Kompetitiver OpioidrezeptorantagonistKÜRZER ALS DAS OPIOIDMONITORING ERFORDERLICH

Naloxon

Nyxoid · Respinal · Naloxon Hameln

Das einzige Antidot gegen Opioide, mit zwei klinisch verschiedenen Anwendungen: präklinische Notfallbehandlung bei vermuteter Opioidüberdosierung mit großzügiger Dosierung und nasaler oder intramuskulärer Applikation, und klinische Reversal bei therapeutischer Atemdepression mit kleinen titrierten Dosen um eine vollständige Reversierung zu vermeiden, die Entzug, Schmerz und Agitiertheit auslöst. In beiden Situationen ist die kurze Halbwertszeit im Vergleich zu den meisten Opioiden die wichtigste Einschränkung.

WARNHINWEIS

Naloxon ist kurzwirkend im Verhältnis zu fast allen Opioiden — ein Patient, der auf Naloxon angesprochen hat, muss mindestens 4–6 Stunden überwacht werden und kann erneut Atemdepression entwickeln wenn das Naloxon eliminiert ist. Bei Methadon und Depotpräparaten kann die Überwachungszeit 24 Stunden betragen.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Opioid-induzierte Atemdepression, Krankenhaus0,04–0,4 mg i.v., alle 2–3 Minuten bis adäquate Atmung wiederholen0,4 mg auf 10 ml verdünnen und 1 ml auf einmal geben
Vermutete Opioidüberdosierung außerhalb Krankenhaus0,4 mg i.v. und 0,8 mg i.m., oder 1,8 mg intranasali.m.- und Nasalweg wenn kein Venenzugang; bei ausbleibendem Effekt wiederholen
Langwirkendes Opioid oder wiederholte DosenInfusion 0,4–0,8 mg/Stunde, nach Atemfrequenz titriertzwei Drittel der Bolusdosis, die Wirkung erzielt hatte, als stündliche Rate
Opioidabhängiger Patient0,04 mg i.v. auf einmalZiel ist Atemfrequenz > 10, nicht ein wacher Patient
Neugeborenes nach Opioid der Mutter0,01 mg/kg i.v. oder i.m., kann wiederholt werdennicht bei Neugeborenem einer opioidabhängigen Mutter geben — Krampfrisiko
Niereninsuffizienz

Keine Dosisanpassung. Die Wirkungsdauer ändert sich kaum, aber die Metaboliten des zugrundeliegenden Opioids können bei Niereninsuffizienz akkumulieren.

Leberfunktionsstörung

Keine Dosisanpassung.

Kinder

0,01 mg/kg i.v. oder i.m., bis 0,1 mg/kg bei ausbleibendem Effekt; Bolusdosen bei Kindern und Jugendlichen maximal 2 mg.

Fallstrick

Nicht 0,4 mg als fixen Bolus bei opioidabhängigen oder bei Patienten, die Opioide gegen starke Schmerzen erhalten haben, geben — vollständige Reversierung verursacht Entzug, Schmerzrezidiv und Agitation. Stattdessen kleine Dosen von 0,04 mg titrieren bis Atemfrequenz ausreichend ist.

Pharmakokinetik

WIRKUNGSEINTRITT
1–2 Minuten i.v., 5–10 Minuten i.m.
WIRKUNGSDAUER
30–90 Minuten
BIOVERFÜGB.
ca. 47 % intranasal, > 90 % i.m.
Vd
2,6 l/kg
1–1,5 Stunden
PROTEINBINDUNG
45 %
METABOLISMUS
Hepatisch, Glucuronidierung
AUSSCHEIDUNG
Renal

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Entzugssymptome bei Opioidabhängigen: Übelkeit, Schwitzen, Agitation, Schmerz
1–10 %
Blutdruckanstieg, Erbrechen, Tremor, Schmerzrezidiv, Agitiertheit
< 1 %
Lungenödem, ventrikuläre Arrhythmie, Krampfanfälle, Herzstillstand bei vollständiger Reversierung bei opioidabhängigen Patienten