Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARB)KONTRAINDIZIERT IN DER SCHWANGERSCHAFT

Losartan

Cozaar · Losartan Sandoz · Losartan Krka

Der erste ARB und noch immer der günstigste, aber auch der schwächste: bei äquivalenter Dosierung ergibt Losartan eine kürzere Blutdruckkontrolle als Candesartan oder Valsartan, besonders in den letzten Stunden vor der nächsten Dosis. Dafür hat Losartan ein einzigartiges pharmakologisches Extra: Harnsäuresenkung durch URAT1-Hemmung in der Niere, was es zum bevorzugten ARB beim Patienten mit gleichzeitig behandlungsbedürftiger Hypertonie und Hyperurikämie macht.

WARNHINWEIS

Kontraindiziert in der Schwangerschaft — fetotoxisch im zweiten und dritten Trimester und sobald Schwangerschaft festgestellt ist abzusetzen.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Hypertonie50 mg p.o. × 1, nach 3–6 Wochen auf 100 mg × 1 erhöhen können50 mg deckt selten den ganzen Tag — mit Heimblutdruckmessung auswerten
Hypertonie mit EKG-verifizierten Linksherzhydertrophie50 mg × 1, auf 100 mg mit Zusatz von Hydrochlorothiazid titrierenLIFE-Regime, Indikation Schlaganfallprävention
Hypertonie mit gleichzeitiger Gicht oder Hyperurikämie50–100 mg × 1harnsäuresenkende Eigenschaft, einzigartig unter ARB
Diabetische Nephropathie bei Typ-2-Diabetes50 mg × 1, auf 100 mg × 1 erhöhenRENAAL-Dokumentation, Kalium und Kreatinin kontrollieren
Herzinsuffizienz wenn ACE-Hemmer nicht toleriert12,5 mg × 1, wöchentliche Verdoppelung auf 150 mgCandesartan oder Sacubitril/Valsartan haben stärkere Evidenz
Niereninsuffizienz

Keine routinemäßige Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion — Losartan und sein Metabolit werden sowohl renal als auch biliär eliminiert und werden nicht dialysiert. Beim hypovolämischen Patienten und bei Dialyse 25 mg als Startdosis. Ein Kreatininanstieg bis zu 30 % nach Einleitung ist zu erwarten; bei größerem Anstieg Volumenstatus, NSAID und Nierenarterienstenose untersuchen bevor Dosis weiter erhöht wird.

Leberfunktionsstörung

Startdosis 25 mg täglich bei leicht bis mäßig eingeschränkter Leberfunktion — Plasmakonzentration ist deutlich höher da Umwandlung in aktiven Metaboliten in der Leber erfolgt. Kontraindiziert bei schwer eingeschränkter Leberfunktion.

Kinder

Ab 6 Jahren bei Hypertonie: 25 mg × 1 bei 20–50 kg (max. 50 mg), 50 mg × 1 bei über 50 kg (max. 100 mg). Nicht bei Kindern mit eGFR unter 30 ml/min/1,73 m² oder unter 6 Jahren.

Fallstrick

Losartan nicht wählen wenn das Ziel eine stabile ganztägige Blutdrucksenkung beim Patienten mit schwer behandelbarer Hypertonie ist — dann stattdessen auf Candesartan wechseln. Bei HFrEF soll ein Patient, der Sacubitril/Valsartan toleriert, dies statt ARB erhalten. Nach Angioödem durch ACE-Hemmer kann Losartan versucht werden — das Kreuzreaktionsrisiko ist gering, aber der Patient muss aufgeklärt werden.

Pharmakokinetik

BIOVERFÜGB.
ca. 33 %
ca. 2 h (Metabolit E-3174 6–9 h)
PROTEINBINDUNG
> 99 %
METABOLISMUS
CYP2C9 und CYP3A4 zu aktivem Metaboliten
AUSSCHEIDUNG
Renal und biliär, nicht dialysierbar
MAXKONZ.
1 h (Metabolit 3–4 h)
WIRKUNGSDAUER
ca. 24 h, abnehmend in letzten Stunden
HARNSÄUREWIRKUNG
Urikosurisch über URAT1-Hemmung

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit, orthostatische Hypotonie bei Einleitung
1–10 %
Hyperkaliämie, Kreatininanstieg, Hypotonie, Bauchschmerzen, Muskelschmerzen, Anämie
< 1 %
Angioödem, akutes Nierenversagen bei beidseitiger Nierenarterienstenose, Pankreatitis, Hyponatriämie