HMG-CoA-Reduktasehemmer

Rosuvastatin

Crestor · Rosuvastatin Krka · Rosuvastatin Sandoz

Das wirksamste Statin pro Milligramm: 10 mg senkt LDL ungefähr so viel wie Atorvastatin 20 mg, und 20 mg entspricht Atorvastatin 40–80 mg. Es wird nicht über CYP3A4 metabolisiert, was es zur ersten Wahl bei Patienten macht, die Azole, Makrolide oder HIV-Medikamente erhalten. Der Preis ist, dass die Exposition durch OATP1B1-Aufnahme und Nierenfunktion gesteuert wird stattdessen, so dass das Dosisintervall 5–40 mg an Herkunft und eGFR angepasst werden muss.

WARNHINWEIS

Myopathie und Rhabdomyolyse sind dosisabhängig. Die Kombination 40 mg, eingeschränkte Nierenfunktion und Ciclosporin oder Gemfibrozil ist die gefährlichste — 40 mg ist bereits bei eGFR unter 60 ml/min kontraindiziert.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Sekundärprävention, sehr hohes Risiko20 mg p.o. täglich, bei Bedarf 40 mg20 mg entspricht Atorvastatin 40–80 mg
Primärprävention, hohes Risiko10 mg p.o. täglichsenkt LDL um ca. 45 %
Ostasiatische HerkunftMit 5 mg p.o. täglich beginnenbis zu doppelt so hohe Plasmaexposition
Unzureichender Effekt von Statin allein10–20 mg p.o. täglich + Ezetimib 10 mgergibt weitere ca. 20 % LDL-Senkung
Statinintoleranz5 mg p.o. täglich oder jeden zweiten Tagniedrigste tolerierbare Dosis ist besser als kein Statin
Niereninsuffizienz

eGFR 30–60 ml/min: Startdosis 5 mg und 40 mg ist kontraindiziert. eGFR unter 30 ml/min: kontraindiziert gemäß europäischer Fachinformation. Proteinurie tubulärer Herkunft kommt bei 40 mg vor und ist selten progredient.

Leberfunktionsstörung

Kontraindiziert bei aktiver Lebererkrankung und bei ungeklärtem anhaltendem Transaminasenanstieg. Bei stabiler chronischer Lebererkrankung niedrige Dosis mit ALAT-Kontrolle.

Kinder

Familiäre Hypercholesterinämie ab 6 Jahren, 5–20 mg je nach Alter, durch den Kinderarzt eingeitet.

Fallstrick

Nicht reflexartig auf 40 mg erhöhen wenn das LDL-Ziel nicht erreicht wird. Zunächst eGFR und Herkunft prüfen — bei eGFR unter 60 ml/min ist die Dosis kontraindiziert, und bei Patienten ostasiatischer Herkunft ergibt sie die gleiche Exposition wie 80 mg bei anderen. Hinzufügen von Ezetimib ist fast immer der sicherere Schritt.

Pharmakokinetik

BIOVERFÜGB.
20 %
Vd
134 l
19 h
PROTEINBINDUNG
ca. 90 %
METABOLISMUS
Minimal; teilweise CYP2C9 — nicht CYP3A4
AUSSCHEIDUNG
Biliär (90 %), renal ca. 10 %
SUBSTRAT
OATP1B1 und BCRP
WIRKUNGSEINTRITT
Voller Lipideffekt nach 4 Wochen

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Myalgie, Kopfschmerzen, Übelkeit und Bauchschmerzen
1–10 %
Transaminasenanstieg, Schwindel, Obstipation, Hyperglykämie
< 1 %
Rhabdomyolyse, immunmediierte nekrotisierende Myopathie, Leberschaden