Efexor Depot · Venlafaxin Krka · Efastad
SNRI mit einer Pharmakologie, die sich mit der Dosis verändert: bis 150 mg ist der Effekt in der Praxis serotonerg und das Präparat verhält sich wie ein SSRI, während die noradrenerge Wiederaufnahmehemmung erst bei 150–225 mg klinisch merkbar wird. Daher hat Venlafaxin oft Wirkung bei Depression, die nicht auf SSRI angesprochen hat — aber es sind auch diese Dosen, bei denen Blutdruckanstieg und Tachykardie auftreten. Die kurze Halbwertszeit macht die Absetzreaktion zur schwersten unter den modernen Antidepressiva.
Dosisabhängiger Blutdruckanstieg, besonders über 150 mg täglich — unbehandelte Hypertonie soll vor der Einleitung korrigiert und der Blutdruck während der Titrierung verfolgt werden. Deutlich erhöhte Kardiotoxizität bei Überdosierung verglichen mit SSRI.
| Indikation | Dosierung | Hinweis |
|---|---|---|
| Depression | 75 mg Retardformulierung täglich, Erhöhung frühestens nach 2 Wochen | Zieldosis üblicherweise 75–225 mg |
| Generalisierte Angststörung, soziale Phobie | 75 mg täglich, bei Bedarf bis 225 mg | 37,5 mg erste Woche wenn der Patient angstempfindlich ist |
| Panikstörung | 37,5 mg täglich für 7 Tage, dann 75 mg | niedrige Startdosis obligat, sonst anfängliche Angstzunahme |
| Therapieresistente Depression | 150–225 mg täglich | erst hier kommt der noradrenerge Effekt hinzu |
| Absetzen | Dosisreduktion über mindestens 4 Wochen, langsamer bei Langzeitbehandlung | kürzeste Halbwertszeit aller SNRI |
Bei eGFR 30–50 ml/min wird die Tagesdosis um 25–50 % reduziert. Bei eGFR unter 30 ml/min und bei Hämodialyse wird die Dosis halbiert und nach Abschluss der Dialyse gegeben.
Tagesdosis um 50 % reduzieren bei leichter bis mäßiger Leberinsuffizienz. Bei schwerer Leberinsuffizienz kann größere Reduktion erforderlich sein und die Dokumentation ist unzureichend.
Nicht empfohlen für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren — Wirkung bei Depression konnte nicht gezeigt werden und suizidbezogenes Verhalten sowie Feindseligkeit wurden häufiger als mit Placebo berichtet.
Vermeiden bei schlecht kontrollierter Hypertonie, bei signifikantem Arrhythmierisiko und bei Patienten mit bekanntem Suizidrisiko wo eine Überdosierung vorstellbar ist — Venlafaxin ist bei Überdosierung deutlich kardiotoxischer als SSRI. Auch nicht abrupt wechseln: verpasste Dosen ergeben innerhalb eines Tages Schwindel, elektrische Sensationen und Übelkeit, und das Absetzen muss schrittweise erfolgen.