Tetracyclin mit breitem SpektrumFOTOTOXIZITÄT

Doxycyclin

Doxyferm · Doxycyklin EQL Pharma · Vibranord

Das Tetracyclin deckt sowohl Atemwegskeime als auch die intrazellulären Erreger ab, die Betalaktame nicht erfassen — Mycoplasma pneumoniae, Chlamydophila und Borrelia. Nahezu vollständige orale Absorption und lange Halbwertszeit ermöglichen eine Einmaldosierung täglich. Es ist das Standardpräparat bei Pneumonie bei Penicillinallergie und bei atypischer Pneumonie, aber die Altersgrenze von 8 Jahren und die Schwangerschaft schränken die Verwendung erheblich ein.

WARNHINWEIS

Nicht an Kinder unter 8 Jahren oder in der zweiten Schwangerschaftshälfte geben — Tetracycline binden sich an mineralisierende Zahnsubstanz und verursachen Schmelzhypoplasie und dauerhafte Verfärbung. Bei diesen Patienten werden Amoxicillin oder Phenoxymethylpenicillin bei Borrelia und Erythromycin bei atypischer Pneumonie eingesetzt.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Pneumonie bei Penicillinallergie200 mg × 1 p.o. für 3 Tage, danach 100 mg × 1 — insgesamt 7 Tagedeckt sowohl Pneumokokken als auch atypische Erreger ab
Atypische Pneumonie (Mykoplasma, Chlamydophila)200 mg × 1 p.o. Tag 1–3, danach 100 mg × 1 — insgesamt 7–10 Tageerste Wahl bei Erwachsenen und Kindern über 8 Jahren
Erythema migrans100 mg × 2 p.o. für 10 Tagebei solitärem EM ist Phenoxymethylpenicillin 1 g × 3 für 10 Tage erste Wahl
Multiple Erythema migrans, Borrelienlymphozytom, Neuroborreliose200 mg × 1 p.o. für 10–14 Tageperorales Doxycyclin ist intravenösem Ceftriaxon bei früher Neuroborreliose gleichwertig
COPD-Exazerbation mit Behandlungsindikation200 mg × 1 p.o. Tag 1, danach 100 mg × 1 — insgesamt 5–7 Tagedeckt Haemophilus influenzae und Moraxella ab
Niereninsuffizienz

Keine Dosisanpassung bei jeglichem Nierenfunktionsniveau — wird großteils über den Darm eliminiert und akkumuliert nicht. Dies ist ein praktischer Vorteil bei Patienten mit Niereninsuffizienz, bei denen andere Alternativen angepasst werden müssen.

Leberfunktionsstörung

Mit Vorsicht bei ausgeprägter Leberinsuffizienz einsetzen und gleichzeitige hepatotoxische Arzneimittel vermeiden. Keine festgelegte Dosisreduktion.

Kinder

Kinder ab 8 Jahren: 4 mg/kg × 1 Tag 1 (max. 200 mg), danach 2 mg/kg × 1 (max. 100 mg). Bei Neuroborreliose 4 mg/kg × 1 für 10–14 Tage. Kontraindiziert unter 8 Jahren.

Fallstrick

Falsche Wahl bei Harnwegsinfektion der unteren Harnwege — die Konzentration im Urin ist gering und die E.-coli-Resistenz hoch. Auch bei Schwangerschaft und bei Kindern unter 8 Jahren vermeiden, und die Tablette niemals liegend oder ohne Flüssigkeit einnehmen: Doxycyclin ist eine der häufigsten Ursachen des arzneimittelinduzierten Ösophagusulkus.

Pharmakokinetik

BIOVERFÜGB.
ca. 93 % oral
18–22 Stunden
PROTEINBINDUNG
80–90 %
METABOLISMUS
Marginal
AUSSCHEIDUNG
Renal ca. 40 %, Rest über den Darm
NAHRUNGSEFFEKT
Kalzium, Eisen und Antazida binden die Dosis
ZNS-PENETRATION
Gut — ausreichend bei Neuroborreliose
WIRKUNGSEINTRITT
Therapeutischer Spiegel innerhalb von 30 Minuten

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Übelkeit, Dyspepsie, Durchfall, fototoxische Hautreaktion
1–10 %
Ösophagitis und Ösophagusulkus, Exanthem, Candidose, Kopfschmerzen
< 1 %
Benigne intrakranielle Hypertension, Clostridioides-difficile-Kolitis, Hepatotoxizität, DRESS