Heracillin · Flucloxacillin Viatris
Das betalaktamasestabile Penicillin und damit erste Wahl bei Haut- und Weichteilinfektionen, bei denen Staphylococcus aureus wahrscheinlich ist — Wundinfektion, Abszess, Furunkel, Mastitis und infiziertes Ekzem. Die Absorption wird durch Nahrung erheblich reduziert, was den Einnahmezeitpunkt zu einer echten Behandlungsvariablen und nicht zu einer Formalität macht. Die klinisch wichtigste Nebenwirkung tritt spät auf: cholestatische Leberschädigung kann mehrere Wochen nach Abschluss der Kur auftreten.
Cholestatische Hepatitis mit Ikterus und langanhaltend em Juckreiz kann bis zu sechs Wochen nach Abschluss der Behandlung beginnen; das Risiko steigt mit Alter und Behandlungsdauer. Bei hohen Dosen kommt auch schwere, substitutionfraktäre Hypokaliämie vor.
| Indikation | Dosierung | Hinweis |
|---|---|---|
| Haut- und Weichteilinfektion mit Staphylokokkenetiologie | 1 g × 3 p.o. für 7–10 Tage | Wundinfektion, infiziertes Ekzem, Furunkel, Abszess nach Drainage |
| Erysipel mit unsicherer Ätiologie oder Wundverletzung | 1 g × 3 p.o. für 10 Tage | reines Erysipel ist streptokokkenbedingt und wird mit Phenoxymethylpenicillin behandelt |
| Mastitis | 1 g × 3 p.o. für 7–10 Tage | Stillen soll fortgesetzt werden — Entleerung ist Teil der Behandlung |
| Impetigo mit ausgedehnter Ausbreitung | Kinder 25 mg/kg × 3 p.o. für 7 Tage | lokale Behandlung reicht bei begrenzten Läsionen |
| Osteomyelitis und septische Arthritis, perorale Anschlusstherapie | 1–1,5 g × 3 p.o., Tagesdosis bis 6 g | nach initialer intravenöser Behandlung, in Absprache mit Infektiologie |
Keine Anpassung bei leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion. Bei eGFR unter 10 ml/min wird die Tagesdosis reduziert — Hochdosis bei schwerer Niereninsuffizienz erhöht das Risiko für Neurotoxizität und Hypokaliämie.
Vermeiden bei früherer Flucloxacillin-induzierter Leberschädigung — Reexposition ist kontraindiziert. Bei bekannter Lebererkrankung Leberenzyme während und nach der Kur kontrollieren.
30–50 mg/kg pro Tag auf 3 Dosen aufgeteilt, d. h. 10–17 mg/kg pro Gabe; bei ausgeprägter Infektion 25 mg/kg × 3. Erhältlich als Pulver zur oralen Suspension 50 mg/ml. Dieselbe Mahlzeitregel gilt für Kinder.
Falsche Wahl bei reinem Erysipel ohne Wundverletzung — die Infektion ist streptokokkenbedingt und Phenoxymethylpenicillin hat sowohl bessere Wirkung als auch ein milderes Nebenwirkungsprofil. Auch nicht zur Mahlzeit verordnen: Die Absorption sinkt erheblich und ein Therapieversagen, das wie Resistenz aussieht, ist in der Praxis meistens ein falscher Einnahmezeitpunkt.