Cozaar · Losartan Sandoz · Losartan Krka
Der erste ARB und noch immer der günstigste, aber auch der schwächste: bei äquivalenter Dosierung ergibt Losartan eine kürzere Blutdruckkontrolle als Candesartan oder Valsartan, besonders in den letzten Stunden vor der nächsten Dosis. Dafür hat Losartan ein einzigartiges pharmakologisches Extra: Harnsäuresenkung durch URAT1-Hemmung in der Niere, was es zum bevorzugten ARB beim Patienten mit gleichzeitig behandlungsbedürftiger Hypertonie und Hyperurikämie macht.
Kontraindiziert in der Schwangerschaft — fetotoxisch im zweiten und dritten Trimester und sobald Schwangerschaft festgestellt ist abzusetzen.
| Indikation | Dosierung | Hinweis |
|---|---|---|
| Hypertonie | 50 mg p.o. × 1, nach 3–6 Wochen auf 100 mg × 1 erhöhen können | 50 mg deckt selten den ganzen Tag — mit Heimblutdruckmessung auswerten |
| Hypertonie mit EKG-verifizierten Linksherzhydertrophie | 50 mg × 1, auf 100 mg mit Zusatz von Hydrochlorothiazid titrieren | LIFE-Regime, Indikation Schlaganfallprävention |
| Hypertonie mit gleichzeitiger Gicht oder Hyperurikämie | 50–100 mg × 1 | harnsäuresenkende Eigenschaft, einzigartig unter ARB |
| Diabetische Nephropathie bei Typ-2-Diabetes | 50 mg × 1, auf 100 mg × 1 erhöhen | RENAAL-Dokumentation, Kalium und Kreatinin kontrollieren |
| Herzinsuffizienz wenn ACE-Hemmer nicht toleriert | 12,5 mg × 1, wöchentliche Verdoppelung auf 150 mg | Candesartan oder Sacubitril/Valsartan haben stärkere Evidenz |
Keine routinemäßige Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion — Losartan und sein Metabolit werden sowohl renal als auch biliär eliminiert und werden nicht dialysiert. Beim hypovolämischen Patienten und bei Dialyse 25 mg als Startdosis. Ein Kreatininanstieg bis zu 30 % nach Einleitung ist zu erwarten; bei größerem Anstieg Volumenstatus, NSAID und Nierenarterienstenose untersuchen bevor Dosis weiter erhöht wird.
Startdosis 25 mg täglich bei leicht bis mäßig eingeschränkter Leberfunktion — Plasmakonzentration ist deutlich höher da Umwandlung in aktiven Metaboliten in der Leber erfolgt. Kontraindiziert bei schwer eingeschränkter Leberfunktion.
Ab 6 Jahren bei Hypertonie: 25 mg × 1 bei 20–50 kg (max. 50 mg), 50 mg × 1 bei über 50 kg (max. 100 mg). Nicht bei Kindern mit eGFR unter 30 ml/min/1,73 m² oder unter 6 Jahren.
Losartan nicht wählen wenn das Ziel eine stabile ganztägige Blutdrucksenkung beim Patienten mit schwer behandelbarer Hypertonie ist — dann stattdessen auf Candesartan wechseln. Bei HFrEF soll ein Patient, der Sacubitril/Valsartan toleriert, dies statt ARB erhalten. Nach Angioödem durch ACE-Hemmer kann Losartan versucht werden — das Kreuzreaktionsrisiko ist gering, aber der Patient muss aufgeklärt werden.