Schmalspektriges Betalaktam-AntibiotikumSCHMALSPEKTRUM

Phenoxymethylpenicillin (PcV)

Kåvepenin · Tikacillin · Fenoximetylpenicillin EQL Pharma

Das bevorzugte Mittel der ersten Wahl bei den häufigsten Atemwegs- und Hautinfektionen in der ambulanten Versorgung und ein Erklärungsgrund für eine günstige Resistenzlage. Das Spektrum deckt Gruppe-A-Streptokokken und Pneumokokken, aber nicht Haemophilus influenzae oder Staphylokokken. Die Dosierung unterscheidet sich deutlich zwischen den Indikationen — Tonsillitis und Otitis werden mit unterschiedlicher Dosis und Dauer behandelt, was in der Praxis eine häufige Fehlerquelle ist.

WARNHINWEIS

Anaphylaxie kommt vor, wenn auch selten. Immer nach früheren Penicillinreaktionen fragen und echte Typ-I-Allergie von kindlichen Exanthemen im Zusammenhang mit Infektionen unterscheiden — die Mehrheit derer, die eine Penicillinallergie angeben, verträgt Penicillin.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Tonsillopharyngitis (Centor 3–4 + positiver StrepA)1 g × 3 p.o. für 10 Tage; Kinder 12,5 mg/kg × 3 für 10 TageCentor 0–2 nicht behandeln und auch nicht testen
Akute Otitis mediaKinder 25 mg/kg × 3 p.o. für 5 Tage; Erwachsene 1,6 g × 3 für 5 Tage10 Tage bei Rezidiv oder komplizierenden Faktoren
Ambulant erworbene Pneumonie, CRB-65 0–11 g × 3 p.o. für 7 Tagebei Gewicht über 90 kg 2 g × 3
Erysipel1 g × 3 p.o. für 10 Tage2 g × 3 bei Gewicht über 90 kg; 10–14 Tage bei langsamer Rückbildung
Akute Rhinosinusitis mit Behandlungsindikation1,6 g × 3 p.o. für 7–10 Tagedie meisten Sinusitiden sollten nicht antibiotisch behandelt werden
Niereninsuffizienz

Keine Anpassung bei eGFR über 30 ml/min. Bei schwer eingeschränkter Nierenfunktion (eGFR unter 30 ml/min) wird das Dosierungsintervall verlängert oder die Tagesdosis reduziert; Risiko für Akkumulation des Kaliumsalzes bei Hyperkaliämie.

Leberfunktionsstörung

Keine Dosisanpassung. Elimination hauptsächlich renal.

Kinder

12,5 mg/kg × 3 bei Tonsillitis und Pneumonie, 25 mg/kg × 3 bei akuter Otitis media und Sinusitis. Maximal 1 g bzw. 1,6 g pro Dosis. Verfügbar als orale Suspension 50 und 100 mg/ml sowie Tropfen 250 mg/ml für die Jüngsten.

Fallstrick

Falsche Wahl, wenn Haemophilus influenzae oder Staphylokokken der wahrscheinliche Erreger sind: COPD-Exazerbation, Sinusitis mit Therapieversagen, Wundinfektion und Impetigo werden durch das Spektrum nicht abgedeckt. Bei Tonsillitis mit Centor-Punkte 0–2 sollten weder Schnelltest noch Antibiotika eingesetzt werden — dann ist die Ätiologie viral.

Pharmakokinetik

BIOVERFÜGB.
ca. 50 % oral
ca. 30 Minuten
PROTEINBINDUNG
ca. 80 %
METABOLISMUS
Marginal
AUSSCHEIDUNG
Renal, tubuläre Sekretion
NAHRUNGSEFFEKT
Absorption verringert sich mit Nahrungsaufnahme
PK/PD-INDEX
T > MIC — daher × 3-Dosierung
WIRKUNGSEINTRITT
Maximale Serumkonzentration nach 30–60 Minuten

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Weicher Stuhl, Übelkeit, Bauchschmerzen
1–10 %
Makulopapulöses Exanthem, Urtikaria, Eosinophilie, orale Candidiasis
< 1 %
Anaphylaxie, Clostridioides-difficile-Kolitis, interstitielle Nephritis, hämolytische Anämie