Zofran · Ondansetron Accord · Ondansetron Fresenius Kabi
Erstlinie gegen Übelkeit und Erbrechen, die über 5-HT₃-Rezeptoren in den vagalen Afferenzen des Darms und in der Area postrema vermittelt werden — also bei Zytostatika, Bestrahlung und postoperativer Übelkeit. Die Wirkung ist gut und das Nebenwirkungsprofil mild, aber die Rezeptorselektivität bedeutet auch, dass das Präparat bei Übelkeit anderer Ursache keinen Nutzen hat. Die dosisabhängige QT-Verlängerung ist das Einzige, was die Anwendung wirklich einschränkt.
Dosisabhängige QT-Verlängerung mit berichteten Torsades-de-pointes-Fällen. Eine intravenöse Einzeldosis darf niemals 16 mg überschreiten. Bei angeborenem Long-QT-Syndrom vollständig vermeiden und Kalium und Magnesium korrigieren, bevor das Präparat bei Patienten mit anderem QT-Risiko verabreicht wird.
| Indikation | Dosierung | Hinweis |
|---|---|---|
| Postoperative Übelkeit, Prophylaxe | 4 mg i.v. oder i.m. bei Einleitung, alternativ 16 mg p.o. 1 Stunde vor der Anästhesie | oft kombiniert mit Betamethason oder Droperidol |
| Postoperative Übelkeit, Behandlung | 4 mg i.v. langsam | kann wiederholt werden, selten bessere Wirkung bei höherer Dosis |
| Stark emetogene Zytostatika | 8 mg i.v. über mindestens 15 Minuten vor dem Kurs, danach 8 mg × 2 p.o. für bis zu 5 Tage | kombiniert mit Kortikosteroid und NK₁-Antagonist |
| Mäßig emetogene Zytostatika oder Bestrahlung | 8 mg p.o. 1–2 Stunden vor, danach 8 mg × 2 p.o. | orale Behandlung reicht in den meisten Fällen |
| Übelkeit in der Notaufnahme beim Erwachsenen | 4 mg i.v. oder 4–8 mg p.o. | EKG bei gleichzeitiger QT-verlängernder Medikation kontrollieren |
Keine Dosisanpassung bei leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion. Bei schwerer Niereninsuffizienz gibt es keine etablierte Anpassung, aber die Erfahrung mit wiederholter Dosierung ist begrenzt.
Bei mäßig bis schwer eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh B–C) ist die Clearance stark reduziert — maximal 8 mg pro Tag.
Ab 6 Monaten: 0,1–0,15 mg/kg i.v., maximal 4 mg pro Dosis. Peroral bei zytostatika-induzierter Übelkeit nach Körperoberfläche gemäß onkologischem Protokoll.
Ondansetron hat keine dokumentierte Wirkung bei Reisekrankheit und vestibulärer Übelkeit — dort ist der Mechanismus histaminerg und cholinerg und die Behandlung soll Meclozin, Promethazin oder Scopolamin sein. Vermeiden, die wiederholte Dosierung bei opioid-induzierter Obstipation fortzusetzen; die 5-HT₃-vermittelte Hemmung der Kolonmotilität ist additiv und kann in eine Ileussituation kippen.