Remeron · Mirtazapin Accord · Mirtazapin ratiopharm
Antidepressivum mit rascher schlaffördernder und appetitsteigernder Wirkung — Eigenschaften, die es bei Patienten mit Schlaflosigkeit, Gewichtsverlust oder Anorexie besonders geeignet machen. Die paradox größere Sedierung bei 15 mg als bei 30 mg ist dadurch erklärt, dass die Histaminblockade bei niedriger Dosis dominiert, während bei höherer Dosis noradrenerge Stimulierung die sedierende Wirkung abschwächt.
Reversible Knochenmarksdepression mit Agranulozytose ist selten aber möglich — Fieber, Halsschmerzen oder anderes Infektionszeichen erfordern sofort Blutbild. Suizidales Verhalten kann besonders zu Beginn der Behandlung auftreten — enge Nachsorge in den ersten Wochen.
| Indikation | Dosierung | Hinweis |
|---|---|---|
| Depression | 15–30 mg zur Nacht als Start, Zieldosis 30–45 mg | die gesamte Tagesdosis zur Nacht geben |
| Depression mit ausgeprägter Schlafstörung | 15 mg zur Nacht | sedierende Wirkung am stärksten, Erhöhung mindert Müdigkeit |
| Unzureichende Wirkung nach 2–4 Wochen | auf 45 mg täglich erhöhen | 45 mg ist Maximaldosis, nach 4–6 Wochen bewerten |
| Ältere | 15 mg zur Nacht, langsame Auftitration | erhöhtes Risiko für Stürze, Sedierung und Hyponatriämie |
| Zusatz bei SSRI-induzierter Schlaflosigkeit | 15 mg zur Nacht als Zusatz | die Kombination erhöht das Risiko für Serotonin-Syndrom |
Clearance sinkt um ca. 30 % bei mäßig und ca. 50 % bei schwer eingeschränkter Nierenfunktion. Mit 15 mg beginnen und langsam titrieren.
Halbierte Startdosis und langsame Titrierung bei eingeschränkter Leberfunktion; der Metabolismus ist vollständig hepatisch.
Nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zugelassen.
Beim Patienten mit metabolischem Syndrom, bedeutendem Übergewicht oder neu diagnostiziertem Diabetes vermeiden — die Gewichtszunahme beträgt oft mehrere Kilogramm im ersten Jahr und verschlechtert die Stoffwechselsituation. Bei Älteren immer niedrig beginnen und das Sturzrisiko durch Sedierung beachten.