Klasse-IC-AntiarrhythmikumNICHT BEI STRUKTURELLER HERZERKRANKUNG

Flecainid

Tambocor

Starker Natriumkanalblocker mit ausgeprägter Wirkung auf Vorhofrhythmusstörungen bei herzgesunden Patienten. Die CAST-Studie zeigte eine erhöhte Mortalität nach Myokardinfarkt — diese Einschränkung ist bis heute das wichtigste Merkmal des Präparats.

WARNHINWEIS

Erhöhte Mortalität bei struktureller Herzerkrankung und nach Myokardinfarkt. Kontraindiziert bei ischämischer Herzerkrankung und eingeschränkter Linksventrikelfunktion.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-19
IndikationDosierungHinweis
Paroxysmales Vorhofflimmern, Erhaltung50–100 mg × 2 p.o.immer zusammen mit AV-bremsendem Mittel
"Pill in the pocket"200–300 mg p.o. als Einzeldosiszunächst in überwachter Umgebung evaluiert
Pharmakologische Konversion i.v.2 mg/kg über 10 min, max. 150 mgunter EKG-Überwachung
Supraventrikuläre Tachykardie50 mg × 2 p.o., bis 100 mg × 2zweite Wahl
Niereninsuffizienz

Dosis reduzieren bei eGFR < 35; wird zu großem Teil renal ausgeschieden.

Leberfunktionsstörung

Dosis reduzieren und Plasmakonzentration kontrollieren bei eingeschränkter Leberfunktion.

Kinder

Nur Kinderkardiologe; Dosierung nach Körperoberfläche.

Fallstrick

Niemals ohne gleichzeitige AV-bremsende Behandlung geben: Flecainid kann Vorhofflimmern in langsames Vorhofflattern umwandeln, das 1:1 mit einer Kammerfrequenz über 200 übergeleitet wird.

Pharmakokinetik

BIOVERFÜGB.
90 %
Vd
5–10 l/kg
12–27 h
PROTEINBINDUNG
40 %
METABOLISMUS
CYP2D6
AUSSCHEIDUNG
Renal 30 % unverändert
HEMMT
WIRKUNGSEINTRITT
1–3 h p.o.

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Schwindel, Sehstörungen, Kopfschmerzen
1–10 %
Übelkeit, Tremor, Dyspnoe, QRS-Verbreiterung
< 1 %
Vorhofflattern mit 1:1-Überleitung, Kammertachykardie, Herzinsuffizienz