentlastung |
| Antihypertensive Infusion | Start 5 mg/Stunde, Erhöhung um 2,5 mg/Stunde alle 20 Minuten, max. 25 mg/Stunde | gegen Zieldruck titrieren |
eGFR < 30 ml/min: Dosierungsintervall verlängern. Metaboliten akkumulieren.
Dosis reduzieren — ausgeprägter First-Pass-Metabolismus in der Leber.
0,1–0,2 mg/kg i.v. alle 4–6 Stunden, Maximaldosis 20 mg pro Dosis.
Nicht erste Wahl bei hypertensiver Krise — der Wirkungseintritt ist unvorhersehbar, die Dauer lang und die Reflextachykardie bei Ischämie und Aortendissektion gefährlich. Niemals bei Verdacht auf Aortendissektion ohne vorherige Betablockade geben.