Dopamin-D₂-Antagonist mit prokinetischer WirkungBEGRENZTE BEHANDLUNGSDAUERMONITORING ERFORDERLICH

Metoclopramid

Primperan · Metoclopramid Abcur

Antiemetikum und Prokinetikum mit schnellem Wirkungseintritt — nützlich bei akuter Übelkeit, Magenentleerungsstörung und migränebedingter Gastroparese, wo es gleichzeitig die Absorption peroraler Analgetika verbessert. Die extrapyramidalen Nebenwirkungen sind die wichtigste Einschränkung und führen 2013 zu der EMA-Entscheidung, die maximale Behandlungsdauer auf 5 Tage zu begrenzen.

WARNHINWEIS

Extrapyramidale Reaktionen, einschließlich akuter Dystonie mit Blickkrampf und Opisthotonus, treten bei bis zu 1 % auf und sind bei jungen Patienten am häufigsten. Sofort Biperiden 2,5–5 mg i.v. oder i.m. geben wenn Dystonie auftritt. Tardive Dyskinesie kann irreversibel sein nach langer Exposition.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Übelkeit und Erbrechen beim Erwachsenen10 mg p.o., i.m. oder i.v. bis zu 3-mal täglichhöchstens 30 mg oder 0,5 mg/kg pro Tag
BehandlungsdauerHöchstens 5 Tage, unabhängig von der Indikationgilt für alle Indikationen nach EMA-Entscheidung 2013
Postoperative Übelkeit10 mg i.v. langsam über mindestens 3 Minutenschnelle Injektion verursacht Unruhe und Akathisie
Zytostatika-induzierte verzögerte Übelkeit10 mg bis zu 3-mal täglichZweitlinienpräparat nach 5-HT₃- und NK₁-Antagonisten
Migräne mit Gastroparese10 mg p.o. oder i.v. zusammen mit Analgetikumverbessert die Resorption peroraler Analgetika
Niereninsuffizienz

Kreatinin-Clearance 15–60 ml/min: Tagesdosis um 50 % reduzieren. Kreatinin-Clearance ≤ 15 ml/min: Tagesdosis um 75 % reduzieren.

Leberfunktionsstörung

Keine formelle Dosisanpassung bei Leberinsuffizienz, aber Vorsicht bei schwerer Beeinträchtigung.

Kinder

Nicht empfohlen unter 1 Jahr. Ab 1 Jahr: 0,1 mg/kg bis zu 3-mal täglich (max. 0,5 mg/kg/Tag). Das Risiko für extrapyramidale Reaktionen ist bei Kindern besonders hoch.

Fallstrick

Beim Patienten unter 30 Jahren vermeiden wenn eine Alternative vorhanden ist — das Risiko für akute Dystonie ist in dieser Gruppe am höchsten, und eine Dystonie ist beängstigend und für den Patienten unnötig traumatisch. Ondansetron oder Domperidon sind sicherere Alternativen.

Pharmakokinetik

BIOVERFÜGB.
65–80 % peroral
WIRKUNGSEINTRITT
1–3 Minuten i.v., 10–15 Minuten i.m.
5–6 Stunden
PROTEINBINDUNG
30 %
METABOLISMUS
Hepatisch, CYP2D6
AUSSCHEIDUNG
Renal, 85 % als Metaboliten
MAXIMALDOSIS
30 mg/Tag oder 0,5 mg/kg/Tag
MAXIMALE DAUER
5 Tage

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Müdigkeit und Sedierung, Diarrhö, Kraftlosigkeit
1–10 %
Akathisie und innere Unruhe, Depression, Hypotonie bei intravenöser Gabe, Amenorrhö
< 1 %
Akute Dystonie, tardive Dyskinesie, malignes neuroleptisches Syndrom, Methämoglobinämie