Schnellwirksames InsulinanalogonENGE THERAPEUTISCHE BREITEMONITORING ERFORDERLICH

Insulin aspart

NovoRapid · Fiasp · Insulin aspart Sanofi · Kirsty

Das Mahlzeiteninsulin in der klinischen Versorgung und gleichzeitig das Insulin, das zur intravenösen Infusion bei diabetischer Ketoazidose und hyperosmolarem hyperglykämischem Zustand eingesetzt wird. Subkutan beträgt der Wirkungseintritt 10–20 Minuten und die Dauer 3–5 Stunden; intravenös beträgt die Halbwertszeit wenige Minuten, was die Infusion vollständig steuerbar macht, aber auch dazu führt, dass die Wirkung innerhalb von Minuten nach Stopp der Infusion endet. Das subkutane und das intravenöse Regime immer deutlich auseinanderhalten — sie haben keinen dosismäßigen Zusammenhang.

WARNHINWEIS

Hypoglykämie ist die dosisabhängige Toxizität und kann lebensbedrohlich sein. Die Einheit IE darf in handschriftlicher Verordnung nie als U abgekürzt werden — Verwechslung ergibt zehnfache Überdosierung. Bei intravenöser Infusion bei Ketoazidose muss der Serumkaliumwert bekannt und mindestens 3,3 mmol/l sein, bevor das Insulin begonnen wird; Insulin treibt Kalium intrazellulär und kann lebensbedrohliche Hypokaliämie mit Arrhythmie auslösen.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Mahlzeiteninsulin, subkutanGesamttagesdosis 0,3–0,5 IE/kg bei Neueinleitung, davon ca. die Hälfte als Mahlzeitendosen verteilt auf Frühstück, Mittagessen und Abendessen0–10 Minuten vor der Mahlzeit geben (Fiasp zu Beginn der Mahlzeit)
Korrekturdosis, subkutan(aktueller Blutzucker − Zielwert) geteilt durch den Insulinempfindlichkeitsfaktor, wobei Faktor ≈ 100 geteilt durch Gesamttagesdosismindestens 3 Stunden zwischen Korrekturen, sonst stapeln sich die Wirkungen
Diabetische Ketoazidose, intravenös50 IE in 50 ml Natriumchlorid 9 mg/ml (1 IE/ml) in Spritze, Infusion 0,1 IE/kg/Stunde ohne BolusKalium ≥ 3,3 mmol/l zuerst; Glukose 100 mg/ml 75–125 ml/Stunde wenn Blutzucker < 12–15 mmol/l
Hyperosmolarer hyperglykämischer ZustandFlüssigkeit zuerst; Insulininfusion 0,05 IE/kg/Stunde wenn Blutzucker trotz alleiniger Flüssigkeit nicht mehr weiter fälltBlutzucker und Osmolalität langsam senken, höchstens 3–4 mmol/l pro Stunde
Hyperkaliämie, akut10 IE i.v. zusammen mit 25 g Glukose (z. B. 50 ml Glukose 500 mg/ml)Blutzucker nach 30 und 60 Minuten kontrollieren
Niereninsuffizienz

Der Insulinbedarf sinkt wenn eGFR unter 60 ml/min fällt und deutlich unter 30 ml/min — Insulin wird teilweise renal eliminiert. Keine feste Prozentzahl; Dosis stufenweise senken und häufigere Blutzuckerkontrollen durchführen. Weiter anwendbar bei Dialyse.

Leberfunktionsstörung

Der Insulinbedarf ist schwer vorhersehbar: verminderte Glukoneogenese und erschöpfte Glykogendepots senken den Bedarf, während Insulinresistenz bei Steatose ihn erhöht. Keine feste Dosisanpassung — gegen Messwerte titrieren.

Kinder

Dieselben gewichtsbasierten Grundsätze wie bei Erwachsenen. Bei Ketoazidose bei Kindern Insulininfusion 0,05–0,1 IE/kg/Stunde und niemals Bolus, und Flüssigkeit wird wegen Hirnödemrisiko langsamer gegeben — dem klinikeigenen Schema folgen.

Fallstrick

Die subkutane Mahlzeitendosis nicht als Ersatz für die Insulininfusion bei Ketoazidose geben — die Absorption ist beim dehydrierten und peripher kalten Patienten unzuverlässig. Der häufigste schwerwiegende Fehler ist der umgekehrte: die Infusion zu beenden wenn die Ketoazidose behoben ist, ohne mindestens eine Stunde vorher subkutanes Basalinsulin zu geben, sodass der Patient innerhalb von Stunden erneut ketoazidotisch wird.

Pharmakokinetik

WIRKUNGSEINTRITT (S.C.)
10–20 Minuten
MAXIMALWIRKUNG (S.C.)
1–3 Stunden
WIRKUNGSDAUER (S.C.)
3–5 Stunden
t½ (S.C.)
ca. 1,5 Stunden
t½ (I.V.)
wenige Minuten
ABBAU
Insulinrezeptor-mediiert in Leber, Niere und Muskel
AUSSCHEIDUNG
Renal (Peptidfragmente)
WIRKSTÄRKE
100 IE/ml

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Hypoglykämie, Reaktion an der Injektionsstelle, Gewichtszunahme
1–10 %
Lipohypertrophie, Juckreiz und Rötung an der Stichstelle, vorübergehende Refraktionsstörung bei schnellem Blutzuckerabfall
< 1 %
Schwere Hypoglykämie mit Bewusstlosigkeit und Krämpfen, Hypokaliämie mit Arrhythmie, Anaphylaxie, Ödeme