Morphin Hameln · Dolcontin · MST Continus
Das klassische Referenzopioid, gegen das alle anderen gemessen werden. Die lange Wirksamkeitsdokumentation ist ein Vorteil; der aktive Metabolit Morphin-6-Glucuronid ist ein Nachteil bei Niereninsuffizienz, wo er akkumuliert und Atemdepression noch Stunden nach der letzten Dosis verursachen kann. Depotformulierung ist die Grundlage der oralen Schmerzbehandlung bei Tumorschmerzen.
Atemdepression, besonders zusammen mit Benzodiazepin. Abhängigkeit und Toleranzentwicklung bei längerer Behandlung. Morphin-6-Glucuronid akkumuliert bei Niereninsuffizienz — bei eGFR unter 30 auf Oxycodon oder Fentanyl wechseln.
| Indikation | Dosierung | Hinweis |
|---|---|---|
| Akuter schwerer Schmerz, Erwachsener | 2,5–5 mg i.v., alle 5 Minuten bis Wirkung wiederholen | titrieren, keine fixe Dosis geben |
| Lungenödem mit Angst | 2,5 mg i.v. | sparsam — Routineanwendung ist aufgegeben |
| Perorale Schmerzbehandlung | 5–10 mg alle 4 Stunden bei Bedarf | Depotformulierung bei stabilem Bedarf |
| Ältere oder eGFR < 30 | Dosis halbieren und Intervall verlängern | Oxycodon oder Fentanyl erwägen |
Aktiver Metabolit akkumuliert. Dosis halbieren bei eGFR 30–60; unter 30 ml/min vermeiden.
Keine formale Dosisanpassung bei leichter bis mäßiger Leberinsuffizienz. Bei schwerer Beeinträchtigung Dosis halbieren und Intervall verlängern.
0,05–0,1 mg/kg i.v. oder 0,2–0,3 mg/kg p.o. nach Körpergewicht. Neonaten besonders empfindlich für Atemdepression.
Naloxon gegen Atemfrequenz, nicht gegen Wachheit titrieren — vollständige Reversierung verursacht Entzug, Schmerzrezidiv und Agitation. Auch bei Niereninsuffizienz unter 30 ml/min auf sicherere Alternative wechseln.