Cordarone
Mehrkanalblockierer für oralen und intravenösen Einsatz mit Eigenschaften der Klassen I–IV. Ausgedehnte Gewebeverteilung und eine Halbwertszeit, die in Wochen gemessen wird — Einleitung und Absetzen haben Konsequenzen über Monate.
Lungentoxizität, Lebertoxizität und Proarrhythmie. Reservieren für lebensbedrohliche Arrhythmien; unter Überwachung einleiten.
| Indikation | Dosierung | Hinweis |
|---|---|---|
| Kammerflimmern / pulslose VT | 300 mg i.v. als Bolus, darf mit 150 mg wiederholt werden | nach 3. Defibrillation |
| Stabile Kammertachykardie | 150 mg i.v. über 10 min, dann 1 mg/min für 6 h | dann 0,5 mg/min |
| Pharmakologische Kardioversion (i.v.) | 5–7 mg/kg i.v. über 1–2 h, dann 50 mg/h | maximal 1200 mg/24 h |
| Intravenöse Aufsättigung | 300 mg in 250 ml Glukose 50 mg/ml über 30–60 min, dann 900–1200 mg über 24 h | möglichst über einen zentralen Zugang |
| Orale Aufsättigung (Fachinformation) | 200 mg × 3 über 1 Woche, dann 200 mg × 2 über 1 Woche | zu den Mahlzeiten einnehmen |
| Orale Aufsättigung, rasch | 200 mg × 3 über 4 Wochen, dann 200 mg × 1 | Praxisschema über die Fachinformation hinaus |
| Erhaltung | 200 mg × 1 oder niedriger | Dosis regelmäßig überprüfen, besonders über 200 mg täglich |
Keine Anpassung bei jeglichem eGFR. Wird durch Hämodialyse nicht entfernt.
Dosis reduzieren; absetzen, wenn ALAT das 3-Fache des Ausgangswertes übersteigt.
Oral: Aufsättigung 10–20 mg/kg und Tag über 7–10 Tage, Erhaltung 5–10 mg/kg und Tag. Intravenös: Aufsättigung 5 mg/kg über 20 min bis 2 h, Erhaltung 10–15 mg/kg und Tag. Beim Herzstillstand 5 mg/kg als Bolus, höchstens 300 mg.
Nicht als Erstlinientherapie bei neu diagnostiziertem Vorhofflimmern bei jungen Patienten ohne strukturelle Herzerkrankung verwenden — die Toxizität ist kumulativ und die lebenslange Exposition überwiegt selten den Rhythmusvorteil.