Synthetisches Katecholamin, β₁-Agonist (Inotropie)INTENSIVPFLEGE ERFORDERLICHMONITORING ERFORDERLICH

Dobutamin

Dobutamin Hameln

Reine Inotropie, wenn das Problem die Pumpe und nicht der Gefäßtonus ist. Starke β₁-Wirkung mit ausgeprägter β₂-Wirkung bewirkt, dass das Schlagvolumen steigt, während der systemvaskuläre Widerstand bei niedrigen Dosen sinkt — gut beim kühlen, hypoperfundierten Patienten mit akzeptablem Blutdruck, schlechter wenn der Blutdruck bereits niedrig ist. Die Dosisschwelle liegt bei etwa 5 µg/kg/min: darunter dominiert die Vasodilatation, darüber dreht der Gefäßeffekt in Richtung Konstriktion.

WARNHINWEIS

Dobutamin erhöht den myokardialen Sauerstoffverbrauch und kann Ischämie, Tachyarrhythmie und schnelle Kammerfrequenz bei Vorhofflimmern auslösen. Nicht ohne kontinuierliches EKG- und Blutdruckmonitoring geben, und nicht bei Patienten mit unkorrigierter Hypovolämie.

Dosierung bei Erwachsenen

Nach Indikationuppdaterad 2026-08-22
IndikationDosierungHinweis
Kardiogener Schock und niedrigem Herzminutenvolumen2–20 µg/kg/min i.v., in Schritten von 2–3 µg/kg/min titrierenunter 5 µg/kg/min Vasodilatation, über 5 µg/kg/min Vasokonstriktion
Akut dekompensierte Herzinsuffizienz mit Hypoperfusion2,5–10 µg/kg/min i.v.kürzest mögliche Behandlungsdauer, kein prognostischer Vorteil
StressechokardiographieStart 5 µg/kg/min, Erhöhung alle 3 Minuten auf 10, 20, 30 und 40 µg/kg/minAtropin kann bei Bedarf zur Erreichung der Zielfrequenz hinzugefügt werden
Bradykardie (zweite Wahl)2–10 µg/kg/min i.v.nach Atropin und in Erwartung des Schrittmachers
Maximaldosis40 µg/kg/minArrhythmie und Ischämie begrenzen weit vor dieser Grenze
Niereninsuffizienz

Keine Dosisanpassung. Die Metaboliten sind inaktiv und eine Akkumulation ist klinisch ohne Bedeutung.

Leberfunktionsstörung

Keine etablierte Dosisanpassung. Nach Wirkung titrieren.

Kinder

2–20 µg/kg/min; Kinder tolerieren wahrscheinlich niedrigere Maximaldosen als Erwachsene, vorsichtig titrieren.

Fallstrick

Die Wirkung bleibt beim Patienten unter nicht-selektiver Betablockade aus — die Dosis in dieser Situation nicht erhöhen, sondern das inotrope Prinzip wechseln, z. B. auf Levosimendan oder Milrinon, die unterhalb des Betarezeptors wirken. Auch bei hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie und bei ausgeprägter Hypovolämie vermeiden, wo eine erhöhte Kontraktilität die Ausflussobstruktion verschlimmert bzw. eine bereits unterfüllte Kammer entleert.

Pharmakokinetik

BIOVERFÜGB.
Nur intravenös
WIRKUNGSEINTRITT
1–2 Minuten
MAXIMALWIRKUNG
10–12 Minuten
2 Minuten
Vd
0,2 l/kg
METABOLISMUS
COMT zu 3-O-Methyldobutamin (inaktiv)
AUSSCHEIDUNG
Renal als Konjugat
TOLERANZ
Rezeptorherabregulierung nach 2–3 Tagen

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

≥ 10 %
Tachykardie, Palpitationen, Blutdrucksteigerung, Kopfschmerzen
1–10 %
Ventrikuläre Extrasystolen, Angina pectoris, Hypotonie bei niedriger Dosis, Übelkeit, Hypokaliämie
< 1 %
Anhaltende Kammertachykardie, Myokardischämie und Infarkt, eosinophile Myokarditis, Stresskardiomyopathie