Amimox · Amoxicillin Sandoz · Amoxicillin Teva
Das Aminopenicillin deckt zusätzlich zu Pneumokokken auch Haemophilus influenzae ab, und das ist der Unterschied zu Phenoxymethylpenicillin, der die Verwendung steuert. In der ambulanten Therapie ist Amoxicillin daher nicht das Mittel der ersten Wahl bei unkomplizierter Otitis media, sondern bei Therapieversagen, rezidivierender Otitis, Otitis mit gleichzeitiger purulenter Konjunktivitis und als Suspensionsalternative bei Pneumonie bei Kleinkindern. Die Bioverfügbarkeit ist wesentlich besser als die von Phenoxymethylpenicillin und wird durch Nahrung nicht beeinflusst.
Amoxicillin nicht bei Halsschmerzen mit Verdacht auf Mononukleose geben. Nahezu alle Patienten mit EBV-Infektion entwickeln ein ausgeprägtes makulopapulöses Exanthem, das oft fälschlicherweise als lebenslange Penicillinallergie dokumentiert wird und die Antibiotikawahl des Patienten dann jahrzehntelang beeinflusst.
| Indikation | Dosierung | Hinweis |
|---|---|---|
| Akute Otitis media, Therapieversagen oder Rezidiv | Kinder 20 mg/kg × 3 p.o. für 10 Tage; Erwachsene 750 mg × 3 für 10 Tage | erst in dieser Situation erste Wahl — sonst zunächst Phenoxymethylpenicillin |
| Otitis mit purulenter Konjunktivitis | Kinder 20 mg/kg × 3 p.o. für 5–10 Tage | Syndrom weist auf Haemophilus influenzae hin |
| Pneumonie bei Kindern | 15 mg/kg × 3 p.o. für 5 Tage | gleichwertige Alternative zu Phenoxymethylpenicillin, praktisch als Suspension |
| Borrelia (Erythema migrans) bei Kindern unter 8 Jahren und in der Schwangerschaft | Kinder 15 mg/kg × 3 p.o. für 10 Tage; Erwachsene 500 mg × 3 für 10 Tage | ersetzt Doxycyclin in diesen Gruppen |
| Helicobacter-pylori-Eradikation | 1 g × 2 p.o. für 7–14 Tage mit PPI und Clarithromycin oder Metronidazol | immer in Kombination, nie als Einzelpräparat |
eGFR 10–30 ml/min: Dosierungsintervall auf × 2 verlängern. eGFR unter 10 ml/min: × 1, und höchste Dosen vermeiden. Wird durch Dialyse entfernt — Dosis nach Dialyse geben.
Keine routinemäßige Dosisanpassung. Leberwerte bei bekannter Lebererkrankung und bei Behandlung über 10 Tage kontrollieren.
15 mg/kg × 3 bei Pneumonie, 20 mg/kg × 3 bei Otitis. Maximale Tagesdosis üblicherweise 60 mg/kg. Als Granulat für orale Suspension 50 und 100 mg/ml verfügbar, was der praktische Vorteil gegenüber Phenoxymethylpenicillin bei Kleinkindern ist.
Bei unspezifischem Halsschmerz vermeiden, bevor Mononukleose ausgeschlossen ist, und nicht als Routineersatz für Phenoxymethylpenicillin bei erstmaliger Otitis oder Pneumokokkenpneumonie — das breitere Spektrum bringt keinen klinischen Vorteil, treibt aber sowohl Resistenz als auch Durchfall. Bei vermutetem betalaktaseproduzierendem Haemophilus ist Amoxicillin mit Clavulansäure erforderlich, nicht Amoxicillin allein.