Kurzwirksamer β₂-Agonist (SABA)GEÄNDERTE EMPFEHLUNG

Salbutamol

Ventoline · Airomir · Buventol Easyhaler · Salbutamol Teva

Der schnellste Weg einen engen Atemweg zu öffnen — Wirkungseintritt innerhalb von Minuten und volle Wirkung innerhalb einer Viertelstunde, unabhängig davon ob die Dosis per Spray mit Vorschaltkammer oder Vernebler gegeben wird. Bei akutem schwerem Asthma ist die Dosis die, die benötigt wird, nicht die auf der Packung: wiederholte Gabe alle zwanzig Minuten ist die Regel eher als die Ausnahme. Was sich geändert hat, ist die Rolle in der Erhaltungstherapie — SABA allein nach Bedarf wird bei Asthma nicht mehr empfohlen.

WARNHINWEIS

Bedarfsbehandlung mit SABA allein ohne inhalatives Kortikosteroid erhöht das Risiko schwerer Exazerbationen und des Asthmatodes und wird gemäß GINA nicht mehr empfohlen. Hochdosisbehandlung verursacht Hypokaliämie, Tachykardie und Laktatazidose — Kalium bei wiederholter Verneblung kontrollieren.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Bei Bedarf, leichte Beschwerden0,1–0,2 mg (1–2 Hübe) Inhalationsspray bei Bedarf, höchstens 4-mal täglichnur zusammen mit inhalativem Kortikosteroid bei Asthma
Akutes Asthma, Vorschaltkammer4–10 Hübe à 0,1 mg über Vorschaltkammer, ein Hub auf einmal, alle 20 Minuten in der ersten Stunde wiederholbargleichwertig der Verneblung bei leichtem bis mäßigem Anfall
Akutes schweres Asthma, Verneblung5 mg im Vernebler, alle 20 Minuten × 3 wiederholbar, dann alle 1–4 Stundenmit Ipratropium 0,5 mg und systemischem Kortikosteroid kombinieren
Lebensbedrohliches AsthmaKontinuierliche Verneblung 5–10 mg/Stunde mit sauerstoffgetriebenem Vernebleri.v. β₂-Agonist oder Magnesiumsulfat bei ausbleibendem Ansprechen erwägen
Belastungsinduzierte Bronchialobstruktion0,2 mg (2 Hübe) 10–15 Minuten vor Belastungwiederkehrender Bedarf deutet auf unzureichende Erhaltungstherapie
Niereninsuffizienz

Keine etablierte Dosisanpassung. Das Risiko für Hypokaliämie bei Hochdosis ist jedoch bei gleichzeitiger Niereninsuffizienz und Diuretikatherapie größer.

Leberfunktionsstörung

Keine etablierte Dosisanpassung.

Kinder

Inhalationsspray mit Vorschaltkammer: 2–6 Hübe à 0,1 mg bei akuter Obstruktion, wiederholbar. Verneblung: 2,5 mg bei Kindern unter ca. 20 kg, 5 mg bei größeren Kindern.

Fallstrick

Salbutamol nicht als einziges Asthmamittel verschreiben. Der Patient erlebt den Effekt als gut, die Symptome werden gedämpft und die zugrundeliegende Entzündung bleibt unbehandelt — hoher SABA-Verbrauch, drei oder mehr Packungen pro Jahr, ist ein unabhängiger Risikomarker für schwere Exazerbation und Asthmatod.

Pharmakokinetik

WIRKUNGSEINTRITT
innerhalb 5 Minuten
MAXIMALWIRKUNG
15–30 Minuten
WIRKUNGSDAUER
4–6 Stunden
4–6 Stunden
LUNGENDEPOT
10–20 % der inhalierten Dosis
METABOLISMUS
Sulfatkonjugierung in der Darmwand und der Leber
AUSSCHEIDUNG
Renal, zum großen Teil unverändert
REZEPTOR
β₂-selektiv, Selektivität nimmt bei Hochdosis ab

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Tremor, Herzklopfen, Kopfschmerzen, Tachykardie
1–10 %
Muskelkrämpfe, Unruhe, Hypokaliämie, Mundtrockenheit, Übelkeit
< 1 %
Paradoxer Bronchospasmus, Laktatazidose, Arrhythmie, Myokardischämie