Dalacin · Cleocin · Clindamycin-ratiopharm
Zwei Eigenschaften rechtfertigen das Präparat: ausgezeichnete Penetration in Knochen, Gelenke und Weichteile mit fast vollständiger oraler Bioverfügbarkeit, was frühen Wechsel von intravenös auf peroral ermöglicht, sowie ausgeprägte Hemmung der bakteriellen Toxinsynthese bei streptokokken- und staphylokokken-vermittelter Schockkrankheit. Der Preis ist das höchste C.-difficile-Risiko unter allen Antibiotika.
Clostridioides-difficile-Kolitis kann während der Behandlung oder mehrere Wochen nach abgeschlossener Kur auftreten und fulminant verlaufen. Antibiotikum sofort absetzen bei nötiger Diarrhö und C.-difficile-Test einleiten.
| Indikation | Dosierung | Hinweis |
|---|---|---|
| Nekrotisierende Weichteilinfektion | 600–900 mg i.v. × 3 | Toxinhemmer — zusammen mit Benzylpenicillin 3 g × 4 geben |
| Streptokokken- oder Staphylokokken-toxischer Schock | 600–900 mg i.v. × 3 | mindestens 3 Tage oder bis hämodynamische Stabilität |
| Knochen- und Gelenkinfektion | 600 mg i.v. × 3, danach 300 mg × 3 p.o. | hoher Knochenspiegel; frühzeitiger oraler Wechsel dank Bioverfügbarkeit |
| Weichteilinfektion bei Penicillinallergie | 300 mg × 3 p.o. | Alternative zu Isoxazolylpenicillin |
| Aspirationspneumonie und Zahninfektion | 600 mg i.v. × 3 | deckt orale Anaerobier |
Keine Dosisanpassung bei jeder Nierenfunktionsstufe — 600–900 mg × 3 gilt bei normaler Nierenfunktion, bei CRRT und bei intermittierender Hämodialyse. Wird nicht durch Dialyse entfernt und erfordert keine Extradosis nach Dialyse.
Dosis bei ausgeprägtem Leberversagen reduzieren; der Metabolismus ist hepatisch und die Halbwertszeit verlängert sich. Transaminasen bei längerer Behandlung kontrollieren.
20–40 mg/kg/Tag verteilt auf 3–4 Dosen intravenös; peroral 8–25 mg/kg/Tag. Der obere Teil des Intervalls bei Knocheninfektion und toxin-vermittelter Erkrankung.
Nicht als bequemes Erstlinienpräparat bei unkomplizierter Haut- und Weichteilinfektion einsetzen — das C.-difficile-Risiko ist höher als bei nahezu allen anderen Antibiotika, und Cefazolin oder Flucloxacillin sind gleich wirksam und sicherer. Die Hauptindikation ist die toxin-vermittelte lebensbedrohliche Infektion, und dort ist es unverzichtbar.