Klasse-III-Antiarrhythmikum mit BetablockadeQT-VERLÄNGERNDEINLEITUNG STATIONÄR

Sotalol

Sotacor

Racemat mit nicht-selektiver Betablockade in niedriger Dosis und Kaliumkanalblockade in höherer. Der Effekt ist dosisabhängig auf eine Weise, die das proarrhythmische Risiko schneller ansteigen lässt als den Rhythmuseffekt.

WARNHINWEIS

Torsades de pointes, besonders bei Niereninsuffizienz, Hypokaliämie, weiblichem Geschlecht und Bradykardie. Die Einleitung erfordert EKG-Monitoring für mindestens drei Tage.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-19
IndikationDosierungHinweis
Frequenzkontrolle bei Vorhofflimmern80 mg × 2 p.o., titriert auf 120–160 mg × 2frühestens alle 3 Tage erhöhen
Ventrikuläre Arrhythmie80 mg × 2 p.o., bis 160 mg × 2Spezialistenindikation
Niereninsuffizienz (eGFR 30–60)Halbierte Dosierungsfrequenz: einmal täglicheGFR < 30: vermeiden
AbsetzenÜber 1–2 Wochen ausschleichenabruptes Absetzen verursacht Rebound-Tachykardie
Niereninsuffizienz

Wird vollständig renal ausgeschieden. Dosierungsfrequenz halbieren bei eGFR 30–60; bei eGFR unter 30 vermeiden.

Leberfunktionsstörung

Keine Anpassung — wird nicht in der Leber metabolisiert.

Kinder

Selten indiziert; nur durch Kinderkardiologen.

Fallstrick

Nicht einleiten bei QTc > 450 ms, eGFR < 30 oder unkorriger Hypokaliämie. Die Kombination Niereninsuffizienz und Diuretikum ist der häufigste Hintergrund für sotalolinduzierte Torsades.

Pharmakokinetik

BIOVERFÜGB.
90–100 %
Vd
1,6–2,4 l/kg
10–20 h
PROTEINBINDUNG
0 %
METABOLISMUS
Keiner
AUSSCHEIDUNG
Renal, unverändert
HEMMT
WIRKUNGSEINTRITT
1–2 h

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Müdigkeit, Bradykardie, Dyspnoe, Schwindel
1–10 %
Bronchospasmus, Hypotonie, Schlafstörung, kalte Extremitäten
< 1 %
Torsades de pointes, AV-Block III, Herzinsuffizienz