CarbapenemRESERVEANTIBIOTIKUMÖKOLOGISCHES RISIKO

Meropenem

Meronem · Meropenem Sandoz · Meropenem Fresenius

Die letzte Abwehrlinie gegen grampositive und gramnegative Erreger einschließlich ESBL-produzierender Bakterien, und daher das Präparat, das am sorgfältigsten rationell eingesetzt werden muss. Die pharmakokinetische Grundlage ist zeitabhängige Wirkung — die Zeit über der MHK entscheidet, nicht die Spitzenkonzentration, was verlängerte Infusion über 3 Stunden bei schwierigen Erregern rechtfertigt.

WARNHINWEIS

Senkt die Valproatkonzentration um 60–100 % innerhalb weniger Tage und löst Durchbruchanfälle aus — bei gleichzeitiger Valproattherapie alternativen Wirkstoff erwägen oder Antiepileptikum wechseln, und Valproatspiegel täglich kontrollieren.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Sepsis und septischer Schock1 g i.v. × 3Extradosis 1 g vier Stunden nach der ersten Dosis
Schwere Infektion oder hohe MHK2 g i.v. × 3verlängerte Infusion über 3 Stunden erwägen
Bakterielle Meningitis2 g i.v. × 3erforderlich für adäquate Liquorkonzentration
Febrile Neutropenie1 g i.v. × 3bei Versagen auf Piperacillin/Tazobactam
Verifiziertes ESBL in Blutkultur1 g i.v. × 3Mittel der ersten Wahl — nicht Piperacillin/Tazobactam
Niereninsuffizienz

eGFR über 50 ml/min: keine Anpassung. eGFR 26–50 ml/min: normale Einzeldosis alle 12 Stunden. eGFR 10–25 ml/min: halbe Einzeldosis alle 12 Stunden. eGFR unter 10 ml/min: halbe Einzeldosis alle 24 Stunden. Bei CRRT: 1–2 g alle 12 Stunden nach lokaler Leitlinie.

Leberfunktionsstörung

Keine Dosisanpassung.

Kinder

40 mg/kg × 3 (max. 2 g pro Dosis) für Sepsis und Pneumonie; 40 mg/kg × 3 (max. 2 g) bei Meningitis.

Fallstrick

Nicht als empirisches Erstlinienpräparat bei ambulant erworbener Sepsis beim Patienten ohne Risikofaktoren für Multiresistenz einsetzen — Cefotaxim oder Piperacillin/Tazobactam sind äquivalent wirksam und breiten nicht so stark die Carbapenem-Resistenz aus. Nach 48–72 Stunden mit dem Kulturbefund deeskalieren.

Pharmakokinetik

1 Stunde
BIOVERFÜGB.
Nur intravenös
PROTEINBINDUNG
2 %
METABOLISMUS
Minimal, Hydrolyse durch Dehydropeptidase-I
AUSSCHEIDUNG
Renal, > 70 % unverändert
ZNS-PENETRATION
20–30 % der Serumkonzentration
PK/PD
Zeitabhängig — T > MHK > 40 % des Dosierungsintervalls
INFUSIONSDAUER
Standard 30 min; verlängert 3 h bei MHK ≥ 2 mg/l

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Diarrhö, Übelkeit, Transaminaseerhöhung
1–10 %
Exanthem, Thrombozytose, Kopfschmerzen, Thrombophlebitis, orale Candidiasis
< 1 %
Krampfanfälle und Enzephalopathie bei Akkumulation, Clostridioides-difficile-Kolitis, Anaphylaxie