Direkt wirkender arteriolärer VasodilatatorSONDERZULASSUNG

Hydralazin

Apresolin · BiDil

Direkt wirkender arteriolärer Vasodilatator ohne Wirkung auf das venöse Gefäßsystem. Die schnelle Nachlastreduzierung löst eine reflektorische Sympathikusaktivierung aus, was das Präparat als Erstlinienbehandlung bei hypertensiver Krise ungeeignet macht — aber bei Präeklampsie und als Nachlastentlastung in Kombination mit Nitrat und Betablockade einsetzbar.

WARNHINWEIS

Reflextachykardie kann Angina pectoris und Myokardischämie auslösen oder verschlimmern. Bei koronarer Herzerkrankung zusammen mit Betablockade anwenden. Langzeitgebrauch in hoher Dosis führt zu arzneimittelinduziertem Lupus.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Hypertensive Krise, i.v. Bolus10–40 mg i.v. alle 4–6 StundenWirkungseintritt 10–30 Minuten
Intramuskulär10–20 mg i.m. alle 4–6 Stundenwenn kein i.v.-Zugang vorhanden
Nachlastreduzierung, InfusionStart 1 mg/Stunde, Erhöhung um 0,5 mg/Stunde alle 20 Minuten, max. 5 mg/Stundebei Bedarf zur Kammerentlastung
Antihypertensive InfusionStart 5 mg/Stunde, Erhöhung um 2,5 mg/Stunde alle 20 Minuten, max. 25 mg/Stundegegen Zieldruck titrieren
Niereninsuffizienz

eGFR < 30 ml/min: Dosierungsintervall verlängern. Metaboliten akkumulieren.

Leberfunktionsstörung

Dosis reduzieren — ausgeprägter First-Pass-Metabolismus in der Leber.

Kinder

0,1–0,2 mg/kg i.v. alle 4–6 Stunden, Maximaldosis 20 mg pro Dosis.

Fallstrick

Nicht erste Wahl bei hypertensiver Krise — der Wirkungseintritt ist unvorhersehbar, die Dauer lang und die Reflextachykardie bei Ischämie und Aortendissektion gefährlich. Niemals bei Verdacht auf Aortendissektion ohne vorherige Betablockade geben.

Pharmakokinetik

WIRKUNGSEINTRITT (i.v.)
10–30 Minuten
MAXIMALWIRKUNG
20–40 Minuten
WIRKUNGSDAUER
< 4 Stunden
3–7 Stunden
BIOVERFÜGB.
26–50 % oral
METABOLISMUS
N-Acetylierung (schneller/langsamer Acetyliererstatus)
PROTEINBINDUNG
87 %
AUSSCHEIDUNG
Renal (Metaboliten)

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Tachykardie, Kopfschmerzen, Flush, Palpitationen
1–10 %
Übelkeit, Schwindel, Flüssigkeitsretention, Angina pectoris
< 1 %
Arzneimittelinduzierter Lupus (langsame Acetylierer), Agranulozytose, periphere Neuropathie, Myokardischämie