Isoxazolylpenicillin, StaphylokokkenpenicillinMONITORING ERFORDERLICH

Flucloxacillin

Heracillin · Flucloxacillin Viatris

Das betalaktamasestabile Penicillin und damit erste Wahl bei Haut- und Weichteilinfektionen, bei denen Staphylococcus aureus wahrscheinlich ist — Wundinfektion, Abszess, Furunkel, Mastitis und infiziertes Ekzem. Die Absorption wird durch Nahrung erheblich reduziert, was den Einnahmezeitpunkt zu einer echten Behandlungsvariablen und nicht zu einer Formalität macht. Die klinisch wichtigste Nebenwirkung tritt spät auf: cholestatische Leberschädigung kann mehrere Wochen nach Abschluss der Kur auftreten.

WARNHINWEIS

Cholestatische Hepatitis mit Ikterus und langanhaltend em Juckreiz kann bis zu sechs Wochen nach Abschluss der Behandlung beginnen; das Risiko steigt mit Alter und Behandlungsdauer. Bei hohen Dosen kommt auch schwere, substitutionfraktäre Hypokaliämie vor.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Haut- und Weichteilinfektion mit Staphylokokkenetiologie1 g × 3 p.o. für 7–10 TageWundinfektion, infiziertes Ekzem, Furunkel, Abszess nach Drainage
Erysipel mit unsicherer Ätiologie oder Wundverletzung1 g × 3 p.o. für 10 Tagereines Erysipel ist streptokokkenbedingt und wird mit Phenoxymethylpenicillin behandelt
Mastitis1 g × 3 p.o. für 7–10 TageStillen soll fortgesetzt werden — Entleerung ist Teil der Behandlung
Impetigo mit ausgedehnter AusbreitungKinder 25 mg/kg × 3 p.o. für 7 Tagelokale Behandlung reicht bei begrenzten Läsionen
Osteomyelitis und septische Arthritis, perorale Anschlusstherapie1–1,5 g × 3 p.o., Tagesdosis bis 6 gnach initialer intravenöser Behandlung, in Absprache mit Infektiologie
Niereninsuffizienz

Keine Anpassung bei leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion. Bei eGFR unter 10 ml/min wird die Tagesdosis reduziert — Hochdosis bei schwerer Niereninsuffizienz erhöht das Risiko für Neurotoxizität und Hypokaliämie.

Leberfunktionsstörung

Vermeiden bei früherer Flucloxacillin-induzierter Leberschädigung — Reexposition ist kontraindiziert. Bei bekannter Lebererkrankung Leberenzyme während und nach der Kur kontrollieren.

Kinder

30–50 mg/kg pro Tag auf 3 Dosen aufgeteilt, d. h. 10–17 mg/kg pro Gabe; bei ausgeprägter Infektion 25 mg/kg × 3. Erhältlich als Pulver zur oralen Suspension 50 mg/ml. Dieselbe Mahlzeitregel gilt für Kinder.

Fallstrick

Falsche Wahl bei reinem Erysipel ohne Wundverletzung — die Infektion ist streptokokkenbedingt und Phenoxymethylpenicillin hat sowohl bessere Wirkung als auch ein milderes Nebenwirkungsprofil. Auch nicht zur Mahlzeit verordnen: Die Absorption sinkt erheblich und ein Therapieversagen, das wie Resistenz aussieht, ist in der Praxis meistens ein falscher Einnahmezeitpunkt.

Pharmakokinetik

BIOVERFÜGB.
Gut — aber stark durch Nahrung reduziert
80–90 Minuten
PROTEINBINDUNG
94–95 %
METABOLISMUS
Begrenzt hepatisch
AUSSCHEIDUNG
Renal, tubuläre Sekretion, 50–55 % in 6 Stunden
EINNAHME
Mindestens 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit
PK/PD-INDEX
T > MIC
BETALAKTAMASE
Stabil gegen Staphylokokkenpenicillinase

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen
1–10 %
Makulopapulöses Exanthem, Urtikaria, Transaminaseerhöhung, Ösophagusreizung
< 1 %
Cholestatische Hepatitis mit Ikterus, schwere Hypokaliämie, interstitielle Nephritis, Anaphylaxie, Agranulozytose