Nasales GlukokortikoidREGELMÄSSIGE ANWENDUNG ERFORDERLICH

Mometason (nasal)

Nasonex · Mometason Sandoz · Avamys

Nasales Glukokortikoid mit der geringsten systemischen Bioverfügbarkeit der verfügbaren Präparate — unter 0,1 % werden resorbiert. Die Wirkung ist nicht sofortig: bei allergischer Rhinitis ist nach 2 Wochen, bei Nasenpolypen nach 5–6 Wochen zu bewerten. Das häufigste Behandlungsversagen beruht nicht auf unzureichender Wirkung des Präparats, sondern auf falscher Sprühtechnik und fehlender regelmäßiger Anwendung.

WARNHINWEIS

Wirkung tritt nicht sofort ein — das Präparat eignet sich nicht als Akutmedikament und soll täglich eingenommen werden, auch wenn keine Symptome vorhanden sind. Bei Nasenbluten Technik überprüfen und Näsebeschichtung zur Nase nicht statt zur Nasenwand sprühen.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Allergische Rhinitis, Erwachsene2 Sprühstöße à 50 µg in jedes Nasenloch einmal täglich (200 µg/Tag)auf 1 Sprühstoß pro Nasenloch als Erhaltung reduzieren
Saisonale allergische Rhinitis, Prophylaxe200 µg/Tag mit Beginn 2–4 Wochen vor erwarteter Pollensaisonprophylaktischer Beginn ergibt deutlich bessere Symptomkontrolle
Nasenpolypen, Erwachsene ab 18 Jahren2 Sprühstöße in jedes Nasenloch einmal täglich (200 µg/Tag), bei unzureichender Wirkung 2 Sprühstöße × 2 (400 µg/Tag)nach 5–6 Wochen bewerten; Wirkung auf Polypengröße kommt langsam
Kinder 3–11 Jahre1 Sprühstoß à 50 µg in jedes Nasenloch einmal täglich (100 µg/Tag)niedrigste wirksame Dosis, Längenwachstum kontrollieren
AuswertungWirkung nach 2 Wochen bei Rhinitis, nach 5–6 Wochen bei Polypen bewertenfehlende Wirkung beruht meist auf Technik oder Compliance
Niereninsuffizienz

Keine Dosisanpassung — systemische Exposition ist vernachlässigbar.

Leberfunktionsstörung

Keine Dosisanpassung bei leichter bis mäßiger Leberinsuffizienz; theoretisch erhöhte systemische Exposition bei schwerer Leberinsuffizienz.

Kinder

Ab 3 Jahren: 100 µg/Tag. Unter 3 Jahren nicht angewendet. Längenwachstum bei Langzeitbehandlung kontrollieren.

Fallstrick

Nicht ohne Erklärung der Technik verschreiben. Der Patient soll den Kopf leicht nach vorne neigen, mit der rechten Hand in das linke Nasenloch sprühen (und umgekehrt), und zur äußeren Nasenwand, nicht zur Nasenscheidewand hin sprühen — genau umgekehrt ist die häufigste Fehltechnik und verursacht Nasenbluten.

Pharmakokinetik

WIRKUNGSEINTRITT
nach 2 Tagen, volle Wirkung nach 2 Wochen
VOLLE WIRKUNG
2 Wochen (Rhinitis), 5–6 Wochen (Polyposis)
WIRKUNG BEI POLYPOSIS
Polypengröße sinkt langsam über Wochen
BIOVERFÜGB.
< 0,1 % systemisch
PROTEINBINDUNG
98–99 %
METABOLISMUS
Hepatisch, CYP3A4 (nur der systemisch absorbierte Anteil)
AUSSCHEIDUNG
Biliär und renal als Metaboliten
5,8 Stunden (systemisch)

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Nasenbluten, Kopfschmerzen, Pharyngitis
1–10 %
Nasale Brennen und Reizung, Trockenheit der Nasenschleimhaut, Wunden in der Nasenschleimhaut, Niesen
< 1 %
Septumperforation, Glaukom und Katarakt, Anosmie, Überempfindlichkeitsreaktion