Leukotrienrezeptorantagonist (CysLT₁)NEUROPSYCHIATRISCHES RISIKOMONITORING ERFORDERLICH

Montelukast

Singulair · Montelukast Sandoz · Montelukast Teva

Orales Antiasthmatikum und Antiallergikum der dritten Linie — wirksam, aber schwächer als inhaliertes Kortikosteroid und schwächer als LABA als Zusatz zu ICS. Der einzige echte Vorteil ist die orale Applikation, was es zur Erstlinienalternative bei Patienten macht, die keine Inhalatoren einsetzen können oder wollen. Neuropsychiatrische Nebenwirkungen — Albträume, Aggressivität, Suizidgedanken — sind selten, aber klinisch bedeutsam und seit 2020 Gegenstand des FDA-Boxed-Warning.

WARNHINWEIS

Schwerwiegende neuropsychiatrische Reaktionen — Albträume, Schlafstörung, Angst, Aggressivität, Suizidgedanken und -verhalten — sind belegt. Aktiv nach diesen Symptomen fragen und Präparat absetzen wenn sie auftreten.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Asthma, Zusatztherapie Erwachsene10 mg einmal täglich zur Nachtab 15 Jahren; Wirkung nach 4 Wochen bewerten
Belastungsinduzierte Bronchialobstruktion10 mg täglich zur Nachtschützt rund um die Uhr, aber SABA vor Belastung ergibt schnelleren Effekt
Allergische Rhinitis mit gleichzeitigem Asthma10 mg täglich zur Nachteine Tablette deckt beide Diagnosen; nasales Steroid ist bei Nase wirksamer
Asthma bei Kindern 6–14 Jahre5 mg Kautablette einmal täglich zur Nachtersetzt nicht Inhalationssteroid bei persistierendem Asthma
Asthma bei Kindern 2–5 Jahre4 mg Kautablette oder Granulat einmal täglich zur NachtGranulat kann in einen Löffel Speise gemischt werden
Niereninsuffizienz

Keine Dosisanpassung bei jeder Nierenfunktionsstufe — Ausscheidung über Galle.

Leberfunktionsstörung

Keine Anpassung bei leichter bis mäßiger Leberinsuffizienz. Bei schwerer Leberinsuffizienz mit Vorsicht.

Kinder

4 mg Granulat oder Kautablette (2–5 Jahre), 5 mg Kautablette (6–14 Jahre), 10 mg Tablette (ab 15 Jahren).

Fallstrick

Montelukast nicht als Ersatz für Inhalationssteroid bei persistierendem Asthma einsetzen — die entzündungshemmende Wirkung reicht nicht aus und die Therapielücke erhöht das Exazerbationsrisiko. Auch nicht bei Patienten mit anamnestisch neuropsychiatrischen Problemen verwenden, wenn eine Alternative verfügbar ist.

Pharmakokinetik

BIOVERFÜGB.
64–73 %
MAXKONZ.
2–4 Stunden
2,7–5,5 Stunden
PROTEINBINDUNG
> 99 %
METABOLISMUS
CYP2C8 und CYP3A4
AUSSCHEIDUNG
Biliär > 86 %
WIRKUNGSEINTRITT
Bronchospasmus nach 2 Stunden; Rhinitis nach Tagen
VOLLE WIRKUNG
2–4 Wochen bei Dauertherapie

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, obere Atemwegsinfektionen
1–10 %
Albträume, Schlafstörung, Reizbarkeit, Diarrhö, Hautausschlag, Transaminaseerhöhung
< 1 %
Depression, Aggressivität, Suizidgedanken und Suizidverhalten, Halluzinationen, Churg-Strauss-Vaskulitis