Ultrakurzwirksamer Dihydropyridin-KalziumantagonistSONDERZULASSUNGMONITORING ERFORDERLICH

Clevidipin

Cleviprex

Ultrakurzwirksames Dihydropyridin, das durch Esterasen in Blut und Gewebe abgebaut wird — die Halbwertszeit beträgt 5 Minuten und die Wirkung ist Minute für Minute steuerbar. Selektiv für glatte Muskulatur der Gefäßwand: senkt den systemvaskulären Widerstand, ohne Kontraktilität, Reizleitung oder Füllungsdrücke zu beeinflussen.

WARNHINWEIS

Wird in einer Lipidemulsion mit Soja und Ei verabreicht — kontraindiziert bei Überempfindlichkeit gegen diese, bei defektem Lipidstoffwechsel und bei ausgeprägter Aortenstenose. Erfordert kontinuierliche Blutdrucküberwachung.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Hypertensive KriseStartdosis 1–2 mg/Stunde i.v., Verdoppelung alle 90 Sekunden bis Ziel erreichtschnelle Titrierung dank kurzer Halbwertszeit möglich
Übliche therapeutische Dosis4–6 mg/Stunde i.v.die meisten Patienten werden in diesem Bereich kontrolliert
Perioperative Hypertonie1–2 mg/Stunde i.v., gegen Zieldruck titrierenprä-, intra- und postoperativ
Maximaldosis21 mg/Stunde i.v.Lipidemulsion begrenzt auf 1 000 ml pro Tag
Niereninsuffizienz

Keine Dosisanpassung. Metabolisierung durch Esterasen, nicht durch die Niere.

Leberfunktionsstörung

Keine Dosisanpassung. Kein hepatischer Metabolismus.

Kinder

Unzureichende Dokumentation bei Kindern. Nicht routinemäßig eingesetzt.

Fallstrick

Bei Überempfindlichkeit gegen Soja oder Ei sowie bei ausgeprägter Aortenstenose vermeiden — die schnelle Nachlastsenkung kann beim aortenstenose-Patienten kreislaufkollaps verursachen. Kein Einsatz bei Panhypoproteinämie oder gestörtem Lipidstoffwechsel.

Pharmakokinetik

WIRKUNGSEINTRITT
2–4 Minuten
WIRKUNGSDAUER
5–15 Minuten
t½ (initial)
1 Minute
t½ (terminal)
15 Minuten
Vd
0,17 l/kg
PROTEINBINDUNG
> 99 %
METABOLISMUS
Esterasen in Blut und Gewebe
AUSSCHEIDUNG
Renal und fäkal (inaktive Metaboliten)

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber
1–10 %
Vorhofflimmern, Reflexkardiotachykardie, akutes Nierenversagen
< 1 %
Ausgeprägte Hypotonie, Herzinsuffizienz-Verschlechterung, Hypertriglyzeridämie bei Langzeitinfusion