Alvedon · Panodil · Paracetamol Fresenius Kabi
Basisanalgetikum bei leichtem bis mäßigem Schmerz und das einzige perorale Schmerzmittel ohne NSAID-Problematik — kein Ulkusrisiko, keine Nierenwirkung, keine Thrombozytenhemmung. Der Preis ist eine schmale Spanne zwischen therapeutischer Dosis und Lebertoxizität: 4 g pro Tag ist die Obergrenze für einen normalgewichtigen und sonst gesunden Erwachsenen, keine allgemeine Maximaldosis. Die klinische Aufgabe ist zu erkennen, wer weniger erhalten soll.
Überdosierung verursacht verzögerte, dosisabhängige Leberzellnekrose, die in den ersten 24 Stunden symptomarm ist. Acetylcystein soll auf Verdacht hin gegeben werden — man wartet nicht auf einen Transaminasenanstieg. Paracetamol ist die häufigste Substanz bei vorsätzlicher Vergiftung.
| Indikation | Dosierung | Hinweis |
|---|---|---|
| Schmerz und Fieber, Erwachsener ≥ 50 kg | 1 g alle 6 Stunden, höchstens 4 g/Tag | mindestens 4 Stunden zwischen den Dosen |
| Erwachsener < 50 kg | 15 mg/kg pro Dosis, höchstens 60 mg/kg/Tag | Obergrenze beträgt in der Praxis 2–3 g/Tag |
| Risikogruppe: Mangelernährung, Alkoholüberkonsum, Lebererkrankung | Höchstens 2 g/Tag | Glutathiondepletion senkt die Toxizitätsschwelle |
| Postoperativ oder wenn oral nicht möglich | 1 g i.v. über 15 min alle 6 Stunden | nach Gewicht dosieren unter 50 kg |
| Vermutete Überdosierung | Acetylcystein nach nationalem Schema | auf Verdacht hin geben, nicht auf Laborbefunde warten |
eGFR < 30 ml/min: Dosierungsintervall auf mindestens 6 Stunden verlängern. Die Metaboliten akkumulieren, aber die Muttersubstanz ist nicht nephrotoxisch.
Bei Lebererkrankung, chronischem Alkoholüberkonsum oder Gilbert-Syndrom höchstens 2 g/Tag. Bei dekompensierter Zirrhose Langzeitbehandlung vermeiden.
10–15 mg/kg alle 6 Stunden peroral, höchstens 60 mg/kg/Tag. Intravenös 15 mg/kg pro Dosis; unter 10 kg 7,5 mg/kg pro Dosis.
Die Falle ist nicht die einzelne Dosis, sondern die Summe: der Patient, der auf der Station Alvedon erhält, zuhause eigenes Panodil nimmt und außerdem ein Kombinationspräparat mit Paracetamol, kann 6 g/Tag überschreiten ohne es zu wissen. Bei einem mangelernährten oder alkoholisierten Patienten reicht das für einen Leberschaden.