Catapresan · Clonidin Abcur · Dixarit
Zentralwirksamer Alfa-2-Agonist, der den sympathischen Ausfluss aus der Medulla oblongata senkt. Senkt Blutdruck, Herzfrequenz und Schmerzsensitivität und bietet zudem eine sedierende und anxiolytische Wirkung — eine Kombination, die bei aufgeregtem Delirium und bei Abstinenzsyndromen genutzt wird. Das Hauptproblem ist der Rebound-Effekt: abruptes Absetzen nach Wochen der Behandlung verursacht hypertensive Krise.
Abruptes Absetzen verursacht Rebound-Hypertonie mit Risiko für hypertensive Krise. Immer ausschleichen. Kontraindiziert bei Bradykardie oder AV-Block ohne Schrittmacher.
| Indikation | Dosierung | Hinweis |
|---|---|---|
| Hypertensive Krise, i.v. | 150 µg in 10 ml NaCl verdünnt, langsam über 5–10 Minuten geben | unmittelbar vor Verabreichung verdünnen |
| Peroral | 75 µg × 1, nach Bedarf auf höchstens 900 µg/Tag erhöhen | auf mehrere Dosen verteilt |
| Transdermales Pflaster | 0,1–0,3 mg/24 Stunden, einmal pro Woche wechseln | TTS-1, TTS-2 bzw. TTS-3 |
| Agitiertes Delirium und Entzug | Gemäß lokaler Leitlinie, häufig 75–150 µg × 2–3 p.o. | Sedierungseffekt wird genutzt |
Keine Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz oder Nierenersatztherapie — wie bei normaler Nierenfunktion dosieren.
Keine etablierte Anpassung. Nach Sedierungsgrad titrieren.
1–5 µg/kg/Dosis p.o. alle 6–8 Stunden bei Hypertonie. Auch als Sedierung auf der Kinderintensivstation eingesetzt.
Falsches Mittel bei hypertensiver Krise beim hämodynamisch instabilen Patienten — die Hypotonie ist unvorhersehbar und die Wirkung hält stundenlang an. Nie abrupt absetzen bei langwierig behandeltem Patienten.