Klasse-III-AntiarrhythmikumENGE THERAPEUTISCHE BREITE

Amiodaron

Cordarone

Mehrkanalblockierer für oralen und intravenösen Einsatz mit Eigenschaften der Klassen I–IV. Ausgedehnte Gewebeverteilung und eine Halbwertszeit, die in Wochen gemessen wird — Einleitung und Absetzen haben Konsequenzen über Monate.

WARNHINWEIS

Lungentoxizität, Lebertoxizität und Proarrhythmie. Reservieren für lebensbedrohliche Arrhythmien; unter Überwachung einleiten.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-19
IndikationDosierungHinweis
Kammerflimmern / pulslose VT300 mg i.v. als Bolus, darf mit 150 mg wiederholt werdennach 3. Defibrillation
Stabile Kammertachykardie150 mg i.v. über 10 min, dann 1 mg/min für 6 hdann 0,5 mg/min
Pharmakologische Kardioversion (i.v.)5–7 mg/kg i.v. über 1–2 h, dann 50 mg/hmaximal 1200 mg/24 h
Intravenöse Aufsättigung300 mg in 250 ml Glukose 50 mg/ml über 30–60 min, dann 900–1200 mg über 24 hmöglichst über einen zentralen Zugang
Orale Aufsättigung (Fachinformation)200 mg × 3 über 1 Woche, dann 200 mg × 2 über 1 Wochezu den Mahlzeiten einnehmen
Orale Aufsättigung, rasch200 mg × 3 über 4 Wochen, dann 200 mg × 1Praxisschema über die Fachinformation hinaus
Erhaltung200 mg × 1 oder niedrigerDosis regelmäßig überprüfen, besonders über 200 mg täglich
Niereninsuffizienz

Keine Anpassung bei jeglichem eGFR. Wird durch Hämodialyse nicht entfernt.

Leberfunktionsstörung

Dosis reduzieren; absetzen, wenn ALAT das 3-Fache des Ausgangswertes übersteigt.

Kinder

Oral: Aufsättigung 10–20 mg/kg und Tag über 7–10 Tage, Erhaltung 5–10 mg/kg und Tag. Intravenös: Aufsättigung 5 mg/kg über 20 min bis 2 h, Erhaltung 10–15 mg/kg und Tag. Beim Herzstillstand 5 mg/kg als Bolus, höchstens 300 mg.

Fallstrick

Nicht als Erstlinientherapie bei neu diagnostiziertem Vorhofflimmern bei jungen Patienten ohne strukturelle Herzerkrankung verwenden — die Toxizität ist kumulativ und die lebenslange Exposition überwiegt selten den Rhythmusvorteil.

Pharmakokinetik

BIOVERFÜGB.
35–65 % oral
Vd
66 l/kg
40–55 Tage
PROTEINBINDUNG
96 %
METABOLISMUS
CYP3A4, CYP2C8
AUSSCHEIDUNG
Biliär / fäkal
HEMMT
CYP3A4, 2C9, 2D6, P-gp
WIRKUNGSEINTRITT
Tage oral · Minuten i.v.

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Korneale Mikroablagerungen, Fotosensibilität, Übelkeit
1–10 %
Hypothyreose, Bradykardie, Transaminaseerhöhung, Tremor
< 1 %
Lungenfibrose, Torsades de Pointes, Optikusneuropathie