Prednisolon Pfizer · Prednisolon Alternova · Precortalon aquosum
Das am häufigsten verwendete perorale Glukokortikoid — 5 mg entsprechen 20 mg Hydrokortison, mit starker entzündungshemmender Wirkung und vernachlässigbarer mineralokortikoider Aktivität. Die Wirkung ist selten das Problem; was die Anwendung prägt, ist wie lange die Behandlung dauert, da sowohl die Nebenwirkungslast als auch die Hemmung der eigenen Kortisol-Achse eine Funktion von kumulativer Dosis und Zeit ist. Den Ausschleichplan bereits bei Einleitung der Behandlung festlegen.
Nach mehr als drei Wochen Behandlung in supraphysiologischer Dosis ist die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse gehemmt. Abruptes Absetzen oder interkurrente Erkrankung ohne Stressdosis kann eine Nebennierenrindenkrise mit Hypotonie und Hyponatriämie auslösen.
| Indikation | Dosierung | Hinweis |
|---|---|---|
| COPD-Exazerbation | 30–40 mg p.o. einmal täglich für 5 Tage | keine Ausschleichung bei so kurzem Kurs |
| Akute Asthma-Exazerbation | 30–40 mg p.o. einmal täglich für 5–7 Tage | früh gegeben, Wirkung erst nach 4–6 Stunden |
| Riesenzellarteriitis ohne Sehbeteiligung | 40–60 mg p.o. täglich bis BSG und CRP normalisiert | danach Ausschleichung mit 5 mg alle 3 Wochen bis 20 mg |
| Riesenzellarteriitis mit Sehbeteiligung | Methylprednisolon 500–1 000 mg i.v. für 3 Tage, danach Prednisolon 40–60 mg p.o. | auf klinischen Verdacht behandeln, Biopsie nicht abwarten |
| Polymyalgia rheumatica | 15–20 mg p.o. täglich für 3–4 Wochen, danach langsames Ausschleichen | ausbleibende Wirkung innerhalb von 3 Tagen spricht gegen die Diagnose |
Keine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion. Beachten, dass Natriumretention und Blutdruckanstieg bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz schlechter toleriert werden.
Prednison muss in der Leber zu Prednisolon umgewandelt werden und soll bei schwerer Leberinsuffizienz vermieden werden — direkt Prednisolon geben. Bei Zirrhose steigt der freie Anteil; Dosisreduktion erwägen.
Asthma und Pseudokrupp: 1–2 mg/kg täglich (max. 40 mg) für 3–5 Tage. Nephrotisches Syndrom und rheumatologische Erkrankungen nach Fachprotokoll.
Nicht abrupt nach mehr als drei Wochen Behandlung absetzen — ausschleichen und den Patienten über verdoppelte Dosis bei Fieber über 38 °C informieren. Auch nicht eine Kur ohne Auseinandersetzung mit der Osteoporoseprophylaxe in eine Erhaltungsbehandlung gleiten lassen: Kalzium und Vitamin D für alle, Bisphosphonat bei ≥ 7,5 mg täglich für ≥ 3 Monate beim Patienten mit Frakturrisiko.