AminobisphosphonatMONITORING ERFORDERLICH

Alendronat

Fosamax · Alendronat Sandoz · Fosavance

Mittel der ersten Wahl bei Osteoporose und die am besten belegte frakturvorbeugende Behandlung in der Primärversorgung. Die Wirksamkeit bei Wirbel- und Hüftfraktur ist gut belegt, steht und fällt aber damit, dass der Patient die Einnahmeregel einhält und einen ausreichenden Calcium- und Vitamin-D-Status hat. Nach fünf Jahren sollte die Behandlung überprüft und häufig pausiert werden.

WARNHINWEIS

Die Tablette ist stark schleimhautreizend. Bei liegender Einnahme, zu wenig Wasser oder bei Patienten mit Ösophagusstenose oder Achalasie kann sie Ösophagitis, Ulkus und Striktur verursachen — deshalb mindestens 30 Minuten nach der Einnahme aufrecht bleiben.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Postmenopausale Osteoporose70 mg p.o. einmal pro WocheWochendosis verursacht weniger Ösophagusbeschwerden als tägliche Gabe
Osteoporose beim Mann70 mg p.o. einmal pro Wochegleiche Dosis wie bei der Frau
Kortikosteroid-induzierte Osteoporose70 mg p.o. einmal pro Woche ab Behandlungsbeginnerwägen bei ≥ 3 Monaten Steroidbehandlung
Gleichzeitige SubstitutionCalcium 500–1000 mg und Vitamin D 800 IE täglichMangel vor Beginn korrigieren
Behandlungsdauernach 5 Jahren überprüfen, Pause bei geringem Restrisikobei sehr hohem Frakturrisiko fortführen
Niereninsuffizienz

Bei eGFR < 35 ml/min nicht empfohlen — unzureichende Dokumentation und Risiko für adynamische Knochenerkrankung.

Leberfunktionsstörung

Keine Dosisanpassung; wird nicht hepatisch metabolisiert.

Kinder

Nicht routinemäßig bei Kindern eingesetzt; nur durch Spezialisten bei Osteogenesis imperfecta.

Fallstrick

Alendronat nicht einleiten, bevor ein Vitamin-D-Mangel korrigiert ist — Bisphosphonat bei niedrigem 25-OH-Vitamin D kann symptomatische Hypokalzämie auslösen und die Behandlungswirkung bleibt ohnehin aus. Auch bei Patienten vermeiden, die nicht 30 Minuten nach der Tablette aufrecht sitzen oder stehen können.

Pharmakokinetik

BIOVERFÜGB.
< 1 % nüchtern, nahezu null mit Nahrung
t½ PLASMA
1–2 Stunden
t½ KNOCHEN
> 10 Jahre (gebunden an Hydroxylapatit)
PROTEINBINDUNG
ca. 78 %
METABOLISMUS
Wird nicht metabolisiert
AUSSCHEIDUNG
Renal, unverändert
WIRKUNGSEINTRITT
Knochendichteeffekt nach 6–12 Monaten
VERBLEIBENDE WIRKUNG
Knochenbindende Wirkung bleibt 1–2 Jahre nach Absetzen bestehen

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Dyspepsie, Bauchschmerzen, Sodbrennen, Muskel-Skelett-Schmerzen
1–10 %
Ösophagitis, Dysphagie, Kopfschmerzen, vorübergehende grippeähnliche Reaktion zu Behandlungsbeginn
< 1 %
Ösophagusulkus und -striktur, Kiefernekrose, atypische Femurfraktur, Uveitis, schwere Hypokalzämie bei unbehandeltem Vitamin-D-Mangel