Vitamin-K-AntagonistENGE THERAPEUTISCHE BREITEPK(INR)-GESTEUERT

Warfarin

Waran · Warfarin Orion · Coumadin

Hemmt die Vitamin-K-Epoxidreduktase und damit die Faktoren II, VII, IX und X. Nach wie vor erste Wahl bei mechanischer Herzklappenprothese und bei Antiphospholipid-Syndrom, wo die direkten Antikoagulanzien unterlegene oder ungeprüfte Wirkung haben.

WARNHINWEIS

Blutung ist die dosbegrenzende Wirkung. Das Risiko ist am größten in den ersten Behandlungsmonaten und bei INR über dem therapeutischen Intervall.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-19
IndikationDosierungHinweis
VorhofflimmernZieldosis individuell, INR 2,0–3,0Startdosis 5 mg, niedriger bei Älteren
Mechanische AortenklappeINR 2,5–3,5nicht auf DOAK wechseln
Venöse ThromboembolieINR 2,0–3,0mindestens 5 Tage mit NMH überlappend
Antiphospholipid-SyndromINR 2,0–3,0 (höher bei arterieller Ereignis)DOAK ist unterlegen
Niereninsuffizienz

Keine Dosisanpassung, aber das Blutungsrisiko steigt bei Niereninsuffizienz.

Leberfunktionsstörung

Erhöhte Empfindlichkeit — niedrig beginnen und INR engmaschig kontrollieren.

Kinder

Selten; Dosierung durch Kinderkoagulationseinheit.

Fallstrick

Bei schwerer Blutung reicht Vitamin K allein nicht — Prothrombinkomplexkonzentrat 25 E/kg zusammen mit Vitamin K 10 mg i.v. geben. Den Antikoagulationsdienst und ggf. den Hämostaseologen hinzuziehen.

Pharmakokinetik

BIOVERFÜGB.
~100 %
Vd
0,14 l/kg
20–60 h (S-Warfarin 24–33 h)
PROTEINBINDUNG
99 %
METABOLISMUS
CYP2C9, CYP3A4, CYP1A2
AUSSCHEIDUNG
Renal als Metaboliten
WIRKUNGSEINTRITT
Volle Wirkung nach 5–7 Tagen
GENETIK
VKORC1 und CYP2C9 erklären ~40 % der Dosisvariabilität

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Blutergüsse, Nasenbluten, starke Menstruation
1–10 %
Gastrointestinale Blutung, Hämaturie, Haarausfall
< 1 %
Intrakranielle Blutung, Cumarin-Nekrose, Kalziphylaxie