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Metformin

Glucophage · Metformin ratiopharm · Metformin Sandoz

Erstlinientherapie bei Typ-2-Diabetes mit dem einzigartigen Vorteil, keine Hypoglykämie zu verursachen und gleichzeitig das kardiovaskuläre Risiko zu senken — das einzige orale Antidiabetikum mit UKPDS-Mortalitätsdaten. Die einzige bedeutende Nebenwirkung ist die seltene, aber lebensbedrohliche Laktatazidose, die fast ausschließlich bei Akkumulation entsteht, also dann wenn die Nierenfunktion akut eingeschränkt ist.

WARNHINWEIS

Laktatazidose ist selten, hat aber hohe Mortalität und entsteht fast immer bei Akkumulation. Die Kontraindikation liegt nicht in der Nierenfunktion an sich, sondern im akuten Abfall der Nierenfunktion: Gastroenteritis, Fieber, Operation, Jodhaltiges Kontrastmittel — in all diesen Situationen vorübergehend absetzen.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Typ-2-Diabetes, Einleitung500 mg × 1–2 zur Mahlzeit, alle 10–14 Tage erhöhenlangsame Auftitration vermindert gastrointestinale Beschwerden
Typ-2-Diabetes, Zieldosis1 000 mg × 2 (insgesamt 2 g täglich)klinische Zieldosis; über 2 g ergibt wenig zusätzlichen Effekt
Maximaldosis gemäß Fachinformation3 g täglich verteilt auf 3 Dosenselten eingesetzt, Verträglichkeit begrenzt
Retardformulierung bei GI-Intoleranz500–2 000 mg × 1 zum AbendessenFormulierung wechseln statt Präparat absetzen
Kombination mit SGLT2-Hemmer oder GLP-1-AnalogonMetformindosis bleibt unverändertkeine Hypoglykämiegefahr durch die Kombination selbst
Niereninsuffizienz

eGFR 60 ml/min und höher: volle Dosis. eGFR 45–59 ml/min: höchstens 2 g täglich, eGFR alle 3–6 Monate kontrollieren. eGFR 30–44 ml/min: höchstens 1 g täglich, engmaschige Kontrolle. eGFR unter 30 ml/min: kontraindiziert. Bei akuter Erkrankung mit Risiko für Nierenfunktionsverschlechterung immer vorübergehend absetzen.

Leberfunktionsstörung

Kontraindiziert bei signifikanter Leberinsuffizienz — hepatische Laktatclearance ist Teil des Schutzmechanismus.

Kinder

Zugelassen ab 10 Jahren bei Typ-2-Diabetes. Dosierung wie beim Erwachsenen, 500–2 000 mg täglich.

Fallstrick

Der klassische Fehler ist der ältere Patient, der mit Gastroenteritis oder Fieber kommt und Metformin weiter einnimmt trotz Flüssigkeitsverlust und vermindeter Diurese. Das Präparat muss sofort abgesetzt werden und darf nicht wieder angesetzt werden bevor der Patient trinkt und die Nierenfunktion normal ist.

Pharmakokinetik

BIOVERFÜGB.
50–60 % (nahrungsabhängig)
TMAX
2,5 Stunden
4–9 Stunden
PROTEINBINDUNG
Vernachlässigbar
METABOLISMUS
Keiner — unverändert ausgeschieden
AUSSCHEIDUNG
Renal, 100 % unverändert
WIRKUNGSEINTRITT
Metabolisch nach einigen Tagen
DIALYSE
Entfernbar — nicht bei Laktatazidose auf Metformin warten

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit
1–10 %
Metallgeschmack, Dyspepsie, Vitamin-B12-Senkung bei Langzeitanwendung
< 1 %
Laktatazidose, megaloblastäre Anämie, Leberbeteiligung, Erythem