SGLT2-HemmerMONITORING ERFORDERLICH

Empagliflozin

Jardiance · Synjardy · Glyxambi

Ein Diabetespräparat, das heute meist aus anderen Gründen als der Blutzuckerkontrolle eingesetzt wird. Empagliflozin reduzierte den kardiovaskulären Tod bei Typ-2-Diabetes in EMPA-REG OUTCOME, senkte Herzinsuffizienzereignisse unabhängig von der Ejektionsfraktion in EMPEROR-Reduced und EMPEROR-Preserved und verlangsamte den Nierenfunktionsverlust bis zu einer eGFR von 20 in EMPA-KIDNEY. Die blutzuckersenkende Wirkung nimmt mit sinkender eGFR ab, während die kardiorenal-schützende Wirkung bestehen bleibt — das ist der eigentliche Punkt des Präparats.

WARNHINWEIS

Euglykämische Ketoazidose ist die gefährlichste Nebenwirkung: Der Patient kann schwer azidotisch sein bei Blutglukose unter 14 mmol/l, was die Diagnose leicht übersehen lässt. Ketone bei Übelkeit, Bauchschmerzen und Dyspnoe unabhängig vom Glukosewert kontrollieren, und das Präparat vor größeren Eingriffen und bei akuter Erkrankung pausieren.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Typ-2-Diabetes10 mg × 1, kann auf 25 mg × 1 erhöht werdenErhöhung auf 25 mg nur bei eGFR ≥ 60 ml/min und unzureichender Blutzuckerkontrolle
Chronische Herzinsuffizienz, alle Ejektionsfraktionen10 mg × 1 unabhängig vom Diabetesstatuskeine Titration, kein zusätzlicher Effekt von 25 mg
Chronische Nierenerkrankung10 mg × 1Einleitung bis eGFR 20 ml/min; Fortführung bis Dialysebeginn
Einleitung nach Myokardinfarkt oder Herzinsuffizienz10 mg × 1, gerne noch während des KrankenhausaufenthaltsVolumenstatus kontrollieren und Schleifendiuretikadosis ggf. reduzieren
Perioperatives ManagementPausieren 3 Tage vor geplantem größeren EingriffWiederaufnahme wenn Patient normal isst und Ketone normalisiert sind
Niereninsuffizienz

eGFR ≥ 60 ml/min: volle Dosis, 25 mg bei Diabetesindikation möglich. eGFR 45–59 ml/min: 10 mg, abnehmende blutzuckersenkende Wirkung. eGFR 20–44 ml/min: 10 mg für kardiorenal-schützende Indikation — die blutzuckersenkende Wirkung ist in der Praxis nicht mehr vorhanden. eGFR unter 20 ml/min: Neubehandlung nicht einleiten; laufende Behandlung kann bis zum Dialysebeginn fortgesetzt werden.

Leberfunktionsstörung

Keine Dosisanpassung bei leichter bis mäßiger Leberinsuffizienz. Bei schwerer Leberinsuffizienz nicht empfohlen — Exposition steigt und Dokumentation ist unzureichend.

Kinder

Ab 10 Jahren bei Typ-2-Diabetes zugelassen: 10 mg × 1, kann auf 25 mg × 1 erhöht werden. Keine Dokumentation bei Herzinsuffizienz oder Nierenerkrankung bei Kindern.

Fallstrick

Das Präparat nicht bei Patienten mit Typ-1-Diabetes außerhalb der Spezialversorgung einleiten, und das Pausieren vor Operationen oder bei akuter Erkrankung mit Nahrungskarenz nicht vergessen — in dieser Situation entsteht die euglykämische Ketoazidose. Auch bei Patienten mit rezidivierenden genitalen Pilzinfektionen oder wiederholter Urosepsis vermeiden; dort überwiegen die Nebenwirkungen den Nutzen.

Pharmakokinetik

BIOVERFÜGB.
Ca. 78 %
Tmax
1,5 Stunden
12,4 Stunden
PROTEINBINDUNG
86 %
METABOLISMUS
Glukuronidierung (UGT2B7, 1A3, 1A8, 1A9)
AUSSCHEIDUNG
Renal 54 %, fäkal 41 %
WIRKUNGSMECHANISMUS
Hemmt SGLT2 im proximalen Tubulus
WIRKUNGSEINTRITT
Glukosurie innerhalb von Stunden · kardiorenal-schützende Wirkung innerhalb von Wochen

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Hypoglykämie in Kombination mit Sulfonylharnstoff oder Insulin
1–10 %
Genitale Pilzinfektion, Harnwegsinfektion, Polyurie, Durst, Volumenverlust, Juckreiz
< 1 %
Euglykämische Ketoazidose, Fourniersche Gangrän, Urosepsis und Pyelonephritis, Angioödem