Zoloft · Sertralin Teva · Sertraline Accord
Der SSRI, der in Leitlinien sowohl bei Depression als auch bei Angststörungen an erster Stelle steht, und der am besten dokumentierte bei gleichzeitiger Herzerkrankung — schwache CYP-Hemmung, keine klinisch relevante QT-Verlängerung in Normaldosis und Sicherheitsdaten nach Herzinfarkt. Bei Angststörungen ist das entscheidende Detail nicht die Zieldosis sondern der Start: halbe Dosis in der ersten Woche, sonst treibt die anfängliche Angstverstärkung den Patienten von der Behandlung weg.
Erhöhtes Risiko für Suizidgedanken und suizidales Verhalten bei Patienten unter 25 Jahren in den ersten Behandlungswochen — engmaschige Nachverfolgung erforderlich. Kombination mit MAO-Hemmern ist kontraindiziert und kann lebensbedrohliches Serotoninsyndrom verursachen.
| Indikation | Dosierung | Hinweis |
|---|---|---|
| Depression | 50 mg täglich ab Beginn, Erhöhung um 50 mg pro Schritt bei Bedarf | Zieldosis üblicherweise 50–100 mg, max. 200 mg |
| Panikstörung, soziale Phobie, PTBS | 25 mg täglich für eine Woche, dann 50 mg täglich | niedrigere Startdosis vermindert anfängliche Angstverstärkung |
| Zwangsstörung (OCD) | 50 mg täglich, Titrierung bis 200 mg | erfordert oft höhere Dosis und längere Zeit als Depression |
| Depression bei ischämischer Herzerkrankung | 50 mg täglich, selten über 100 mg | Erstlinie, beste kardiale Dokumentation |
| Ältere | 25 mg täglich als Start, vorsichtige Titrierung | Natrium nach 1–2 Wochen kontrollieren |
Keine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion — wird hauptsächlich als inaktive Metaboliten ausgeschieden und nicht unverändert über die Nieren eliminiert.
Halbierte Dosis oder verlängertes Dosierungsintervall bei leichter bis mäßiger Leberinsuffizienz. Vermeiden bei schwerer Leberfunktionsstörung, wo die Dokumentation fehlt.
Ab 6 Jahren bei Zwangsstörung zugelassen: 6–12 Jahre 25 mg täglich als Start, 13–17 Jahre 50 mg täglich, Titrierung mit mindestens einwöchigem Abstand bis höchstens 200 mg. Keine zugelassene Indikation für Depression bei Kindern.
Sertralin nach mehr als einigen Wochen Behandlung niemals abrupt absetzen; über mindestens 2–4 Wochen ausschleichen. Auch nicht routinemäßig bei Panikstörung mit voller Dosis starten — die anfängliche Angstverstärkung wird dann als Therapieversagen gedeutet und der Patient hört nach einigen Tagen auf.