Flagyl · Metronidazol Braun · Metronidazol B. Braun
Goldstandard bei anaeroben Infektionen und bei Protozoenerkrankungen dank ausgezeichneter Gewebepenetration, vollständiger oraler Bioverfügbarkeit und günstiger Pharmakologie. Die Halbwertszeit von ca. 8 Stunden erlaubt Dosierung alle 8 Stunden oder als einmal täglich gegebene Hochdosis. Die wichtigste praktische Einschränkung ist die Interaktion mit Warfarin.
Die Kombination mit Alkohol kann eine disulfiramähnliche Reaktion mit Flush, Erbrechen, Tachykardie und Schwindel verursachen. Patienten müssen instruiert werden, während der Behandlung und 48 Stunden danach keinen Alkohol zu trinken.
| Indikation | Dosierung | Hinweis |
|---|---|---|
| Anaerobe Infektion, intravenös | 1,5 g i.v. Tag 1, danach 1 g × 1 | alternativ 500 mg i.v. × 3 |
| Anaerobe Infektion, peroral | 400 mg × 3 p.o. | früh wechseln — Bioverfügbarkeit ist nahezu vollständig |
| Clostridioides difficile | 400 mg × 3 p.o. für 10 Tage | Zweitlinienpräparat; perorales Vancomycin ist Erstlinie |
| Clostridioides difficile, Schluckstörung | 500 mg i.v. × 3 | kombiniert mit Vancomycin über Sonde oder rektal |
| Hirnabszess und odontogene Infektion | 400 mg × 3 p.o. oder 1 g i.v. × 1 | gute Penetration in ZNS und Abszess |
Keine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion — gleiche Dosis bei normaler Nierenfunktion, bei CRRT und bei intermittierender Hämodialyse.
Bei schwerer Leberinsuffizienz Dosis auf ein Drittel reduzieren — hepatischer Metabolismus ist vollständig.
7,5 mg/kg × 3 (max. 500 mg pro Dosis) für Anaerobierinfektionen. Clostridioides difficile: 10 mg/kg × 3 für 10 Tage.
Unnötiges Hinzufügen von Metronidazol zu Piperacillin/Tazobactam, Meropenem oder Carbapenem vermeiden — die Anaerobierwirkung ist bereits abgedeckt und die Redundanz erhöht Nebenwirkungsrisiko und Kosten. Nicht standardmäßig zu jeder abdominalchirurgischen Prophylaxe addieren.