ACE-Hemmer für intravenöse AnwendungSONDERZULASSUNG

Enalaprilat

Vasotec IV

Der aktive Metabolit von Enalapril, direkt intravenös gegeben. Wird selten bei hypertensiver Krise eingesetzt: Der Wirkungseintritt ist langsam, die Dauer beträgt 8–24 Stunden und der Effekt variiert stark zwischen Individuen, da er durch Plasmavolumen und Reninaktivität gesteuert wird.

WARNHINWEIS

Kontraindiziert in der Schwangerschaft — ACE-Hemmer im zweiten und dritten Trimester verursachen Fruchtschäden und Fruchtod. Hypovolume oder reninstimulierte Patienten können nach der Startdosis eine tiefe, anhaltende Hypotonie entwickeln.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Hypertensive Krise1,25 mg i.v. über 5 Minutenmindestens 1 Stunde evaluieren vor Dosiserhöhung
Wiederholte Dosierung1,25 mg i.v. alle 6 Stundenmax. 5 mg i.v. alle 6 Stunden
Patient unter Diuretika0,625 mg i.v. als erste Dosishohes Risiko für ausgeprägten Blutdruckabfall
Akute linksventrikuläre Insuffizienz0,625–1,25 mg i.v.zweite Wahl, Steuerbarkeit ist schlecht
Niereninsuffizienz

eGFR < 30 ml/min: Startdosis 0,625 mg i.v. Kalium und Kreatinin verfolgen.

Leberfunktionsstörung

Keine Anpassung — Enalaprilat ist bereits die aktive Form und benötigt keine Leberaktivierung.

Kinder

5–10 µg/kg i.v. alle 8–24 Stunden. ACE-Hemmer werden bei Neugeborenen vermieden.

Fallstrick

Falsches Arzneimittel, wenn der Blutdruck rückgängig gemacht werden können muss: Die Dauer beträgt bis zu einem Tag und der Effekt ist unvorhersehbar. Vollständig vermeiden in der Schwangerschaft, bei beidseitiger Nierenarterienstenose und bei akutem Myokardinfarkt mit drohender Hypotonie.

Pharmakokinetik

WIRKUNGSEINTRITT
15–30 Minuten
MAXIMALWIRKUNG
1–4 Stunden
WIRKUNGSDAUER
8–24 Stunden
35 Stunden (effektiv 11 Stunden)
PROTEINBINDUNG
50–60 %
METABOLISMUS
Keine — unverändert ausgeschieden
AUSSCHEIDUNG
Renal
DIALYSE
Durch Hämodialyse entfernbar

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Hypotonie, Schwindel, Kopfschmerzen
1–10 %
Hyperkaliämie, Kreatininanstieg, Übelkeit
< 1 %
Angioödem, akutes Nierenversagen bei beidseitiger Nierenarterienstenose, Agranulozytose