Piperacillin/Tazobactam Fresenius Kabi · Piperacillin/Tazobactam Stragen · Tazocin
Die breiteste Option unterhalb der Carbapenemeebene: deckt grampositive Kokken, Enterobacterales, Pseudomonas aeruginosa und Anaerobier im selben Präparat ab. Daher Erstlinie bei nosokomialer Infektion, bei abdomineller Sepsis und bei febriler Neutropenie, wo man sich weder das Verpassen von Pseudomonas noch von Darmanaerobier leisten kann. Zeitabhängige Abtötung bedeutet, dass verlängerte Infusion über 3–4 Stunden eine bessere Zielerreichung bei kritisch Kranken gibt als die traditionelle 30-Minuten-Infusion.
Unzureichend bei ESBL-produzierenden Enterobacterales, auch wenn das Resistenzergebnis manchmal günstig aussieht — bei verifizierter ESBL in der Blutkultur soll die Behandlung auf Carbapenem gewechselt werden. Die Kombination mit Vancomycin gibt deutlich erhöhtes Risiko für akute Nierenschädigung und erfordert häufigere Kreatininkontrollen.
| Indikation | Dosierung | Hinweis |
|---|---|---|
| Sepsis und septischer Schock | 4 g/0,5 g i.v. × 4 | Extradosis nach der Hälfte des Dosierungsintervalls zwischen Dosis 1 und 2 |
| Kritisch Kranker auf ITS | 4 g/0,5 g i.v. × 4 als verlängerte Infusion 3–4 Stunden | besseres T > MIC als 30-Minuten-Infusion |
| Febrile Neutropenie | 4 g/0,5 g i.v. × 4 | Monotherapie reicht; Vancomycin nur bei Katheter- oder Hautfokus hinzufügen |
| Komplizierte Bauhinfektion | 4 g/0,5 g i.v. × 3 | deckt Anaerobier — Metronidazol muss nicht hinzugefügt werden |
| Nosokomiale Pneumonie | 4 g/0,5 g i.v. × 4 | deckt Pseudomonas; nach Kulturergebnis einengen |
eGFR über 40 ml/min: keine Anpassung. eGFR 20–40 ml/min: höchstens 4 g/0,5 g alle 8 Stunden. eGFR unter 20 ml/min: höchstens 4 g/0,5 g alle 12 Stunden. Bei intermittierender Hämodialyse 4 g/0,5 g × 2 mit einer Extradosis 2 g/0,25 g nach abgeschlossener Dialyse, da 30–50 % der Dosis dialysiert wird. Bei CRRT 4 g/0,5 g × 3, bei schwerer Infektion × 3–4. Ladungsdosis wird nie reduziert.
Keine Dosisanpassung bei Leberinsuffizienz.
Kinder 2–12 Jahre: 100 mg/12,5 mg pro kg alle 8 Stunden bei komplizierter Bauhinfektion, 80 mg/10 mg pro kg alle 6 Stunden bei febriler Neutropenie. Höchste Einzeldosis 4 g/0,5 g.
Nicht als Fortführungsbehandlung verwenden wenn die Blutkultur ESBL-produzierende E. coli oder Klebsiella zeigt — die MERINO-Studie zeigte höhere Mortalität als mit Meropenem trotz In-vitro-Empfindlichkeit. Auch nicht gewohnheitsmäßig Metronidazol hinzufügen; die Anaerobierabdeckung ist bereits vorhanden und der Zusatz bringt nur mehr Nebenwirkungen.