Cyclopyrrolon, Nicht-Benzodiazepin mit benzodiazepin-ähnlicher Wirkung an GABA-ABETÄUBUNGSMITTELUNGEEIGNET FÜR ÄLTEREKURZZEITBEHANDLUNG

Zopiclon

Imovane · Zopiclon Mylan · Zopiclon Pilum · Zopiclone Orion

Das am häufigsten verordnete Schlafmittel, das oft lange nach dem Verschwinden der Indikation auf der Medikamentenliste verbleibt. Chemisch ist Zopiclon kein Benzodiazepin, aber es bindet an denselben GABA-A-Rezeptorkomplex und hat in der Praxis dieselbe Toleranzentwicklung, Abhängigkeitspotenzial und dasselbe Absetzsyndrom — "Nicht-Benzodiazepin" sagt etwas über das Molekül, nichts über das Risiko. Es soll gegen eine definierte, zeitlich begrenzte Schlafstörung mit einem geplanten Endpunkt eingesetzt werden, nicht als Dauerbehandlung.

WARNHINWEIS

Bei Älteren ergibt Zopiclon Gleichgewichtsstörungen und fortbestehende kognitive Beeinträchtigung am nächsten Morgen, und ist ein gut dokumentierter Risikofaktor für Sturzunfälle und Hüftfraktur. Die Kombination mit Alkohol, Opioiden oder anderen ZNS-dämpfenden Behandlungen ergibt additive Sedierung und Atemdepression.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Insomnie, Erwachsener5–7,5 mg p.o. zur Nacht, unmittelbar vor dem Schlafengehenmit 5 mg beginnen — 7,5 mg ist die Höchstdosis, nicht die Startdosis
Insomnie, Ältere über 65 Jahre3,75 mg p.o. zur Nacht, auf 5 mg nur bei unzureichendem Effekt erhöhen7,5 mg soll bei dieser Gruppe völlig vermieden werden
Behandlungsdauer2–4 Wochen einschließlich Ausschleichen, selten längerEnddatum bereits bei Einleitung festsetzen und dokumentieren
Intermittenter Gebrauch3–5 Nächte pro Woche statt jede Nachtvermindert Toleranzentwicklung bei längerem Behandlungsbedarf
Ausschleichen nach LangzeitgebrauchReduktion um 3,75 mg alle 1–2 Wochen, oder Umstieg auf äquivalente Diazepam-Dosisabruptes Absetzen ergibt Rebound-Insomnie, Angst und in seltenen Fällen Krampfanfälle
Niereninsuffizienz

Zopiclon wird überwiegend als inaktive Metaboliten ausgeschieden und akkumuliert nicht wesentlich, aber Startdosis 3,75 mg wird bei eingeschränkter Nierenfunktion empfohlen und die Dosis soll 5 mg bei ausgeprägter Niereninsuffizienz nicht überschreiten.

Leberfunktionsstörung

Der Metabolismus erfolgt über CYP3A4 und ist bei Leberinsuffizienz vermindert — die Plasmakonzentration steigt und die Halbwertszeit verlängert sich. Maximal 3,75 mg, und bei ausgeprägter Leberinsuffizienz und Enzephalopathierisiko völlig vermeiden.

Kinder

Soll nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren gegeben werden — Wirksamkeit und Sicherheit sind nicht dokumentiert.

Fallstrick

Zopiclon bei Älteren mit kognitiver Einschränkung, früherem Sturz oder laufender Opioidbehandlung vermeiden — der Nutzen ist marginal und einige Stunden zusätzlicher Schlaf wiegen leicht gegen eine Hüftfraktur. Die häufigste Falle ist jedoch nicht die Einleitung sondern dass das Rezept nie beendet wird: die Verordnung wird routinemäßig über Jahre erneuert, und wenn jemand schließlich versucht abzusetzen, deutet der Patient die Rebound-Insomnie als Beweis dafür, dass das Schlafmittel benötigt wird.

Pharmakokinetik

WIRKUNGSEINTRITT
20–30 min
Tmax
1,5–2 Stunden
BIOVERFÜGB.
ca. 80 % p.o.
5 Stunden beim Erwachsenen · 7–8 Stunden beim Älteren
PROTEINBINDUNG
45 %
METABOLISMUS
CYP3A4, in geringerem Maß CYP2C8
METABOLITEN
N-Oxid-Zopiclon (schwach aktiv), N-Desmethylzopiclon (inaktiv)
AUSSCHEIDUNG
Renal als Metaboliten, ca. 80 %

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Bitterer metallischer Geschmack im Mund, Mundtrockenheit, Schläfrigkeit am nächsten Tag
1–10 %
Schwindel, Kopfschmerzen, Gleichgewichtsstörung und Sturzneigung, Gedächtnisstörung, Albträume, Übelkeit
< 1 %
Komplexe schlafbezogene Verhaltensweisen (Schlafwandeln, Schlafessen), paradoxe Agitiertheit, Halluzinationen, Atemdepression in Kombination mit Opioid, Abhängigkeit und Entzugskrämpfe