Jardiance · Synjardy · Glyxambi
Ein Diabetespräparat, das heute meist aus anderen Gründen als der Blutzuckerkontrolle eingesetzt wird. Empagliflozin reduzierte den kardiovaskulären Tod bei Typ-2-Diabetes in EMPA-REG OUTCOME, senkte Herzinsuffizienzereignisse unabhängig von der Ejektionsfraktion in EMPEROR-Reduced und EMPEROR-Preserved und verlangsamte den Nierenfunktionsverlust bis zu einer eGFR von 20 in EMPA-KIDNEY. Die blutzuckersenkende Wirkung nimmt mit sinkender eGFR ab, während die kardiorenal-schützende Wirkung bestehen bleibt — das ist der eigentliche Punkt des Präparats.
Euglykämische Ketoazidose ist die gefährlichste Nebenwirkung: Der Patient kann schwer azidotisch sein bei Blutglukose unter 14 mmol/l, was die Diagnose leicht übersehen lässt. Ketone bei Übelkeit, Bauchschmerzen und Dyspnoe unabhängig vom Glukosewert kontrollieren, und das Präparat vor größeren Eingriffen und bei akuter Erkrankung pausieren.
| Indikation | Dosierung | Hinweis |
|---|---|---|
| Typ-2-Diabetes | 10 mg × 1, kann auf 25 mg × 1 erhöht werden | Erhöhung auf 25 mg nur bei eGFR ≥ 60 ml/min und unzureichender Blutzuckerkontrolle |
| Chronische Herzinsuffizienz, alle Ejektionsfraktionen | 10 mg × 1 unabhängig vom Diabetesstatus | keine Titration, kein zusätzlicher Effekt von 25 mg |
| Chronische Nierenerkrankung | 10 mg × 1 | Einleitung bis eGFR 20 ml/min; Fortführung bis Dialysebeginn |
| Einleitung nach Myokardinfarkt oder Herzinsuffizienz | 10 mg × 1, gerne noch während des Krankenhausaufenthalts | Volumenstatus kontrollieren und Schleifendiuretikadosis ggf. reduzieren |
| Perioperatives Management | Pausieren 3 Tage vor geplantem größeren Eingriff | Wiederaufnahme wenn Patient normal isst und Ketone normalisiert sind |
eGFR ≥ 60 ml/min: volle Dosis, 25 mg bei Diabetesindikation möglich. eGFR 45–59 ml/min: 10 mg, abnehmende blutzuckersenkende Wirkung. eGFR 20–44 ml/min: 10 mg für kardiorenal-schützende Indikation — die blutzuckersenkende Wirkung ist in der Praxis nicht mehr vorhanden. eGFR unter 20 ml/min: Neubehandlung nicht einleiten; laufende Behandlung kann bis zum Dialysebeginn fortgesetzt werden.
Keine Dosisanpassung bei leichter bis mäßiger Leberinsuffizienz. Bei schwerer Leberinsuffizienz nicht empfohlen — Exposition steigt und Dokumentation ist unzureichend.
Ab 10 Jahren bei Typ-2-Diabetes zugelassen: 10 mg × 1, kann auf 25 mg × 1 erhöht werden. Keine Dokumentation bei Herzinsuffizienz oder Nierenerkrankung bei Kindern.
Das Präparat nicht bei Patienten mit Typ-1-Diabetes außerhalb der Spezialversorgung einleiten, und das Pausieren vor Operationen oder bei akuter Erkrankung mit Nahrungskarenz nicht vergessen — in dieser Situation entsteht die euglykämische Ketoazidose. Auch bei Patienten mit rezidivierenden genitalen Pilzinfektionen oder wiederholter Urosepsis vermeiden; dort überwiegen die Nebenwirkungen den Nutzen.