Primperan · Metoclopramid Abcur
Antiemetikum und Prokinetikum mit schnellem Wirkungseintritt — nützlich bei akuter Übelkeit, Magenentleerungsstörung und migränebedingter Gastroparese, wo es gleichzeitig die Absorption peroraler Analgetika verbessert. Die extrapyramidalen Nebenwirkungen sind die wichtigste Einschränkung und führen 2013 zu der EMA-Entscheidung, die maximale Behandlungsdauer auf 5 Tage zu begrenzen.
Extrapyramidale Reaktionen, einschließlich akuter Dystonie mit Blickkrampf und Opisthotonus, treten bei bis zu 1 % auf und sind bei jungen Patienten am häufigsten. Sofort Biperiden 2,5–5 mg i.v. oder i.m. geben wenn Dystonie auftritt. Tardive Dyskinesie kann irreversibel sein nach langer Exposition.
| Indikation | Dosierung | Hinweis |
|---|---|---|
| Übelkeit und Erbrechen beim Erwachsenen | 10 mg p.o., i.m. oder i.v. bis zu 3-mal täglich | höchstens 30 mg oder 0,5 mg/kg pro Tag |
| Behandlungsdauer | Höchstens 5 Tage, unabhängig von der Indikation | gilt für alle Indikationen nach EMA-Entscheidung 2013 |
| Postoperative Übelkeit | 10 mg i.v. langsam über mindestens 3 Minuten | schnelle Injektion verursacht Unruhe und Akathisie |
| Zytostatika-induzierte verzögerte Übelkeit | 10 mg bis zu 3-mal täglich | Zweitlinienpräparat nach 5-HT₃- und NK₁-Antagonisten |
| Migräne mit Gastroparese | 10 mg p.o. oder i.v. zusammen mit Analgetikum | verbessert die Resorption peroraler Analgetika |
Kreatinin-Clearance 15–60 ml/min: Tagesdosis um 50 % reduzieren. Kreatinin-Clearance ≤ 15 ml/min: Tagesdosis um 75 % reduzieren.
Keine formelle Dosisanpassung bei Leberinsuffizienz, aber Vorsicht bei schwerer Beeinträchtigung.
Nicht empfohlen unter 1 Jahr. Ab 1 Jahr: 0,1 mg/kg bis zu 3-mal täglich (max. 0,5 mg/kg/Tag). Das Risiko für extrapyramidale Reaktionen ist bei Kindern besonders hoch.
Beim Patienten unter 30 Jahren vermeiden wenn eine Alternative vorhanden ist — das Risiko für akute Dystonie ist in dieser Gruppe am höchsten, und eine Dystonie ist beängstigend und für den Patienten unnötig traumatisch. Ondansetron oder Domperidon sind sicherere Alternativen.