Keppra · Levetiracetam Accord · Desitrend
Erstlinienpräparat nach Benzodiazepin bei Status epilepticus und eines der am häufigsten eingesetzten Antiepileptika in der Langzeitbehandlung — dank fehlender CYP-Metabolisierung, weniger Arzneimittelinteraktionen als bei fast jedem anderen Antiepileptikum. Der Nachteil ist die ausgeprägte Renal-Abhängigkeit: bei Niereninsuffizienz muss die Dosis obligatorisch angepasst werden.
Reizbarkeit, Aggressivität, Angst und Depression betreffen bis zu jeden zehnten Patienten und sind die häufigste Ursache für Therapieabbruch. Suizidgedanken treten seltener auf — Patienten und Angehörige müssen aufgeklärt werden und aufgetretene psychiatrische Symptome müssen an den nächsten Kontrolltermin adressiert werden.
| Indikation | Dosierung | Hinweis |
|---|---|---|
| Status epilepticus, Ladedosis | 60 mg/kg i.v., höchstens 4 500 mg, über 10 Minuten | nach Benzodiazepin gegeben, keine Nierenanpassung der Ladedosis |
| Erhaltung nach Ladedosis | 500–1 000 mg × 2 i.v. oder p.o. | bei Schluckfähigkeit auf perorale Formulierung wechseln |
| Epilepsie, Einleitung beim Erwachsenen | 500 mg × 2 p.o. ab Tag 1 | keine Auftitration nötig, Wirkung innerhalb eines Tages |
| Epilepsie, Erhaltung | 500–1 500 mg × 2 p.o. | höchstens 3 000 mg pro Tag |
| Wechsel zwischen i.v. und p.o. | Gleiche Tagesdosis, 1:1 | Bioverfügbarkeit nahezu 100 % |
Dosierung wird durch Kreatinin-Clearance gesteuert und ist obligatorisch anzupassen. ≥ 80 ml/min: 500–1 500 mg × 2. 50–79 ml/min: 500–1 000 mg × 2. 30–49 ml/min: 250–750 mg × 2. < 30 ml/min: 250–500 mg × 2. Dialyse: 500–1 000 mg × 1, mit 750 mg am ersten Tag und 250–500 mg extra nach jeder Dialyse.
Keine Anpassung bei leicht bis mäßig eingeschränkter Leberfunktion. Bei schwerem Leberversagen ist Kreatinin-Clearance oft überschätzt — Erhaltungsdosis halbieren wenn berechnete Clearance unter 60 ml/min/1,73 m² liegt.
Ab 1 Monat: 10 mg/kg × 2 p.o. als Startdosis, Auftitrierung auf 30 mg/kg × 2. Kinder unter 50 kg werden pro Kilo dosiert. Status epilepticus: 60 mg/kg i.v., höchstens 4 500 mg.
Beim Patienten mit bekannter Depression, Aggressivitätsproblematik oder neuropsychiatrischer Komorbidität vermeiden wenn eine Alternative wie Lacosamid oder Valproat verfügbar ist. Der neuropsychiatrische Effekt tritt oft in den ersten Wochen auf und rechtfertigt ein enges Monitoring — Patienten und Angehörige sollen wissen, worauf zu achten ist.