Plavix · Clopidogrel Krka · Clopidogrel ratiopharm
Der schwächste aber am wenigsten riskante der P2Y12-Hemmer: Eindosisregime, geringstes Blutungsrisiko und freie Verwendbarkeit bei erhöhtem Blutungsrisiko. Die Bioaktivierung läuft über CYP2C19 und ist daher genetisch variabel — schwache Metabolisierer erreichen keine ausreichende Thrombozytenhemmung, was beim Hochrisikopatienten klinisch relevant ist.
Die irreversible Bindung bleibt über die gesamte Lebensdauer der Thrombozyte bestehen. Bei akuter Blutung oder ungeplanter Operation hilft weder Absetzen noch Transfusion von Thrombozyten — mindestens 7 Tage vorher absetzen wenn elektiver Eingriff geplant ist.
| Indikation | Dosierung | Hinweis |
|---|---|---|
| Akutes Koronarsyndrom mit geplantem PCI | 600 mg p.o. als Ladedosis | schnellere und stärkere Hemmung; volle Wirkung innerhalb von 2 Stunden |
| Akutes Koronarsyndrom ohne geplanten PCI | 300 mg p.o. als Ladedosis | danach 75 mg täglich |
| STEMI mit Thrombolyse | 300 mg p.o., keine Ladedosis bei Alter ≥ 75 Jahre | bei den Ältesten direkt mit 75 mg beginnen |
| Erhaltung nach ACS oder Stent | 75 mg × 1 p.o. für 12 Monate | zusammen mit ASS 75 mg |
| Vor chirurgischem Eingriff | 7 Tage vorher absetzen gemäß Fachinformation | 5 Tage reichen vor CABG gemäß ESC |
Keine Dosisanpassung. Begrenzte Erfahrung bei schwerer Niereninsuffizienz, wo die Thrombozytenhemmung etwas schwächer und das Blutungsrisiko gleichzeitig höher ist.
Keine formelle Dosisanpassung, aber Vorsicht bei mäßiger bis schwerer Leberinsuffizienz wegen Blutungsneigung und eingeschränkter Bioaktivierung.
Nicht indiziert; Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern nicht etabliert.
Nicht weiter mit Omeprazol bei Clopidogrel nach Herzinfarkt. Die Kombination ist häufig, weil der Protonenpumpenhemmer oft schon auf der Liste steht, aber Pantoprazol ist die sichere Alternative. Auch nicht statt Ticagrelor oder Prasugrel beim Hochrisikopatienten nach ACS wählen, wenn keine Kontraindikation gegen die stärkeren P2Y12-Hemmer besteht.