Nicht-selektiver COX-Hemmer, PropionsäurederivatNIERENRISIKO BEI HYPOVOLÄMIE

Ibuprofen

Ipren · Brufen · Ibumetin

Das NSAID erster Wahl in der Primärversorgung und dasjenige mit dem geringsten kardiovaskulären Risiko in niedriger Dosis. Die kurze Halbwertszeit von etwa 2 Stunden lässt die Wirkung schnell an- und abklingen, was ein Vorteil ist: Das Präparat eignet sich zur Bedarfsmedikation und kann mit schneller Erholung der Nieren- und Thrombozytenfunktion abgesetzt werden. Die kurze Wirkungsdauer ist gleichzeitig der Grund, warum drei bis vier Dosen pro Tag bei kontinuierlichen Schmerzen erforderlich sind.

WARNHINWEIS

Akutes Nierenversagen beim dehydrierten oder RAAS-behandelten Patienten. Die Kombination NSAID + ACE-Hemmer oder ARB + Diuretikum, die sogenannte Triple Whammy, ist eine der häufigsten arzneimittelbedingten Ursachen von akuter Nierenschädigung in der Primärversorgung. Kontraindiziert ab Schwangerschaftswoche 20.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Akuter Schmerz und Fieber, Erwachsener400 mg alle 6–8 Stunden, höchstens 1 200 mg pro TagDosen über 400 mg pro Gabe erzielen keine zusätzliche Analgesie
Entzündliche rheumatische Erkrankung400–800 mg × 3, höchstens 2 400 mg pro Tagverschreibungspflichtige Dosisstufe, für kürzestmögliche Zeit
Dysmenorrhö400 mg bei Schmerzeinsetzen, danach alle 6 Stundenfrüh im Blutungsverlauf eingesetzt, beste Wirkung
Ältere oder UlkusanamneseNiedrigstmögliche wirksame Dosis mit Protonenpumpenhemmerimmer erst gegen Paracetamol abwägen
Kinder ab 6 Monaten5–10 mg/kg alle 6–8 Stunden, höchstens 30 mg/kg pro Tagnur bei gut hydrierten Kindern
Niereninsuffizienz

eGFR 30–60 ml/min: wenn möglich vermeiden, sonst niedrigste Dosis und Kreatininkontrolle. eGFR < 30 ml/min: kontraindiziert. Bei akuter Erkrankung mit Flüssigkeitsverlust absetzen.

Leberfunktionsstörung

Dosis reduzieren bei eingeschränkter Leberfunktion. Kontraindiziert bei dekompensierter Zirrhose, wo NSAID ein hepatorenales Syndrom auslöst.

Kinder

5–10 mg/kg alle 6–8 Stunden ab 6 Monaten, höchstens 30 mg/kg pro Tag. Bei Gastroenteritis und anderen dehydrierenden Zuständen vermeiden.

Fallstrick

Beim Patienten mit Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz oder laufender RAAS-Blockade vermeiden — und vorübergehend absetzen bei Gastroenteritis, Fieber mit schlechter Flüssigkeitsaufnahme oder vor größerer Operation. Der typische Schaden entsteht nicht beim Gesunden, der eine Tablette nimmt, sondern beim multimorbiden Patienten, der sein NSAID durch eine Durchfallerkrankung hindurch weitereinimmt.

Pharmakokinetik

BIOVERFÜGB.
> 80 % p.o.
Vd
0,15 l/kg
2 h
PROTEINBINDUNG
99 %
METABOLISMUS
Hepatisch, CYP2C9 und CYP2C8
AUSSCHEIDUNG
Renal als Metaboliten
WIRKUNGSEINTRITT
30 min
WIRKUNGSDAUER
4–8 h

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Dyspepsie, Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit
1–10 %
Kopfschmerzen, Schwindel, Ödeme, Blutdruckanstieg, Kreatininanstieg, Hautausschlag
< 1 %
Ulkus mit Blutung oder Perforation, akutes Nierenversagen, Herzinsuffizienz-Verschlechterung, Bronchospasmus bei NSAID-Überempfindlichkeit, aseptische Meningitis