HerzglykosidENGE THERAPEUTISCHE BREITESPIEGELBESTIMMUNG

Digoxin

Digoxin BioPhausia · Lanoxin

Na⁺/K⁺-ATPase-Hemmer mit positiver Inotropie und vagaler AV-Hemmung. Die Frequenzkontrolle versagt unter adrenergem Stress — daher eine schlechte Wahl beim aktiven Patienten und eine gute beim bettlägerigen.

WARNHINWEIS

Toxizität tritt innerhalb des therapeutischen Bereichs bei Hypokaliämie, Hypomagnesiämie, Hyperkalzämie und Niereninsuffizienz auf.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-19
IndikationDosierungHinweis
Frequenzregelung, schnelle Digitalisierung0,25–0,5 mg i.v., Wiederholung bis max. 1,5 mg/TagWirkung nach 30–60 min
Erhaltung0,0625–0,25 mg p.o. täglichgesteuert nach Gewicht, Alter und eGFR
Herzinsuffizienz mit Sinusrhythmus0,125 mg p.o. täglichZielkonzentration 0,5–0,9 nmol/l
Ältere oder eGFR < 450,0625–0,125 mg p.o. täglichniedrig beginnen, langsam steigern
Niereninsuffizienz

Renal ausgeschieden. Dosis halbieren bei eGFR 30–50; vermeiden oder nach Konzentration dosieren unter 30.

Leberfunktionsstörung

Keine Anpassung.

Kinder

Digitalisierung und Erhaltung nach Körpergewicht und Alter — kinderkardiologische Verordnung.

Fallstrick

Dosis halbieren, wenn Amiodaron eingesetzt wird. Bei Digoxin-induzierter Arrhythmie mit Hyperkaliämie werden Digoxin-Antikörper gegeben — nicht Kalzium, das das Bild verschlechtern kann.

Pharmakokinetik

BIOVERFÜGB.
60–80 % Tablette
Vd
5–7 l/kg
36–48 h (verlängert bei Niereninsuffizienz)
PROTEINBINDUNG
25 %
METABOLISMUS
Minimal
AUSSCHEIDUNG
Renal, unverändert
SUBSTRAT
P-Glykoprotein
WIRKUNGSEINTRITT
1–2 h p.o. · 30 min i.v.

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Übelkeit, Appetitverlust, Müdigkeit
1–10 %
Gynäkomastie, Verwirrtheit, Farbsehen mit gelbgrünem Ton
< 1 %
AV-Block, ventrikuläre Arrhythmie, Vorhoftachykardie mit Block