Selektiver 5-HT₃-RezeptorantagonistMONITORING ERFORDERLICH

Ondansetron

Zofran · Ondansetron Accord · Ondansetron Fresenius Kabi

Erstlinie gegen Übelkeit und Erbrechen, die über 5-HT₃-Rezeptoren in den vagalen Afferenzen des Darms und in der Area postrema vermittelt werden — also bei Zytostatika, Bestrahlung und postoperativer Übelkeit. Die Wirkung ist gut und das Nebenwirkungsprofil mild, aber die Rezeptorselektivität bedeutet auch, dass das Präparat bei Übelkeit anderer Ursache keinen Nutzen hat. Die dosisabhängige QT-Verlängerung ist das Einzige, was die Anwendung wirklich einschränkt.

WARNHINWEIS

Dosisabhängige QT-Verlängerung mit berichteten Torsades-de-pointes-Fällen. Eine intravenöse Einzeldosis darf niemals 16 mg überschreiten. Bei angeborenem Long-QT-Syndrom vollständig vermeiden und Kalium und Magnesium korrigieren, bevor das Präparat bei Patienten mit anderem QT-Risiko verabreicht wird.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Postoperative Übelkeit, Prophylaxe4 mg i.v. oder i.m. bei Einleitung, alternativ 16 mg p.o. 1 Stunde vor der Anästhesieoft kombiniert mit Betamethason oder Droperidol
Postoperative Übelkeit, Behandlung4 mg i.v. langsamkann wiederholt werden, selten bessere Wirkung bei höherer Dosis
Stark emetogene Zytostatika8 mg i.v. über mindestens 15 Minuten vor dem Kurs, danach 8 mg × 2 p.o. für bis zu 5 Tagekombiniert mit Kortikosteroid und NK₁-Antagonist
Mäßig emetogene Zytostatika oder Bestrahlung8 mg p.o. 1–2 Stunden vor, danach 8 mg × 2 p.o.orale Behandlung reicht in den meisten Fällen
Übelkeit in der Notaufnahme beim Erwachsenen4 mg i.v. oder 4–8 mg p.o.EKG bei gleichzeitiger QT-verlängernder Medikation kontrollieren
Niereninsuffizienz

Keine Dosisanpassung bei leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion. Bei schwerer Niereninsuffizienz gibt es keine etablierte Anpassung, aber die Erfahrung mit wiederholter Dosierung ist begrenzt.

Leberfunktionsstörung

Bei mäßig bis schwer eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh B–C) ist die Clearance stark reduziert — maximal 8 mg pro Tag.

Kinder

Ab 6 Monaten: 0,1–0,15 mg/kg i.v., maximal 4 mg pro Dosis. Peroral bei zytostatika-induzierter Übelkeit nach Körperoberfläche gemäß onkologischem Protokoll.

Fallstrick

Ondansetron hat keine dokumentierte Wirkung bei Reisekrankheit und vestibulärer Übelkeit — dort ist der Mechanismus histaminerg und cholinerg und die Behandlung soll Meclozin, Promethazin oder Scopolamin sein. Vermeiden, die wiederholte Dosierung bei opioid-induzierter Obstipation fortzusetzen; die 5-HT₃-vermittelte Hemmung der Kolonmotilität ist additiv und kann in eine Ileussituation kippen.

Pharmakokinetik

BIOVERFÜGB.
ca. 60 % oral
WIRKUNGSEINTRITT
innerhalb 30 Minuten i.v.
3–5 Stunden (5–6 Stunden bei Älteren)
PROTEINBINDUNG
70–76 %
METABOLISMUS
Hepatisch, CYP3A4, CYP1A2 und CYP2D6
AUSSCHEIDUNG
Renal, weniger als 5 % unverändert
MAXIMALDOSIS
16 mg als intravenöse Einzeldosis
QT-WIRKUNG
Dosisabhängige Verlängerung

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Kopfschmerzen, Obstipation, Wärmegefühl und Flush
1–10 %
Transaminasenanstieg, Schwindel, Singultus, lokale Brennsensation an der Injektionsstelle
< 1 %
QT-Verlängerung und Torsades de pointes, extrapyramidale Reaktionen, Serotoninsyndrom in Kombination mit SSRI, vorübergehende Sehstörung nach schneller Injektion