SchleifendiuretikumELEKTROLYTKONTROLLE

Furosemid

Furix · Impugan

Hemmt den Na⁺/K⁺/2Cl⁻-Transporter in der Henleschen Schleife. Die Dosis-Wirkungs-Beziehung ist eine Schwellenkurve, keine Gerade: unterhalb der Schwelle passiert nichts, und bei Niereninsuffizienz muss die Schwellendosis erhöht werden, um überhaupt eine Wirkung zu erzielen.

WARNHINWEIS

Ausgeprägte Diurese kann Hypovolämie, Nierenversagen und schwere Elektrolytstörungen verursachen. Ototoxizität bei rascher intravenöser Gabe hoher Dosen.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-19
IndikationDosierungHinweis
Akutes Lungenödem40 mg i.v. (80 mg wenn Patient bereits Furosemid einnimmt)Wirkung innerhalb von 5–15 min
Chronische Herzinsuffizienz20–80 mg p.o. täglichniedrigste Dosis, die den Patienten euvolämisch hält
NiereninsuffizienzDosisleiter verdoppeln; 80–250 mg i.v. kann erforderlich seinSchwellendosis steigt mit sinkendem eGFR
DiuretikaresistenzKontinuierliche Infusion oder Hinzufügen eines Thiazidssequenzielle Nephronblockade
Niereninsuffizienz

Keine obere Dosisgrenze an sich — aber die Wirkung erfordert eine höhere Dosis bei niedrigem eGFR.

Leberfunktionsstörung

Vorsicht bei Zirrhose: Risiko für hepatische Enzephalopathie und Hypokaliämie.

Kinder

0,5–1 mg/kg i.v. pro Dosis, max. 2 mg/kg.

Fallstrick

Dosis nicht erhöhen bei ausbleibender Wirkung, ohne zuvor zu prüfen, ob der Patient tatsächlich überwässert ist — beim ausgetrockneten Patienten verschlechtert mehr Furosemid die Nierenfunktion.

Pharmakokinetik

BIOVERFÜGB.
10–90 % (sehr variabel)
Vd
0,1–0,2 l/kg
1,5–2 h
PROTEINBINDUNG
> 95 %
METABOLISMUS
Glukuronidierung
AUSSCHEIDUNG
Renal, aktive Sekretion
WIRKUNGSEINTRITT
5 min i.v. · 30–60 min p.o.
WIRKUNGSDAUER
2–6 h

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Hypokaliämie, Hyponatriämie, Orthostase, Polyurie
1–10 %
Hypomagnesiämie, Hyperurikämie und Gicht, Kreatininanstieg
< 1 %
Ototoxizität, interstitielle Nephritis, schwere Hypovolämie